C OMPOSITIO M ATHEMATICA
W ALTER S AXER
Über eine Verallgemeinerung des Satzes von Schottky
Compositio Mathematica, tome 1 (1935), p. 207-216
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Über eine Verallgemeinerung des Satzes
von
Schottky
von
Walter Saxer
Zürich.
Das Ziel dieser
Untersuchung
bestehtdarin,
denfolgenden
Satzzu beweisen:
f(z)
seifür 1 z 1
1 eineregulâre
Funktion mit derTaylor- Entwicklung
Es seien die p + 1 ersten
Koeffizienten
ai derBedingung unterworfen,
wobei dieki irgendwelche
reellepositive
Zahlen be- deuten.f(z)
besitze im Einheitskreise hôchstens pNullstellen,
und es existiere ein solcher.Kreisring
r] z 1
1, sodaß
in demselben hôchstens q Punkteliegen,
in welchenf(z)
den Wert 1 annimmt.q bedeute eine
positive
ganze Zahl> p.
Danngibt
es eine nur vonden
ki,
p, q, sowie von * und rabhiingende Schranke S (ko, k1, ... , kp,
p, q,
r, iû),
soda,6 f ür z 1
1 - e dieAbschâtzung
gilt.
Für S kann z.B. diefolgende
Funktion verwendet werdenwobei C eine unbekannte Konstante
bedeutet,
die nur von den Zahlenko, k1, ... , kp,
p, q, r, nicht aber von iûabhiingig
ist.Man erkennt in diesem Satze sofort eine
Verschârfung
der Ver-allgemeinerung
des klassischen Satzes vonSchottky,
wie sieseiner Zeit von Bieberbach
’-)
undMontel 2 ) gleichzeitig
und1) L. BIEBERBACH, Über die Verteilung der Null- und Einsstellen analytischer
Funktionen [Math. Ann. 85 (1922), 141-148].
2) P. MONTEL, Sur les familles quasi-normales de fonctions holomorphes [Mém. Acad. Belgique, Classe des Sciences, (2) 6 (1922), 1-41] oder
P. MONTEL, Leçons sur les familles normales de fonctions analytiques et leurs applications [Collection Borel, Paris (1927), (69-74, 88-92)].
unabhângig
von einander bewiesen wurde. DieVerschârfung
istdoppelter
Natur:1. Bieberbach und Montel haben
vorausgesetzt,
daB dieFunktion im ganzen Einheitskreise
hôchstens q
Einsstellen be- sitzensoll,
wâhrend ichlediglich
die Existenz eines solchen Kreis-ringes mit 1 z =
1 als äußerePeripherie postuliere.
2. In den Vor-aussetzungen
meines Satzesspielt
dieMultiplizität
der 1-Stellen keine Rolle. Ich setze nur voraus, daB im kritischenKreisring hôchstens q
Punkteexistieren,
in welchen die Funktion den Wert 1 annimmt.Schlief3lich môchte ich auch darauf
hinweisen,
daß Bieberbach und Montellediglich
die Existenz von Schrankenbewiesen,
ohneAngaben
über ihreGrôl3enordnung
zu machen. Diefolgende
Methode
gestattet allerdings nicht, Aussagen
über die GrôBe der unbekannten Konstanten C zugeben.
Aber mit Hilfe feinererfunktionentheoretischer Mittel und
gewisser Abânderungen
derMethode
gelingt
es, auch numerische Schranken für denobigen
Satz zu
erhalten,
was an anderer Stelledargestellt
werden soll3).
Durch
Anwendung
des Satzes von Rouché und desPrinzips
der
vollstândigen
Induktiongelingt
es, denmitgeteilten
Satz aufden klassischen Satz von
Schottky
zurück zu führen. Bei derBestimmung
derGrô3enordnung
der Schranke muù natürlichverwendet
werden,
da13 die Schranke im Falle des klassischen Satzes vonSchottky
bekannt ist4).
§
1. Beweis der Existenz einer Schranke.Zunâchst werde ich
beweisen,
da13diejenigen Funktionen,
wel-che die
Voraussetzungen
meines Satzeserfüllen,
eine im Einheits- kreise normale Funktionsschar bilden.Wegen
der Beschrânktheit der Funktionswerte imNullpunkt
muB es sich dann um eine injedem Kreis
12013gleichmäßig
beschränkte Funktionsscharhandeln,
womit die Existenz einer Schranke im Sinne meines Satzesgesichert
ist. Den Beweis dieserBehauptung zerlege
ichin 2 Schritte.
1. Zunâchst betrachte ich das
Polynom
3) Ich hatte ursprünglich schlechtere, allerdings numerische Schranken be- rechnet. Herr OSTROWSKI machte mich in einem Gesprâch darauf aufmerksam, daB wahrscheinlich auch noch bei der obigen Konfiguration die mitgeteilte Schranke gültig sei.
4) Vergl. z.B. H. BOHR und E. LANDAU, Uber das Verhalten von Ç(s) und ’u(s)
in der Nâhe der Geraden a = 1 [Gôttinger Nachrichten 1910, 303-330 (321)].
209
Dieses
Polynom
besitzt alsMajorante infolge
der Beschrânktheit seiner Koeffizienten dasfolgende Polynom
Das Maximum
von P(z) 1
imabgeschlossenen
Einheitskreise werde mit m bezeichnet. Esgilt
m ist offensichtlich nur von den Koeffizienten ao, a,, ... , ap ab-
hângig.
Nun besitztf(z) folgende Eigenschaft:
Auf dem Rande
jedes
einfachzusammenhângenden,
den Null-punkt
enthaltenden und ganz im Innern des Einheitskreisesliegenden
Bereiches existiert mindestens einPunkt,
in demf (z) 1 m 5).
Wâre dies nicht der
Fall,
so bestânde in sâmtliehen Rand-punkten
dieUngleichung
Nach dem Satz von Rouché müBten demnach die Funktionen
f(z)
undf(z) - P(z)
in diesem Bereich diegleiche
Anzahl Null- stellen besitzen. DieTaylorentwicklung
vonf(z)
-P(z)
lautetD.h.
f(z)-P(z)
und damit auchf(s)
hätten im Einheitskreis mindestens p --f - 1Nullstellen,
was in denVoraussetzungen
ver-boten wurde. Insbesondere existiert also auf
jedem
Kreisz =
1 -,& mindestens einPunkt,
inwelchem 1 f(z) 1
ç m.2. Jetzt ist es
leicht,
zubeweisen,
daß die in Betracht kommen-den Funktionen eine im Einheitskreise normale Funktionsschar bilden. Es sei r 1 - e 1. Ich teile den
Kreisring
1 - ez 1
1 inp + q + 1 Kreisringe,
die z.B. diegleiche
Dicke haben dürfen. Dank dengemachten Voraussetzungen
existiert dann fürjede
Funktion mindestens ein solcherKreisring,
in dem die5 ) Diese Bemerkung gestattet, einen bekannten Satz von MILLOUx auf diese Funktion anzuwenden, was für die Berechnung von numerischen Schranken sehr nützlich ist. Ich zitiere diesen Satz in der allerdings nicht allgemeinsten Fassung,
wie sie kürzlich von R. NEVANLINNA [Gôttinger Nachrichten 1933, 103-115]
gegeben wurde: Es sei die analytische Funktion f(z) regulâr und 1 im Innern
des Einheitskreises. Auf jedem Kreis
1 z = r
1 existiere mindestens ein Punkt, inwelchem f (z) ô ,
wobei Ô eine feste, von r unabhängige Zahl bedeute.Unter diesen Voraussetzungen gilt die Abschâtzung :
Funktion weder eine Null- noch eine Einsstelle besitzt. Ich be- trachte sâmtliche
Funktionen,
die zumgleichen Kreisring
ge- hbren. Sie bildengema13
einemwichtigen
Satz der Theorie der normalen Funktionsscharen eine in diesemKreisring
normaleFunktionsschar. Da
für jede
Funktion auf der Mittellinie desKreisringes
mindestens ein Punktexistiert,
in welchem siem, bilden sie eine in diesem
Kreisring gleichmâl3ig
beschrânktFunktionsschar. Insbesondere sind also die Funktionen der betrachteten Klasse auf der Mittellinie des betrachteten Kreis-
ringes
undgema13
demMaximumprinzip
auf demKreis 1 z 1 - 1 - e
gleichmâBig
beschrânkt. Da es sich um hôchstens p+ q
+ 1 Klas-sen
handelt,
ist damit die Existenz einer Schranke im Sinne meines Satzesgesichert.
§
2.Berechnung
der Schranke.Die Zahlen
Ci
sollen imFolgenden
Konstante bedeuten.A. Zunâchst werde der klassische Fall von
Schottky
be-trachtet. Bohr und Landau
6)
haben z.B.bewiesen,
daù in diesem Fall der Satzgilt:
Istf(z) für z 1
1regulär
und von 0und 1
verschieden,
sogilt für 1 z 1
1 - e dieUngleichung
und
C1
einegewisse,
unbekanrlte Konstante bedeutet.Daraus
folgt
in leichter Weise dieAbschâtzung
wobei
f(O) 1
> evorausgesetzt
wird. Imentgegengesetzten
Fallist an Stelle
von f (0) 1
die Zahl e einzusetzen.In den Fällen
B,
C und D werde die leichtverallgemeinerte
Bieberbach-Montelsche
Konfiguration vorausgesetzt.
D.h. eswird angenommen, daß die
Funktionen /(z)
im Einheitskreishôchstens p
Nullstellen besitzen und inhbehstens q
Punkten den Wert 1 annehmen. DieMultiplizitat
dieser Einsstellen darfjedoch beliebig
sein.B. p =
0, q beliebig, jedoch
fest.Dieser Fall lässt sich mit einem
Kunstgriff
von P.Lévy 7)
auf den klassischen Satz von
Schottky
zurückführen. Man 6) loc. cit 4), (321).7) Vergl. A. OSTROWSKI, Studien iiber den Schottky’schen Satz [Rektorats-
programm der Universitât Basel 1932, 1-111 (20)].
211 q+1
betrachtet
yi f(z ),
derenZweige
im Einheitskreis einereguh,re
Funktion bilden. Da nur einer der
Zweige
in einer Einsstellevon
f(z)
den Wert 1annimmt, gibt
es also mindestens einenZweig,
der im Einheitskreis weder den Wert 0 noch den Wert 1 annimmt. Auf diesenZweig
la13t sich dieAbschâtzung
von(A)
anwenden. Man findet
je
nachdemD.h. f(z) 1 Il f}, wobei .
diegrô3ere
derZahlen f(O) 1
undeg+l bedeutet. Für
genügend große f/(0) 1 gilt
demnach auch noch in diesem Falle dieAbschàtzung
des Falles(A). ko
wird sogroB
angenommen, daB in dieser
Ungleichung ko
an Stelle von ygesetzt
werden kann.
C. p =
1, q beliebig, jedoch
fest.Die in Betracht fallenden Funktionen besitzen demnach im Einheitskreis hôchstens eine Nullstelle. e bedeute eine
positive,
feste
Zahl,
wobei die Differenz1- o genügend
kleingewàhlt
sei.Der Sinn dieses
"genügend"
wird nachherpräzisiert
werden. Ichzerlege
die zu betrachtenden Funktionen in zweiKlassen, je
nachdem der absolute
Betrag
ihrerNullstelle e
oder > e.1. Klasse: Ich betrachte das Verhalten einer solchen Funktion für
1 z = ’+’e
2 Gemäß derBemerkung in §
1gibt
es auf dieserKreisperipherie
mindestens einen Punkt zo, in welchemD.h. die Funktion
f(z)
besitzt imKreis 2 - zo 1 2013
keineNull- und
hbehstens q Eins-Stellen,
zudem ist der absoluteBetrag
der Funktion in seinem
Mittelpunkt
beschrânkt. Auf diesen Kreis kann demnach der Fall Bangewendet
werden. Ich findez.B.,
daß
für z
-zo 1 1 e
diefolgende Abschâtzung richtig
istMittelst des klassischen Verfahrens der
analytischen Fortsetzung
kann damit eine Schranke
von f(z) 1 für 1 z 1
=2 gefunden
werden. Man konstruiert einfach eine Kreiskette von Kreisen mit den
Radien §° ,
2 deren Zentren auf derKreisperipherie le
2liegen,
und wobei zwei benachbarte Zentren hôchstens den Ab-stand
1 4 Q
besitzen.Auf jeden
dieser Kreise wendet man wie vorhin den Fall(B)
an und findetfolgende Abschâtzung :
eine
gewisse
Konstantebedeutet,
die nur von eabhângt.
Da dieFunktion nun im
Kreisring
ez ]
1 keine Null- und hôchstens q Einsstellenbesitzt,
findet man wieder mittelst Fall B diefolgende Abschâtzung für z -
1 -0,
wobei P2 .
FürD.h. für die Werte e
l-(!
ist diebehauptete Ungleichung
bereits bewiesen.
Wegen
dergleichmaBigen
Beschrânktheit der Funktion imKreis z 1 l;;e
2 kann offenbarC5
so normiertwerden,
daB dieUngleichung
fürjeden
Wert von lSrichtig
ist.2. Klasse : Die Funktion besitzt in diesem Fall im
Kreisring
e
z ]
1 eine Nullstelle N. Der absoluteBetrag
derselben sei 1 -e; imübrigen
kann sie auf derpositiven
reellen Achse ange-nommen werden. Der
Abschâtzung
der Funktion sei zunâchst einekleine,
für dasFolgende
sehr wesentliche elementare geome- trischeBetrachtung vorausgeschickt. (Vergl. Figur.)
Ich be-trachte
diejenigen symmetrisch
zur reellen Achsegelegenen
zwei Kreise K und mit den Radien 2e, welche durch die Null- stelle
hindurchgehen,
den Einheitskreisberühren,
und derenZentren M und M auf der
Kreisperipherie 1 z =
1 - 2eliegen.
Wenn e
genügend
klein resp. egenügend
nahe bei 1gewàhlt wird, beträgt
dasArgument :i: 1p
dieser beidenMittelpunkte + 0(8),
wie eine leichte
Rechnung zeigt.
Nun betrachte ich den Kreis-ringsektor,
der durchfolgende Ungleichung
charakterisiert wird:Die Kreis-Mittellinie S dieses Sektors besitzt den Radius 1
- ’
Indem man die äußersten Punkte
(1 - 2 e::’v
derselben aisMittelpunkte
A und A von 2 Kreislein mit demRadius 2 wàhlt,
(welche
also den Einheitskreisberühren ),
kann man mittelst genau dergleichen
Methode wie bei der 1. Klasse durch Fortschreitenum je den
halbenRadius 4
eine Kreiskette von Kreisen mit dem213
Radius 2 konstruieren,
deren sâmtliche Zentren auf Sliegen.
Wieder
zeigt
eine elementareRechnung,
daB die Anzahl dieser Kreislein beschrânktist,
wenn dieFortsetzung
vom Punkte Aresp. von
A
bis zumSchnittpunkte
von S mit derpositiven
reellen Achse
ausgeführt
wird.Jetzt kann die
Abschâtzung
infolgender Reihenfolge
durch-geführt
werden:a ) Abschâtzung
imKreis z ]
1- 8.b) Abschâtzung
in den Kreisen .K undK,
damit imobigen Kreisringsektor
und schliel3lich imKreisring 1 -e z
1.c ) Abschâtzung
imKreisring
1 -2e z 1
1- 2
·Abschâtzung (a ) :
Im Kreis1 z 1 - e
besitzt die Funktionkeine Nullstellen und hôchstens g Einsstellen. Es kann deshalb der Fall
(B) angewendet
werden.Man findet
für z = 1 - D, wobei e >
2e :Diese
Abschâtzung
ist für alle egültig,
wobei 0 e 1 - e.b)
Um eineAbschâtzung
für die Punkte A resp. A zugewinnen,
kann offenbar wieder der Fall B auf die Kreise K
resp. K
ange- wendet werden. Man findetEine
gleiche Abschâtzung
ist auch im Punkt Arichtig.
Da mandurch eine beschränkte Anzahl von Kreisen von A nach A im Sinne des Verfahrens der Klasse
(1) gelangen kann, gilt
demnachauf dem im
positiven
Sinn durchlaufenenKreisbogen
AA dieAbschâtzung
Offenbar
gilt
auch diegleiche Abschâtzung
für denKomple- mentârbogen AA,
wie man in ganzgleicher
Weise wie für diePunkte A und A schlieùen kann.
Für z ]
= 1- 2 gilt
demnachdie
obige Abschâtzung.
Es seinun 1 z 1 ==
12013 ,
wobei iû.
Für diese
Kreisperipherie
kanngemâB
Fall Babgeschâtzt werden,
indem mansich jeden
Punkt derKreislinie 1 z ]
- 1-
als Zentrum von diesen Kreislein mit den
Radien 2
denkt. Manfindet
für 1 z ]
= 1 -e,
wobei e’ 2
Damit ist die
Abschâtzung
für derKreisring sichergestellt.
c )
ImKreisring
1-2£ 1 z 1 1 -; gilt
nach dem Maxi-mumprinzip
zunâchst dieAbschâtzung
vYenn E Ç 2 .
wenn
2 - -
2ë .Zusammenfassend
gilt
demnach im Falle C diefolgende
Un-gleichung :
C11D. p
beliebig, q beliebig.
Es soll nun der Induktionsschluß bewiesen werden. D.h. für p - 1
und q gelte
dieUngleichung
215
Daraus soll fur p
und q
dieUngleichung
bewiesen werdenEigentlich
wâre für diesen Beweis dieDarstellung
des Falles C nichtnôtig
gewesen.Da jedoch
bei diesem einfachen Fall alle für den Fall D wesentlichen Schlüssevorgekommen sind,
kannman sich nun bei der
Schilderung
des letzteren um so kürzer fassen.Man
zerlegt
auch hier die Funktionenf(z)
in zwei Klassenmittels einer
zweckmaf3ig gewàhlten
Zahl e, wobei die Differenz 1 - e wiedergenügend
kleingewàhlt
werde.1. Klasse: Zu dieser Klasse
gehören jene Funktionen,
derenNullstellen im Einheitskreis einen absoluten
Betrag e
besitzen.D.h. im
Kreisring z ]
1 besitzen diese Funktionen keine Nullstellen undhôchstens q
Einsstellen. Zudem existiert wieder auf der Mittellinie diesesKreisringes
fürjede
Funktion minde- stens ein Punkt Zo, in demDeshalb kann man genau wie für die 1. Klasse des Falles C
schließen,
daB für diese sâmtlichen Funktionen2. Klasse: Zu dieser Klasse
gehbren diejenigen Funktionen,
die mindestens eine Nullstelle mit einem absoluten
Betrag
> e besitzen. Man konstruiert sich genau diegleiche Figur
wie beider 2. Klasse des Falles
C,
die Rolle der Nullstelle Njener Figur
übernimmt in diesem Fall die Nullstelle
von f(z)
mit demgrÕI3ten
absoluten
Betrage,
der 1 - 8betrage. (Sofern
mehrere solcheexistieren,
kann einebeliebige
davon diese Rolleübernehmen).
Nun kann in der
gleichen Reihenfolge abgeschâtzt
werden.a )
ImKreis z i
1 - s besitzt die Funktionhôchstens p -1
Nullstellen
und q
Einsstellen. Man findet:Insbesondere
gilt
Daraus
ergeben
sich mittelst derUngleichung
vonCauchy
diefolgenden Abschätzungen
für die p - 1 erstenAbleitungen
vonf(z)
auf derKreisperipherie 1 z 1 ===
1- 2e :b)
Um eineAbschatzung
in den PunktenA,
A zuerhalten,
kann nun offenbar der Fall
(p -
1,q)
auf die Kreise K und Kangewendet
werden. Man findetEine
gleiche Absehatzung
ist auch in Punkte Arichtig.
Damitfindet man nun genau
gleich
wie beim Falle C fur den Kreis1 z =
1- 2
dieAbsehatzung
Ebenso kann die
Abschâtzung
genau nach der Methode des Falles C zu Endegeführt
werden. Der beim Fall Dbehauptete
InduktionsschluI3 ist damit bewiesen.
E. Nun kann die
allgemeine Konfiguration
desbehaupteten
Satzes behandelt werden. Man betrachtet zu diesem Zwecke die Mittellinie des
Kreisringes r 1 z 1 1.
Gemäß den Aus-führungen von §
1 sind die Funktionen und damit auch ihre p erstenAbleitungen
auf derKreisperipherie z 1 +r gleich-
2ma Big
beschrânkt. Indem man alle Punkte dieserKreisperipherie
als Zentren von Kreisen mit dem festen
Radius 1-r- wàhlt,
2
kann man auf diese Kreise den Fall D anwenden. Die
behauptete Ungleichung
ist damit für denKreisring 1;- T 1 z
1 bewiesen.Für den
Kreis 1 z 1
+ r ist sieinfolge
der Beschrânktheit der2
betrachteten Funktionsklasse in diesem
abgeschlossenen
Kreisklar.
Damit ist der Beweis auch für diese
allgemeinste Konfiguration geleistet.
(Eingegangen den 2. Oktober 1933.)