R ENDICONTI
del
S EMINARIO M ATEMATICO
della
U NIVERSITÀ DI P ADOVA
K ARL S TRAMBACH Algebraische Geometrien
Rendiconti del Seminario Matematico della Università di Padova, tome 53 (1975), p. 165-210
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Algebraische
KARL STRAMBACH
(*)
Einleitung.
Seit
zwanzig
Jahren untersucht man intensiv die Strukturtopolo- gischer
Geometrien. Ist ihrePunktmenge
ein lokalkompakter
zusam-menhängender topologischer
Raum einerDimension 2 (für projek-
tive Ebenen reicht es 4 zu
fordern),
so kann manweitgehende
Struk-turaussagen machen,
indem man tiefeErgebnisse
der Theorie der LieschenTransformationsgruppen
und deralgebraischen Topologie
anwendet
(Salzmann [1967], [1970], [1971], Breitsprecher [1971]
und[1972],
Strambach[1970], [1972],
Groh[1968], [1970]
und[1973]).
In dieser Arbeit wollen wir
dagegen untersuchen,
welchen Einfluß dieAlgebraische
Geometrie aufgeometrische
Strukturen ausübt. Eine abstrakte Geometrie G besteht aus einerMenge e
vonPunkten,
inder ein
System
6 vonTeilmengen,
densogenannten Blöcken,
so aus-gezeichnet ist,
daßgewisse
Inzidenzaxiomegelten.
Wir werden voneiner
algebraischen
Geometriesprechen, wenn e
von denalgebraischen
Punkten einer k-Va,rietät V
gebildet
wird( k
ist ein kommutativeralgebraisch abgeschlossener Körper),
6 einSystem algebraischer
irre-duzibler Kurven
(manchmal
auch nur irreduziblerUntervarietäten)
auf V
ist,
derenalgebraische
Punkte diejeweiligen geometrischen
Axiome
erfüllen,
und dieauf 03B2
realisierte Geometrie als Unterstruk- turengewisse
affine bzw. dual afiine Ebenenbesitzt,
in denen dieParallelperspektivitäten
birationaleAbbildungen
sind. Fürprojektive
(*)
Indirizzo dell’A.: Mathematisches Institut der Universität, Bismarck- strasse 11/2
D-852Erlangen, Rep.
Fed. Tedesca.Ebenen sind die
Parallelperspektivitäten
etwa dannbirational,
wennsowohl die
Punktmenge
als auch dieGeradenmenge
aus denalgebra-
ischen Punkten von Varietäten bestehen und die das Verbinden zweier Punkte bzw. das Schneiden zweier Geraden beschreibenden Abbil-
dungen algebraische Morphismen
zwischen der Varietät der Punkte und der der Geraden sind.(vgl. Breitsprecher [1972]). Analoges
trifftauch für Möbius- und
Laguerreebenen
zu. Anstattverlangen
zu müs-sen, daß alle
geometrischen Operationen algebraische Morphismen sind,
sind die
Parallelprojektivitäten
bereits dannalgebraische Morphismen,
wenn die
folgenden Abbildungen
birational ausfallen: Einerseits dieZuordnungen,
diejedem
Punkt den durch ihngehenden
Kreis einesBerührbüschels
zuweisen,
andererseits dieAbbildungen,
diejedem
Kreis eines
beliebigen
Berührbüschels 3i mit demTräger
p den von p verschiedenenSchnittpunkt
dieses Kreises mit einem durch pgehen-
den nicht zu 3l
gehörenden
Kreis .L~ zuordnen. Auch dieVoraussetzung,
daß die Blöcke
algebraische
Kurven seinsollen,
ist fürprojektive
Ebenen sowie Möbius- order
Laguerreebenen jedenfalls
dann ent-behrlich,
wenn sowohl diePunktmenge,
als auch dieBlockmenge
dieser Geometrien
algebraische
Varietäten bilden und diegeometri-
schen
Operationen algebraische Morphismen
sind :Verlangt
man dannnämlich von den Geraden bzw.
Kreisen,
daß sievollständige
Teil-varietäten der Varietät der Punkte
sind,
läßt sichzeigen,
daß es Kurvensein müssen und V eine Fläche ist.
Wir
zeigen
in dieserArbeit,
daß die ebengenannten algebraischen Forderungen
schon so einschneidendsind,
daß siejeweils
die stärkstenSchließungssätze (Satz
vonPappos,
Satz vonMiquel) erzwingen
undzu klassischen Modellen der betrachteten Geometrien führen.
Würde man für die
Punktmenge ~
einer Geometrie statt alleralge-
braischen nur die rationalen Punkte einer k-Varietät über einem
(nicht notwendig algebraisch abgeschlossenen) Körper k
und als Blöckestatt absolut irreduzibler nur relativ zu k irreduzible Kurven
nehmen,
so würde man, wie die von
Segre
undKuiper gefundenen,
über derPunktmenge
der reellen Eben realisiertenBeispiele nichtdersargues-
scher
algebraischer projecktiver
und affiner Ebenenzeigen,
eine vielgrößere
Fülle von Geometrienerfassen;
doch dieRationalitätsfragen
sind in der
Algebraischen
Geometrie erstandiskutiert,
und esscheint,
daß einem zur
Beschreibung algebraischer
Geometrien von diesemallgemeineren
Ansatz her keinanwendungsreife
Theorie derAlge-
braischen Geometrie zur
Verfügung
steht. Läßt manhingegen,
wiewir es
getan haben,
allealgebraischen
Punkte einer Varietät(über
enim
algebraisch abgeschlossenen Körper)
als Punkte der Geometriezu, so kann man reichlich aus dem
überquellenden
Füllhorn derErgebnisse
der klassischenAlgebraischen
Geometrieschöpfen.
In dieser Arbeit betrachten wir konkret
algebraische projektive,
afhne und dual afhne Ebenen sowie
algebraische
Möbius-undLaguer- regeometrien (1).
Eszeigt sich,
daß diesegeometrischen Strukturen,
wenn
überhaupt,
nur auf rationalenquasiprojektiven
Flächen F dar-stellbar sind
(6.3);
deralgebraische
Abschluß F ist vielmehr eine Veronesesche Fläche des n-dimensionalenprojektiven
Raumes oder eine ihrerProjektionen.
Ist auf einer Varietät
(über
einemalgebraisch abgeschlossenen Körperk)
einealgebraische projektive,
afhne oder dual afhne Ebenerealisiert,
so ist diesealgebraisch isomorph
zurprojektiven
bzw. affinen Ebene über k. Auch dieprojektiven Abschließungen
deralgebraische
Geometrien
tragenden
Varietäten sowie diezulässigen Systeme
vonBlöcken werden von uns
bestimmt,
und zwar nicht nur bis aufalge-
braische
Isomorphie,
sondern sogar bis auf die(viel engere) projektive
Äquivalenz.
Trägt
eine varietät I’ eineprojektive Ebene,
deren Blöcke irredu- ziblealgebraische
Kurven sind und die eine affine Unterebenebesitzt,
in welcher die
Parallelperspektivitäten
zwischen Punktreihen und Parallelklassenalgebraische Morphismen sind,
so ist Fprojektiv äquivalent
zurprojektiven
EbeneP2,
zur Veroneseschen Fläche Vn des n-dimensionalenprojektiven
Raumes oder zu einerbiregulären Projektion
von V’n in einen niederdimensionalenprojektiven
Raum.Die Geraden der Geometrie sind im Falle der Charakteristik von k
ungleich
2 stets Bilder dergewöhnlichen
Geraden unter einemalge-
braischen
Isomorphismus
a, derP2
auf Fabbildet;
hat k die Charakte- ristik2,
so kann dasSystem
der Geraden außerdem nur das Bild derim §
5 durch dieGleichungen (1)
beschriebenen Kurven unter einemalgebraischen Isomorphismus
vonP2
auf F sein. Sind die Geraden(1)
Man hätte in unserem Rahmen auchalgebraische
Minkowskiebenen(vgl.
BENZ(1973))
definieren und behandeln können.Obgleich
wir darauf verzichtet haben, wirdjedem
Leser klar, daß auchjede algebraische
aufeiner Varietät (über einem
algebraisch algeschlossenen Körper)
realisierte Minkowskiebene, deren Blöcke irreduziblealgebraische
Kurven sind,miquelisch
sein muß, denn für
algebraische
Minkowskiebenen kann man ebenfalls eineaus
algebraischen Morphismen
bestehende dreifach transitiveGruppe
vonProjektivitäten
einen Blocks auf sich definieren, die sichwegen §
3 als scharf dreifach transitiv herausstellt.der
projektiven
Ebene ebeneKurven,
so ist F sogarprojektiv äquiva-
lent zur
projektiven
EbeneP2’
Ist auf der Varietät :BT eine affine Ebene
dargestellt,
die sichnicht durch
Hinzufügung
eineralgebraischen
irreduziblen Kurve desprojektiven
Abschlusses h’ zu eineralgebraischen projektiven
Ebene
ergänzen läßt,
so ist dieprojektive Abschließung
das Bildeiner Veroneseschen Fläche V der
Ordnung rc2
unter einer solchenProjektion
a, die außerhalb einernichtsingulären
Kurve I der Ord-nung n auf V
biregulär
ist. Ist n einebireguläre Abbildung
von Tl aufdie
projektive
Ebene1~2,
bei der den Kurven n-terOrdnung
dieprojek-
tiven Geraden
entsprechen
und K7’ die« uneigentliche »
Gerade vonl~2 ist,
sogilt
.F’ _ und die Blöcke der afnnen Ebene sind Bilder der Kurven eines solchenKegelschnittsystems
unter derAbbildung an-’,
welches dem im Satz 5.1
(2)
beschriebenenprojektiv äquivalent
ist.Ist _F eine
Regelfläche (und
darunter zählen wir auch dieKegel),
soist F
projektiv äquivalent
zum Bild einerNormregelfläche
einer derKlassen
2 (r -1 ), ? (~° - 2 ), 2 (r - 3)
mit r > 3 unter einer im Satz 8.1 beschriebenenProjektion.
Und alsRegelfläche
erweist sich derprojek-
tive Abschluß F von ~’ etwa schon
dann,
wenn er nichtalgebraisch isomorph
zurprojektiven
Ebenl~2
ausfällt undsingularitätenfrei
oderin einem
projektiven
Raum normal(Bertini S. 217)
ist. Sind die Geraden einer zu eineralgebraischen projektiven
Ebene nichtergänzbaren
af-finen Ebene insbesondere ebene
Kurven,
so ist derprojektive
Abschluß.F der die affine Ebene
tragenden
Fläche ~’ entweder in den dreidi- mensionalen oder in den vierdimensionalenprojektiven
Raum einbett-bar.
Liegt
der Abschluß F im dreidimensionalenprojektiven Raum,
so ist er, falls er nicht zur
projektiven
Ebeneprojektiv äquivalent ist,
entweder eine
reguläre Quadrik
oder einquadratischer Kegel
oder dieRegelfläche
vonChasles-Cayley (Bertini
S.347).
Ist F einKegel,
soentsteht die Fläche F aus durch die Herausnahme einer
Erzeugenden,
und die Geraden der affinen Ebene werden zusammen mit den
Spuren
aller Mantellinien von F von genau den Schnitten solcher Ebenen mit .F
gebildet,
die durch einen(und denselben)
auf .Lliegenden
nicht-singulären
Punkt von Fgehen.
Ist F einereguläre Quadrik,
so ent-steht F aus F durch
Entfernung
zweier verschiedener einander treff- enderErzeugenden Li
undL2,
und die Geraden der affinen Ebene sind genau alle Schnitte von F mit solchenEbenen,
die durch.L1 gehen.
Ist schließlichF die Regelfläche
dritterOrdnung
von Chasles-Cayley,
so entsteht F aus .I’ durch die Herausnahme der minimalenLeitgeraden
L sowie einer von ihr verschiedenenErzeugenden G;
dieGeraden von F sind dann entweder die
Spuren
aller Schnitte von .~’in F mit solchen
Ebenen,
die durch Ggehen,
oder dieSpuren
allerSchnitte von F in 1~’ mit
Ebenen,
die L enthalten. Läßt sichdagegen
der Abschluß .F nicht in den dreidimensionalen
projektiven
Raumeinbetten,
so ist er das Bild der Veroneseschen Fläche des fünfdimen- sionalen Raumes unter einerProjektion,
die keinalgebraischer
Iso-morphismus
ist und als Zentrum einen außerhalb von F befindlichen Punkt hat. F ist vielmehr soalgebraisch isomorph
zurprojektiven
Ebene
P2’
in der aberPunktepaare
deruneigentlichen
Geraden Gmittels einer Involution aus identifiziert worden
sind,
daßden Blöcken von 1~ die affinen Geraden von
entsprechen.
Die Klassifikation der dual affinen
Ebenen,
die sich auf einer Varie- tät so darstellenlassen,
daß die Blöcke irreduziblealgebraische
Kurvensind,
läßt sich auf dieBestimmung
der affinenalgebraischen
Ebenenzurückführen: Faßt man nämlich die Klassen
paarweise paralleler
Punkte als Gesamtheiten
algebraischer
Punkte von neuen, y eine Pa- rallelenschar bildenden Blöckenauf,
so erhält man einealgebraische
affine Ebene.
Möbiusebenen sind in vielerlei Hinsicht seltene Geometrien. So kennt man nur zweierlei Sorten endlicher Möbiusebenen
(vgl.
Dem-bowski, Kap. 6)
und von den auftopologischen Mannigfaltigkeiten
realisierbaren nur
solche,
die auf der2-Sphäre
darstellbar sind(Stram-
bach
[1970], [1972]).
Groh hatneuerdings [1973] bewiesen,
daß die2-Sphäre
dieeinzige topologische kompakte Mannigfaltigkeit ist,
dietopologische
Möbiusebenentragen
kann. DieserAspekt
des seltenen Vorkommens von Möbiusebenen außerhalb der2-Sphäre
wird füralgebraische
Möbiuebenen vollaufbestätigt.
Auf keiner Varietät F läßt sich nämlich eine Möbiusebene sorealisieren,
daß ihre Blöcke irreduzible Kurven von F wären.Für
Laguerre-Ebenen
fälltdagegen
die Realisierbarkeit auf Varietä- tengünstiger
aus. Sind die Blöcke der auf einer Varietät ~’ realisiertenalgebraischen Laguerregeometrie
ebene irreduzible Kurven oder läßt sich F in den dreidimensionalenprojektiven
Raum über einemalge-
braisch
algeschlossenen Körper 1; einbetten,
so existiert(zu jedem algebraisch abgeschlossenen) Körper k
bis aufprojektive
Transforma- tionen genau eineLaguerre-Ebene,
deren Blöckealgebraische
irredu-zible Kurven auf F sind: Sie läßt sich auf einem
quadratischen Kegel
über k mit
herausgenommenem singulärem Punkt p (Spitze) darstellen;
ihre Blöcke sind genau die Schnitte von F mit solchen
Ebenen,
die p nichtenthalten,
und diealgebraischen
Punkte derSpuren
von Mantel-linien des
Kegels
in F bilden die Klassenparalleler
Punkte.(Hat
derKörper k
die Charakteristik2,
sofolgt
dieEinzigkeit
desquadrati-
schen
Kegels
über k etwa nachArf,
Satz6,
S.157.)
Ist derprojektive
Abschluß F der eine
algebraische Laguerreebene tragenden
Varietät Fsingularitätenfrei
oder in einemprojektiven
Raum normal(Bertini
S.
217),
so ist Falgebraisch isomorph
zu einerNormregelfläche
derKlasse
2 (r - 3)
mitungeradem r > 3,
wobei im Falle derRegularität
von F sogar
r>5 gilt.
Ist nun derprojektive
Abschluß F der einealgebraische Laguerregeometrie tragenden
Varietät F eineRegel- fläche,
so ist sie Bild einer rationalenNormregelfläche
F der Klasse2 (r - 3)
mitr > 3
unter einer im Satz 9.1 genauer beschriebenenProjek-
tion
0’; F
entsteht aus.F’,
indem man das Bild der Minimalleitkurve MA
von F unter a entfernt. Die Blöcke von der auf .F realisierten
Laguer-
reebene sind Urbilder der Kreise der
isotropen
Ebene(Benz-Mäurer § 5)
unter einer im Satz 9.1 beschriebenen birationalen
Abbildung; desglei-
chen
gilt
für die Klassenparalleler
Punkte.In der Theorie der
topologischen Geometrien,
die sich auf einertopologischen Mannigfaltigkeit
darstellenlassen, spielen
bei vielenUntersuchungen
dieKollineationsgruppen
dieserGeometrien,
die sichin allen
bislang
betrachteten Fällen alsLiegruppen herausgestellt haben,
eine entscheidende Rolle. In unseren
Untersuchungen
übernimmt hin- gegen dieseherausragende Stellung
dieGruppe
derProjektivitäten
eines Blocks auf
sich;
sie besteht nämlich ausalgebraischen
Auto-morphismen
einer irreduziblenalgebraischen Kurve,
und die Auto-morphismengruppen algebraischer
Kurven sind bestens bekannt(Ro- senlicht).
Mit Hilfe derProjektivitätengruppe
ist es nichtschwer,
dasGeschlecht der
projektiven Abschließungen
von Blöcken zu bestimmenund zu
beweisen,
daßjede algebraische
Geometrie extremstrengen Schließungssätzen genügt (Satz 3.2,
Satz3.3,
Korollar6.2).
Zum Schluß möchten wir nochmals
hervorheben,
daß die Klassi- fikation der Geometrientragenden
Varietäten und derzulässigen Systeme
von Blöcken meistens bis aufprojektive Äquivalenz
durch-geführt
wird.B EZEICHNUNGEN UND FESTSETZUNGEN. Mit
JT 3K
bzw. bezeich-nen wir die
Standgruppe
der auf einerMenge
3Koperierenden
Trans-formationsgruppe I’;
es ist genau dieUntergruppe von
die 9K(als Ganzes)
bzw. die sowohl den Punkt x als auch denPunkt y
festläßt.Die
(algebraische) Isomorphie
zweier Varietäten wird manchmal durch~ kenntlich
gemacht.
Eine
quasiprojektive
Varietät ist einebezüglich
derZariski-Topo- logie
offene(und
daherdichte) Teilmenge
einerprojektiven
Varietät.Es sei k ein kommutativer
algebraisch abgeschlossener Körper.
Istdann a ein Ideal des
Polynomringes k[X],
so nennen wir die Nullstel-lenmenge
von a eineabgeschlossene algebraische Menge
in kn(vgl.
Mumford S.
11).
Unter einerprojektiven
bzw. affinen irreduziblen Varietät Y über demalgebraisch abgeschlossenem Körper k
verstehenwir in dieser Arbeit die
Nullstellenmenge
eines(im projektiven
Fallhomogenen)
Primideals vonk[X]
im n-dimensionalenprojektiven
bzw.affinen Raum S über einem
Universalkörper
S~(Zariski-Samuel, Chop VII, § 3,
S.167,
Cor. 1 and van der Waerden[1959] § 118).
Da bekanntlich die
algebraischen
Punkte(d.h. Punkte,
deren Koordi-natenringe Quotientenkörper haben,
diealgebraische Erweiterungen
von k
sind)
dicht in Vliegen (vgl.
etwaLang
S.76)
und V daher durch sie bestimmtist,
werden wir manchmalstillschweigend
die Gesamtheit deralgebraischen
Punkte von V’ schon mit TT identifizieren und eine(affine
bzw.projektive) irreduzible
Varietät V auch als die Nullstel-lenmenge
eines(im projektiven
Fallhomogenen) Primideals p
vonk[X]
im n-dimensionalenprojektiven
bzw. affinen Raum S’ über demalgebraisch abgeschlossenen Körper k
auffassen(vgl.
Zariski[1947],
S.5-6).
Eine Prävarietät(X, o,)
ist eintopologischer
Raum Xzusammen mit einer
Garbe o,
vonk-Algebren
aufX,
so daß die Halme dieser Garbe lokaleRinge
sind und X eine endlicheÜberdeckung
durchoffene
Mengen
Ubesitzt,
so daß die Restriktionen von o, auf die Men- gen U affine Varietäten sind.(Diese
Definition stimmt mit der vonBorel S. 23 überein und unterscheidet sich von der in Mumford S. 48
gegebenen
nurdadurch,
daß X nichtzusammenhängend
seinmuß.)
Ist der einer Prävarietät Q3
zugrundeliegende topologische
Raumzusammenhängend,
so nennt man 23 irreduzibel. Unter einer(ab- strakten)
Varietät V verstehen wir(vgl.
Mumford S.68)
eine Prä-varietät,
so daß dieDiagonale
in Y x Vabgeschlossen
ist(Mumford
S.
69).
Eine Varietät V heißtvollständig,
wenn für alle Varietäten Y derProjektionsmorphismus
vonV X
Y auf Y eineabgeschlossene Abbildung
ist(Mumford
S.103);
sie heißtirreduzibel,
wenn sie alsPrävarietät irreduzibel ist.
Die
algebraischen Gleichungen,
die eine affine(projektive)
irre-duzible Varietät V’
beschreiben,
sind über demalgebraisch abge-
schlossenen
Köper k
irreduziblePolynome (Formen) (Hodge-Pedoe
S.6)
Zwischen affinen Varietäten und ihrenprojektiven
Abschlüssen besteht ein kanonischerZusammenhang (Zariski-Samuel, Chap. VII, § 3-§ 6, vgl.
aber auch Zariski[1969]
S. 1-4 oder Weir S. 9-14 oder Mumford S.11-22);
aus einerprojektiver
Varietät erhält man durch Heraus-nahme der
Hyperebene Xo =
0 eine affine und aus einer affinen Va- rietät durchHomogenisierung
ihres assozierten Ideals(Zariski-Samuel,
Chap. VII, § 5)
denprojektiven
Abschluß dieser Varietät. Daher istes
zulässig,
zwischen affinen undprojektiven
Koordinaten einer Va-rietät, je
nachLage
des Problem hin und her zupendeln.
Als
Punktmenge
einer auf einer k-Varietät V realisiertenalge-
braischen Geometrie wird stets die Gesamtheit aler
algebraischen (nulldimensionalen)
Punkte von TTangesehen.
Eine Veronesesche Fläche der
Ordnung n2
wird in denhomogenen
Parametern xo , durch die
Parameterdarstellung
mit
io
-f-i1
+i2
= n und0
E kgegeben,
wobei rechts sämtliche Mo-nome n-ten Grades in den x stehen
(Burau [1950],
S.21).
Eine aus-gezeichnete
Rolle unter den Veroneseschen Flächenspielt
die Vero-nesesche Fläche V vierter
Ordnung
im fünfdimensionalenprojektiven Raum,
die mittels(§)
Xij= und0 ~ ~O E k )
definiert werden kann(vgl.
auch Bertini S.363).
Die Geraden derprojektiven
Ebenegehen
unter derAbbildung (§)
in irreduzibleKegelschnitte
über. Dies trifft auch dann zu, wenn die Charakteristik desKörpers k gleich
2ist;
so kann z.B. das Bild einer Geraden yo = unter(§),
in-dem man der
Beziehungen
xoo =( byl
-r-cy2 ) 2 =
+gedenkt,
alsDurchschnitt der
folgenden Hyperebenen
beschrieben werden:Man kann
(auch
im Fallebeliebiger
Charakteristik vonk)
von derVeroneseschen Fläche Tr des fünfdimensionalen Raumes als der nor-
malen Bildfläche aller
Kegelschnitte sprechen,
denn die irreduziblenKegelschnitte
werden unter(§)
auf Kurven vierterOrdnung
von Vabgebildet.
Außerdemgilt,
daßjede Fläche,
die eine Fläche vonKegelschnitten (oo- Kegelschnitte) enthält,
die Veronesesche Fläche vierterOrdnung
oder einer ihrerProjektionen
ist(Bertini
S.369).
Hat der
Körper k
eine von 2 verschiedeneCharakteristik,
so kannman alles nützliche über Veronesesche und Steinersche Flächen Ber- tini
Kap.
15 und 16 oder Burau[1950],
S. 23-33 entnehmen. Die Steinersche Fläche kann man aber auch ohne Rücksicht auf die Charak- teristik von k alsProjektion
der Veroneseschen Fläche Tr des fünfdi- mensionalenprojektiven
Raumes von einer zur Ydisjunkten
Geradenauf einen dreidimensionalen
projektiven
Raum definieren(Bertini
S.
370).
1. Geometrische Axiome.
Es sei eine
Menge
.M~gegeben;
ihre Elemente wollen wir Punktenennen. Wir sagen daß auf M eine Geometrie realisiert
ist,
wenn dortein
System
(5 vonTeilmengen,
wir wollen sie Blöcke nennen, so aus-gezeichnet ist,
daßgewisse
Axiome erfüllt sind.Auf M
liegt
eineprojektive
Ebene vor, wenngilt:
(a 1 )
Mit zwei verschiedenen Punkten inzidiert genau ein Block.(ac 2)
Zwei verschiedene Blöcke haben genau einen Punktgemeinsam.
(a 3)
Esgibt
vier verschiedenePunkte,
von denen keine drei in einem Block enthalten sind.Ist M die Gesamtheit der
algebraischen
Punkte einer k-Varietät(k
einbeliebiger
kommutativeralgebraisch abgeschlossener Körper)
undsind die Blöcke
(aus e) algebraische
Punktealgebraischer
irredu-zibler Kurven von .IVI
(d.h.
irreduzible Untervarietäten von M der Dimension1),
sosprechen
wir genau dann von eineralgebraischen projektiven Ebene,
wenn außerdem eine afhne Unterebene von ~VIalge-
braisch ist in dem in diesem Abschnitt noch zu definierenden Sinn.
(Oft
werden wir aber auch dieKurven,
derenalgebraische
Punkteeinen Block
bilden,
selbst als Blöckebezeichnen.)
Ist die
Punktmenge
M dieprojektive
Ebene überk,
so besteht 6aus lauter ebenen
algebraischen Kurven,
und wegen des Satzes von Bezout(vgl.
etwa Fulton S.112)
haben dannje
zwei Blöcke stets mindestens einen Punktgemeinsam;
daher kann man im Fall derprojektiven
Ebene alsPunktmenge
dieForderung (a 2 )
durch diefolgende,
zu(a 2) äquivalente,
ersetzen:(a 2’)
Zwei verschiedene Blöcke haben höchstens einen Punktgemein-
sam.
Auch
( a 3)
kann füralgebraische projektive
Ebenen formal etwa wiefolgt abgeschwächt
werden.(a 3’)
Nicht alle Punkte von Mliegen
auf einem Block.Es seien
LI
und.L2
zwei verschiedene Blöckeund p
einPunkt,
derweder mit
LI
noch mit.L2
inzidiert. Zujedem
Punkt x auf.L1
existiert genau ein p enthaltender BlockB~,
der mit x inzidiert.Durch die
Zuordnung
werden dann die Punktevon
L1
umkehrbareindeutig
auf die Punkte von.L2 abgebildet.
c heißtdie
Perspektivität
zwischenL1
undL2
mit dem Zentrum p. DurchHintereinanderausführung
vonPerspektivitäten
entstehenProjekti-
vitäten. Die
Projektivitäten
eines Blocks G auf sich bilden eineGrup-
pe
II(G),
die auf den Punkten von G dreifach transitivoperiert (Pick-
ert S.
9).
SindG, und G2
zweiBlöcke,
so sind dieGruppen II(Gl)
undisomorph,
denn ist b einebeliebige Perspektivität
vonG1
aufG2,
so
gilt b-lII(Ol)
b =II(G2) (vgl.
etwa Dembowski S.160).
DieGrup-
pe
II(G)
ist genau dann scharf dreifachtransitiv,
wenn auf M einepappossche
Ebene realisiert ist(Pickert
S.139).
Wir sagen, daß auf M eine affinen Ebene
vorliegt,
wenn diefolgen-
den Axiome erf üllt sind:
(b 1)
Durch zwei verschiedene Punktegeht
genau ein Block.(b 2)
Durchjeden
nicht auf einembeliebigen
Block Gliegenden
Punkt p
geht
genau ein BlockT,
der mit G keinen Punktgemein-
sam
hat;
mansagt,
T ist die Parallele zu G in p.(b 3)
Esgibt
vierPunkte,
die nicht in einem Block enthalten sind.Blöcke,
die entwedergleich
sind oder keinen Punktgemeinsam haben,
nennt manparallel.
Diese Parallelitätsrelation ist eineÄquiva-
lenzrelation und führt zur
Einteilung
derMenge
aller Geraden in Paral- lelscharen. Es seienLi
undL2
zwei Blöcke und 91 eineParallelenschar,
zu der weder
Li
noch.L2 gehört;
danngeht
durchjeden
Punkt x E.~1
genau ein Block
Gx
aus % und dieAbbildung
a : definierteine
Parallelperspektivität
zwischenLi
und.~2.
Durch Hintereinan-derausführung
vonParallelperspektivitäten
erhält manParallelprojek- tionen,
und dieParallelprojektionen
eines Blocks B auf sich bilden eineGruppe
die auf den Punken von B zweifach transitivoperiert.
Die
Gruppen T(Bi)
undr(B2)
zweier BlöckeB,
sind stetsisomorph.
Die
Gruppe T(B)
ist genau dann scharf zweifachtransitiv,
wenn dieauf .1~ realisierte afhne Ebene
desarguessch (aber
nichtnotwending pappossch)
ist. Aus der scharfen zweifachen Transitivität vonfolgt zunächst,
und zwar auf zweierleiWeise,
daß die afhne Ebene E eine Translationsebene ist. Einmal läßt sich in ihr mit Hilfe vonein Abstandsverhältnis definieren
(vgl. Schleiermacher § 1,
S. 314 und Lemma5),
und zum zweiten wird dieGruppe
derProjektivitäten
schon durch die
Menge
derAbbildungen r -
a o x + b mit a, b E B dar-gestellt,
wenn G als die V-Gerade einesBezugsystems (vgl.
Pickert1.5)
genommen wird und « o » sowie «
-E- >>
die ternärenOperationen
bedeuten(Pickert, 8.5).
Daß die Translationsebene E denRang
2 über ihremKern
hat, folgt
sofort nachSchleiermacher,
Korollar auf S. 315.Man
spricht
von einer dual affinen Ebene aufM,
wenn auf denPunkten von M eine
Parallelitätsrelation,
die eineÄquivalenzrelation
ist,
sogegeben ist,
daßgilt:
(c 1 )
Durch zwei nichtparallele
Punktegeht
genau ein Block.(c 2)
=(b 2).
(c 3) Ist p
ein Punkt und G einBlock,
so existiert auf G genau einzu p
paralleler
Punkt.(c 4)
Esgibt
drei nichtparallele Punkte,
die nicht in einem Block enthalten sind.Faßt man
jede
Klasseparalleler
Punkte als einen Blockauf,
sowird jeße
dual afhne zu einer affinen Ebene. Sind nun.Ll
undL2
zweiverschiedene Blöcke und % eine Schar
paralleler Blöcke,
so daß keinesder
.L~
zu %gehört,
so kann man wiederum dieParallelperspektivität
zwischen
Ll
undL2 bezüglich 9t definieren,
und von derGruppe
von
Projektivitäten
eines Blocks 6 auf sichsprechen. operiert
auf den Punkten von G zweifach transitiv. Scharf zweifach transitiv ist sie genau
dann,
wenn die auf M realisierte dual afhne Ebene desar-guessch
ist.Ist M die Gesamtheit aller
algebraischen
Punkte einer k-Varietät(k
ist einalgebraisch abgeschlossener Körper)
und sind die Blöche(über
Klassenparalleler
Punkte wird nichtsausgesagt)
einer auf M realisierten affinen bzw. dual affinen Ebenealgebraische
Punktealge-
braischer irreduzibler Kurven von
.lVl,
sosprechen
wir von einer aufM realisierten
algebraischen
affinen bzw.algebraischen
dual affine Ebene genaudann,
wenn diefolgenden Abbildungen
birational sind:Jede
Perspektivität,
die den Punkten eines Blocks S die mit ihnen inzidenten Blöcke einer S nicht enthaltenden Klasseparalleler
Blöckezuordnet sowie
jede Perspektivität,
die den Blöcken einer Parallel- klasse 3i von Blöcken ihreSchnittpunkte
mit einem nicht zu 3egehö-
renden Block
zuweist;
dabeitrage
die Parallelklasse 3E die zu einem Blockisomorphe
Struktur eineralgebraischen Varietät,
die ihr durch dieSchnittpunkte
mit einem festen nicht zugehörendem
Blockaufgeprägt
wird. Es istklar,
daß die ebengeschilderten Abbildungen
genau dann birational
sind,
wenn die affinenPerspektivitäten
bira-tionale
Abbildungen
sind.(Oft
werden wir aber auch dieKurven,
deren
algebraische
Punkte einen Blockbilden,
selbst als Blöcke be-zeichnen. )
Ist auf .M~ eine
projektive,
afnne oder dual affine Ebenedargestellt,
so sagen
wir,
auf lVlliegt
eine Geometrie vomTyp
2 vor. Auf M isteine
algebraische
Geometrie vomTyp
2realisiert,
wenn dort einealgebraische projektive,
affinen oder dual affine Ebenevorliegt.
Die
Punktmenge
Mträgt
eineMöbiusebene,
wenn dasSystem
(5von Blöcken den
folgenden Bedingungen genügt:
(d 1)
Durch drei verschiedene Punktegeht
genau ein Block.(d 2)
Ist T einbeliebiger
Blockund q
ein Punkt aufT,
so existiertzu
jedem
nicht mit T inizidenten Punkt p genau ein BolckB1d
der durch p
geht
und mit T genau denPunkt q gemeinsam
hat.Man
sagt, Bp
ist der Berührblock von p an T im Punkt q.(d 3)
Esgibt
vier verschiedene nicht auf einem Blockliegende
Punkte.Eine
Laguerre-Ebene
ist auf lVl genau dannrealisiert,
wenn dorteine Parallelitätsrelation so
gegeben ist,
daß für die Blöckegilt:
(e 1 )
Durch dreipaarweise
nichtparallele
Punktegeht
genau ein Block.(e 2)
Ist T einbeliebiger
Blockund q
ein Punkt aufT,
so existiertzu
jedem
nicht mit T inzidenten Punkt p, der zu q nichtparallel ist,
genau ein Block der durch pgeht
und mit T genau denPunkt q gemeinsam
hat. Mansagt, Bp
ist der Berührblockvon p an T in q.
(e 3)
Ist H einbeliebiger
Block und p einPunkt,
so existiert auf H genau ein Punkt q, der zu pparallel
ist.(Inzidiert
p mitH,
so ist p =
q.)
(e 4)
Esgibt
vierpaarweise
nichtparallele Punkte,
die nicht in einem Block enthalten sind.Sei p ein Punkt einer Möbius- bzw.
Laguerrebene
M. Entferntman aus M den
Punkt p
bzw. die Klasse der zu pparallelen Punkte, je
nachdem ob eine Möbius- oderLaguerreebene vorliegt,
und betrach- tet die mit p inzidenten Blöcke(ohne
dieherausgenommenen Punkte)
als Geraden einer Inzidenzstruktur so erhält man eine affine bzw.
dual afhne
Ebene, je
nachdem ob M eine Möbius- bzw.Laguerreebene
gewesen
ist;
bezeichnen wir als eine Unterebene von M.Es seien
Li
undL2
zwei verschiedene Blöcke einer Möbius- bzw.Laguerreebene
M und zweiPunkte; gilt
so seip, 0 L2
und
liegt
eineLaguerreebene
vor, so seien PI und P2 darüber hinaus nichtparallel.
Ist so betrachten wir die der mit pi
und p, inzidenten Blöcke von M. Zu
jedem
Punkt x aufLx (der
imFall einer
Laguerreebene
nicht zu p,parallel ist), gibt
es in 3l genau einen BlockBx,
der mit x inzidiert(Ist
x - p" so istBx
der Blockaus
~,
der.L1
in PIberührt.)
Der BlockBx
trifftL2
entweder noch in einem von p, verschiedenenPunkt y
oder berührtL2
im Punkte P2’Wir können nun die Punkte von
.L1
durch diefolgende Zuordnung
ot, die man einePerspektivität
vonL,
aufL2 nennt, bijektiv
auf diePunkte von
.L2
abbilden. Wir definieren xa = y, fallsL21
= 2ist,
und x = p, für denFall,
daßBx
den Block.L2
berührt(vgl.
Groh[1973], § 2).
Ist M eineMöbiusebene,
so ist diePerspektivität
ot damiterklärt. Ist M eine
Laguerreebene,
sogibt
es aufL,
genau einenPunkt,
der zu P2
parallel
ist und durch den daher kein Block aus 3lgeht;
diesem Punkt weisen wir als Bild unter ot den auf
.~2 liegenden
zu PIparallelen
Punkt zu, und ce ist auch für eineLaguerreebene
wohlde-finiert. Gilt PI = P2’ so wählen wir aus M als die
Menge 3i
ein wederLi
noch
L2
enthaltendes Berührbüschel vonBlöchen,
die mit pl inzidieren(d.h.
eine Parallelenschar in der Unterebene diePerspektivität
awird dann in M von der durch 3i in der Unterebene
Mp
bestimmtenParallelperspektivität
induziert. DurchHintereinanderausführung
vonPerspektivitäten
entstehen wiederumProjektivitäten
von M. DieProjektivitäten
eines(und
damitjedes)
Blockes G auf sich bilden eineGruppe Z,
die auf G dreifach transitivoperiert.
Hat M minde-stens 14 Punkte
auf jedem Block,
sooperiert 1
auf G sogar genau dann scharf dreifachtransitiv,
wenn Mmiquelsch ist,
d.h. darstellbar als die Geometrie der ebenen Schnitte einerQuadrik
bzw. einesKegels
(Freudenthal-Strambach, Benz, [1960], Benz-Mäurer).
Ist M wiederum die Gesamtheit aller
algebraischen
Punkte einerquasiprojektiven
Varietät ~tl und sind die Blöcke(über
Klassenparaller
Punkte wird keine
algebraische Voraussetzung gemacht)
einer auf ~VI realisierten Möbiusebene bzw.Laguerregeometrie algebraische
Punktevon
algebraischen
irreduziblen Kurven vonM,
soliege
auf 1f genau dann einealgebraische
Möbius- bzw.Laguerre-Eben
vor, wennjede
afhne bzw. dual affine Unterebene der Möbius- bzw.
Laguerreebene algebraisch
ist.(Oft
werden wir aber auchKurven,
derenalgebraischen
Punkte einen Block
bilden,
selbst als Blöckebezeichnen.)
Die
folgende Aussage
werden wir oft ohne ausdrücklichen Hinweis verwenden:SATZ 1.1. Es sei
auf
einer V’acrietät V eine Geometrie vomTyp
2oder eine Möbius-
bzw. Laguerre-Ebene
sorealisiert, daß
ihre Blöckealgebraische
irreduzible Kurvenauf
V sind. Dann ist Vebenfalls
eine ir-reduzible Varietät.
BEWEIS.
Angenommen,
V wäre relativ zumKörper k
reduzibelund zerfiele in mindestens zwei verschiedene
Zusammenhangskom- ponenten V; .
Dajeder
Block B irreduzibelist,
muß B in genau einerZusammenhangskomponente
von V enthalten sein. Sei x ein(alge- braischer)
Punkt vonVi,
Wir betrachten dieMenge X
allerBlöcke,
die mit x inzidieren. Ist
dann y
ein nicht zu xparalleler (algebraischer)
Punkt von
V,
sogibt
es in X einen BlockC, der y
enthält. Da C CVi gilt, gehört auch y
zuVia,
Daher sind alle(algebraischen)
Punktevon
V,
die nichtzu V, gehören, parallel
zu x. Sei .L einbeliebiger
Block aus X
und y
ein(algebraischer)
Punkt aus der also zu xparallel
ist. Dajeder
Block nur einen(algebraischen)
Punkt einer Parallelklasseenthält, gibt
es auf .~ einen(algebraischen)
Punkt z, der nicht zu yparallel
ist. Daher existiert aber ein irreduzibler BlockJ,
der sowohl z als
auch y enthält,
und dies ist wegenJ C Vi
nichtmöglich.
Nach
Breitsprecher [1972]
hätte man unter eineralgebraischen
Geometrie eine solche Inzidenzstruktur zu
verstehen,
deren Punkt- und Block mengealgebraische
Varietäten sind und in der die geome- trischenOperationen
ausalgebraischen Morphismen
bestehen. Es istklar,
daß sowohl die Möbius- undLaguerreebenen
als auch die Geo- metrien vomTyp 2,
falls siealgebraischen
Geometrien im Sinne vouBreitsprecher sind,
auchalgebraische
Geometrien in dem von unsdefinierten Sinn
darstellen,
wenn nur die Blöcke aus Kurven bestehen.Daß wir als Blöcke einer Geometrie
algebraische
Kurvennehmen,
erscheint auf den ersten Blick zu eng, doch ist diese
Forderung
fürviele Arten
algebraischer
Geometrien im Sinne vonBreitsprecher
untersehr milden
Voraussetzungen
von selbst erfüllt. Dies dokumentiert der nächsteSatz,
dessen Beweis für den Fall vonprojektiven
Ebenenich einer
Mitteilung
von U. Ott verdanke.SATZ 1.2. Es sei P eine
projektive
Ebene bzw. eine Möbius- orderLaguerregeometrie,
sodaß
sowohl die der Punkte als auch dieMenge p
der Blöckealgebraische
Varietäten bilden. Ist.P eineprojektive
Ebene und 0 bzw. V die
Diagonale von p
bzw. 2 x58,
so seien diedas Verbinden und Schneiden beschreibenden
Abbildungen
algebraische Morphismen.
Ist P eine Möbius- orderLaguerreebene,
sosei die zu
jedem
Punkt eines Blocks Lgehörige affine
Unterebene(die
im Falle einer
Laguerregeometrie
aus der dualaffinen
Unterebene durch Hinzunahme der Klassenparalleler
Punkte als neuer Geradenentsteht)
eine
algebraische affine
Ebene im Sinne vonBreitsprecher, d.h.,
injeder
solchen Unterebene seien die das
Verbinden,
Schneiden und Parallelen- ziehen beschreibendenAbbildungen algebraische Morphismen.
Ist dannein
(und damit) jeder
Block von P einevollständige zusammenhängende
Teilvarietät
von i1
und sind im Falle einerLaguerreebene
die Klassenparalleler
Punkteebenfalls algebraische zusammenhängende
Teilvarie-täten der
Punktmengen,
so istjeder
Block von P sogar eine irreduziblealgebraische
Kurve.BEWEIS.
Da jede Perspektivität
von Pbzw. jeder
Unterebenevon P birational
ist,
haben alle Blöcke diegleiche
Dimension.Ange-
nommen, der Block L habe die Dimension In L
liegt
dann eine(bezüglich
derZariski-Topologie) abgeschlossene,
alsovollständige zusammenhängende
Untervarietät .K der Dimension n -1. DasKomplement .LB.K
ist eine nichtleere offene Teilvarietät vonL,
diewegen
n ~ 1
zwei verschiedene Punkte p und s enthält. Sei nun ein Block durch p, der im Falle einer Möbius- bzw.Laguer-
reebene auch durch s
gehen möge.
Da
LEK
eine offene Teilvarietät von L ist undgilt, liegt
in
LBg
ein sowohl von p als auch von s verschiedener Punkt q. Mit S sei ein von L verschiedener Blockdurch q bezeichnet, der,
falls eine Möbius- oderLaguerreebene vorliegt, Q
im Punkt p berührt. Esgibt
eine offeneUmgebung
yV’ von p inQ,
die eine affine Teilvarietätvon
Q
ist. Dann ist dasKomplement
nichtleereabgeschlossene,
alsovollständige
Teilvarietät vonQ.
Wir betrachtendie durch die
disjunkten
Teilvarietäten Z und :g bestimmte Block-menge ?):
Ist P eine Möbius- oderLaguerreebene,
sosei ?)
die von Zund .K in der affinen Unterebene
Pp
bestimmteMenge
von Geraden(die
durch das Verbinden eines Punktes von Z mit einem aus Kentsteht);
man beachtedabei,
daß keine Geradeaus 03B2 parallel
zu Sverläuft. ?)
ist dann eine zualgebraisch isomorphe,
also voll-ständige
Teilvarietät T derBlockmenge
~. Mit a seidiejenige
Ab-bildung bezeichnet,
diejeder
Geraden aus T(im
Falle einer Möbius- bzw.Laguerreebene
arbeitet man in der affinen Unterebene ihrenSchnittpunkt
mit Szuordnet;
da keine Gerade aus T in der Unter- ebenePp
zu Sparallel ist,
ist dieAbbildung
ce auch im Falle einer Möbius- bzw.Laguerreebene
wohldefiniert. Da das Schneiden in derprojektiven
Ebene P einalgebraischer Morphismus
ist bzw. die zu pgehörige
affine UnterePv (falls
eine Möbius- oderLaguerreebene
vor-liegt) algebraisch
im Sinne vonBreitsprecher
seinsoll,
ist das Bilda(T )
dervollständigen
Varietät T unter ce ebenfalls eineabgeschlos-
sene und daher
vollständige
Teilvarietät von 8(Mumford
S.104).
Die Varietät
IX(T)
kannwegen q e a(T )
nichtganz S ein,
und dasKomplement
C vona(T )
in 8 ist eine offene nichtleere Teilvarietätvon
~’;
also enthält C außer desPunktes q
noch einen weiteren Punkt z, der sogar als weder auf L nochauf Q liegend vorausgesetzt
werdendarf.
Projiziert
man nun vom Punkt z als Zentrum die Gerade L auf dieGerade Q (liegt
eine Möbius- bzw.Laguerreebene
vor, so arbeitetman in der afhnen Unterebene
Pp
undprojiziert q}
nachQ),
so ist das Bild
K03B2
unter dieserAbbildung
einevollständige
Teil-varietät
(Mumford
S.104),
die nicht nur inQ,
sondern sogar in der afhnen Varietät enthalten ist.Das Bild einer
vollständigen zusammenhängenden
Varietät in einer afhnen ist aber ein Punkt(Mumford
S.104),
woraus sich n -1= 0und n = 1
ergibt.
2. Die Blöcke einer
algebraischen
Geometrie.Unter einer irreduziblen Kurve C verstehen wir eine
bezüglich
derZariski-Topologie zusammenhängende
offeneTeilmenge
einer voll-ständingen
eindimensionalen Varietät(über
einemalgebraisch abge-
schlossenen
Körper k).
Dajede
solche Kurve C einequasiprojektive
Varietät ist
(vgl. Safarevic [1972]
S.355),
ist es sinnvoll von ihrerprojektiven Abschließung
C zu reden.HILFSSATZ 2.1.
Au f
einer(k
ist einalgebraisch abge-
schlossener
Köper)
sei einealgebraische
Geometrie vomTyp
2definiert.
Dann ist
jede (geometrische) Projektivität
eines BlocksTl auf
einen BlockT2
eine(über
kdefinierte)
birationaleAbbildung
zwischen den pro-jektiven Abschließungen 1B
undT2
vonTl
bzw.T2.
BEWEIS.
Algebraische
ausalgebraischen
Funktionen zusammen-gesetzte
Funktionen sindalgebraisch,
und die Hintereinanderaus-führung
zweier birationalerAbbildungen
ist wieder birational.Da jede Projektivität n
vonTi
aufT~
als Produkt von endlichvielen
Perspektivitäten 1,
... , n vonGj
aufGj+,
darstellbar ist undjeder
der BlöckeGj
einequasiprojektive
Kurveist,
können wirvoraussetzen,
daß alle BlöckeG,
in demselbenprojektiven
Raumenthalten sind und von
projektiven Abschließungen Ti
von’11i
reden.Es
genügt
dann nur zuzeigen,
daß einePerspektivität bezüglich
einer
beliebigen Parallelenschar ~
einenIsomorphismus
zwischenTl
und
T2 vermittelt,
weil der BlockTi jeweils
eine offene und dichteTeilmenge
derprojektiven Abschließung Ti
ist.Voraussetzungsgemäß
sind nun alle
Abbildungen,
die dem Punkt einerbeliebigen
Geraden Kdie mit ihm inzidente Gerade einer Parallelenschar
zuordnen, algebra-
ische
Isomorphismen.
Da
jeder (algebraische)
Punkt vonT2
alsSchnittpunkt
vonT2
mit einem Block
aus 8
erhalten werdenkann,
vermittelt diedurch
bewirkte
Perspektivität
03B2 vonTl
aufT2
einenalgebraischen
Isomor-phismus
zwischen.T1
undT2,
weil sie umkehrbar ist. Da der BlockTl
in seinerprojektiven Abschließung Ti jeweils
als offeneTeilmenge dichtliegt,
induziert 03B2 zwischenT
iund T2
eine birationale Abbil-dung,
und der Hilfssatz ist bewiesen.LEMMA 2.2. Sei L eine irreduzible über einem
algebraisch abge-
schlossenen
Körper
kde f inierte algebraische
Kurve und r eineGruppe algebraischer Automorphismen
von L. Hat derprojektive Abschluß
L derKurve L das Geschlecht
g 1,
so ist dieStandgruppe rx endlich,
wennnur der
(algebraisch)
Punkt x von L keinFixpunkt
unter rist.BEWEIS. Die
projektive
über k definierte Kurve L besitzt einnichtsinguläres
Modell C(Abhyankar
S.236);
daher existiert ein(über k definierter)
endlicherMorphismus f
von C aufL,
der auf einer offenenMenge
von Leineindeutig
ist. JederAutomorphismus y
E r definierteine rationale
(über k definierte) Abbildung .ho f
zwischen C undL.
Da C eine normale Varietät
ist, folgt
etwa nach dem Theorem 7 ausZariski
[1943],
daßyo f eindeutig
zu einem(über k definierten) Morphis-
mus fortsetzbar
ist;
dieser sei wiederum mityo f
bezeichnet. ZweiMorphismen yl o f
undY20f
unterscheiden sich um einenAutomorphismus
7: von
C, d.h. ,
9 esgilt (Fulton
S.180.)
Es bezeichnenun 8 die volle
Automorphis-mengruppe
von C und % die endlicheMenge
der Urbilder des Punktes x auf .Lbezüglich
desMorphismus f.
Ist
8n
dieUntergruppe
von0,
die in(als Ganzes)
invariantläßt,
so istdie
Standgruppe I’x jedenfalls
dannendlich,
wenn8tt
endlichist,
denndie Elemente
yio f
mit yi EFx
unterscheiden sich um ein Elementaus Ist z ein Punkt aus so ist
On
genau dannendlich,
wenndie
Standgruppe 0"
endlich ist. Ist 0 eine unendlicheGruppe,
soenthält sie einen abelschen Normalteiler N von endlichem
Index,
fürden nach Rosenlicht S. 7