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Die Cassini-Karte (1750-1815)

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Academic year: 2021

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Die Cassini-Karte (1750-1815)

Malte Helfer

Carte de Cassini / Carte de l‘Académie

Die Cassini-Karte deckt als historische topographische Karte aus dem späten 18. bzw. frühen 19. Jahr-hundert den französischen Teil der Großregion SaarLorLux ab. Gemeinsam mit der Tranchot-Müffling-Karte für den deutschen Bereich sowie der Ferraris-Tranchot-Müffling-Karte für den wallonischen Teil sowie das Großher-zogtum Luxemburg kann so die Situation fast der gesamten Großregion SaarLorLux vor den umwälzen-den Veränderungen durch die industrielle Revolution dargestellt werumwälzen-den. Zur Erläuterung der Cassini-Karte für den GR-Atlas werden hier Auszüge aus den jeweils angegebenen Quellen zusammengestellt. Die auf Anordnung von König Louis XV gezeichnete

"Carte de Cassini" oder "Carte de l’Académie" ist die älteste topographische Karte, die ganz Frankreich maßstabsgerecht zeigt. Sie ist ferner die erste Karte weltweit, die auf einer geodätischen Triangulation beruht, die César-François Cassini de Thury (Cassini III, 1714-1784) von der l'Académie Royale des Sci-ences basierend auf den wissenschaftlichen Vorar-beiten seines Vaters Jacques Cassini (1677-1756) und seines Großvaters Gian Domenico Cassini (1625-1712) durchführte.

Jacques Cassini de Thury (Cassini II, 1677-1756)

Die aus Italien stammenden Cassinis leiteten ab 1671 nacheinander das Pariser Observatorium. Nach der Veröffentlichung der aus 18 Blatt beste-henden "Carte générale de la France" im Maßstab 1:870.000 um 1746/47 entwarf Cassini auf Wunsch von Louis XV ein weitaus detaillierteres Werk im Maßstab 1:86.400 (eine Linie zu 100 Faden = 2,256mm zu 194,904m). César-François Cassini de Thury (Cassini III, 1714-1784) Quelle: Archives de Gironde

Die Feldarbeiten und die Kupfergravur der Karte wurden 1750 begonnen und erst 1815 beendet. Zahlreiche Ergänzungen und Korrekturen insbeson-dere hinsichtlich der Verkehrswege wurden den Gravurplatten zwischen 1798 und 1812 hinzuge-fügt.

Im Sommer 1756 legte C.-F. Cassini das Blatt 2 Beauvais Louis XV vor. Der König bewunderte die Genauigkeit, teilte aber mit, dass die königliche Schatzkammer dem Unternehmen nicht weiter bei-stehen könne.

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M a l t e H E L F E R – C a s s i n i - K a r t e

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Carte de Cassini: Auszug aus Blatt 141 Metz. Quelle: IGN

Die für die Fortsetzung des Werks erforderliche Finanzierung wurde schließlich unterstützt durch eine von Cassini eigens zu diesem Zweck gegründete Vereinigung mit fünfzig Mitgliedern, darunter der Kö-nig, die Königin und die Cassinis selbst. Diese Vereinigung deckte 20 % der Ausgaben. Der Verkauf von Karten, Subskriptionen, die Beteiligung der Öffentlichkeit und Verträge mit den Provinzstaaten erlaub-ten Cassini, die Finanzierung aufrecht zu erhalerlaub-ten. Die Beiträge der Provinzen zu den Ausgaben (38 %) führten parallel zum Druck der Blätter der Generalkarte zur Publikation von Spezialkarten für das Languedoc, das Burgund, die Bresse und die Provence.

1793 beschloss der Nationalkonvent, die 165 fertig gestellten Blätter ins Kriegsdepot zu überführen. Sie wurden als Grundlage für die Einteilung Frankreichs in Départements genutzt. Das von César-François Cassini de Thury begonnene Kartenwerk wurde 1815 von seinem Sohn Jean-Dominique Cas-sini (1748-1845) fertig gestellt (Auszug aus: Dubos/Strappini 2011/2015).

Die Cassini-Karte besteht aus einer Sammlung von 180 Blatt, davon 154 Blatt im Format 104 cm x 73 cm und 26 Blatt in verschiedenen Formaten für die Randbereiche. Die Kupferplatten werden vom fran-zösischen Institut géographique national (IGN) aufbewahrt, das die schwarz-weißen Papierausgaben herausgibt.

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M a l t e H E L F E R – C a s s i n i - K a r t e

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Quellen

Archives départementales de Gironde: La Guyenne cartographiée - La carte de Belleyme avatar de la carte de Cassini

Cercle Généalogique de la Brie: Carte de Cassini

de Dainville, F. 1995: La carte de France et son intérêt géographique, Bulletin de l’Association des géo-graphes français, n° 251-252, mai-juin 1955, p. 138-147

Dubos, C. & Strappini, S. (2011/2015): La Guyenne cartographiée - La carte de Belleyme avatar de la carte de Cassini (Archives départementales de Gironde)

Ecole des Hautes études en sciences sociales (EHESS): Des villages de Cassini aux communes d'aujour-d'hui

IGN: La carte de Cassini en couleur sur le Géoportail Konvitz, J. Cartography in France 1660-1848, p. 21-31

Pelletier, M. 1990: La Carte de Cassini. L’extraordinaire aventure de la Carte de France, Presses de l’École nationale des Ponts et Chaussées, Paris

Pelletier, M. 2002: Les cartes des Cassini : la science au service de l'État et des régions, Paris, Éd. du CTHS

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Links

Archives départementales de Gironde, C 2411: Projet de souscription pour la Carte de France en 173 feuilles

Archives départementales de Gironde, C 2411: Avis de par le Roi

Archives départementales de Gironde, C 2411: Arrêt du Conseil d’Etat du Roi relatif à la Carte géné-rale de la France, 1756

Archives départementales de Gironde, BIB MF 877: Légendes et abréviations de la Carte de Cassini

Archives départementales de la Gironde, série Fi non coté: Details aus dem farbigen Blatt 103 der

Ge-neralkarte Frankreichs (Cassini-Karte): Blaye (erhoben 1767-1775, graviert 1783)

Cercle Généalogique de la Brie: Carte de Cassini

David Rumsey Map Collection: Composite : Carte de France (Cassini, Cesar-Francois, 1714-1784); (Cassini family), 1750

Ecole des Hautes études en sciences sociales (EHESS) (éd.): Des villages de Cassini aux communes d'aujourd'hui

Fichet, B.: Cartes anciennes de géographie (mit den Cassini-Karten in Farbe)

IGN/Geoportail: Carte de Cassini (XVIIe siècle)

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Références

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