Behinderung und Erwachsenwerden:
Eltern im Spannungsfeld zwischen Loslassen und Fürsorge
21.03.2017: 16.00 Uhr
Landesamt für Zentrale Dienste Großer Sitzungssaal Hardenbergstraße 6 66119 Saarbrücken
Arthur Limbach-Reich
Universität Luxemburg [email protected]
Viele Elte
rn stellen
sich die Frage, wie sie d
ie richtg
e Balance zwischen
Fursorge
und Loslassen fnden, w
enn sie Verantwortung abgeben.
1
Berechtigte Fragen
Wie kann Bildung und beruflicher Erfolg angebahnt werden?
http://everydaylife.globalpost.com/types- inclusion-schools-20175.html
https://andrewazzopardi.org/2013/03/25/the- sexual-life-of-the-disabled-tmi/disabled-sex-2/
Wie kann Beziehung und Sexualität gelebt werden?
ABER: Ratschläge Sind auch nur Schläge ! 2
Fürsorgen oder Loslassen
Verwaltung Universität Duisburg-Essen (2013)
http://de.wikipedia.org/wiki /Helikopter-Eltern
FAZ 19.08.2013
3
Ein bekanntes Kernproblem
Franz Wiedemann (1821–1882)
Hänschen klein Ging allein
In die weite Welt hinein.
Stock und Hut Steht ihm gut,
Ist gar wohlgemut.
Doch die Mutter weinet sehr, Hat ja nun kein Hänschen mehr!
„Wunsch dir Gluck!“
Sagt ihr Blick,
„Kehr’ nur bald zuruck!“
Sieben Jahr Trüb und klar
Hänschen in der Fremde war.
Da besinnt Sich das Kind,
Eilt nach Haus geschwind.
Doch nun ist’s kein Hänschen mehr.
Nein, ein großer Hans ist er.
Braun gebrannt Stirn und Hand.
Wird er wohl erkannt?
85% der Eltern fühlen sich der Aufgabe gewachsen &
90% der Kinder / Jugendlichen fühlen sich zu Hause wohl.
Oelkers,
2013 4
Überblick
Erwachsensein
Behinderung
Loslassen und Fürsorge
5
Erwachsensein
verd en Geld ien Ar be ite n-
ge he n
Führersch ein &
Auto
http://www.senia.at/wp-content/uploads/2015/12/Programm-2016.pdf
https://www.google.com/search?
q=eigene+Wohnung&client=safari&rls=en&source=lnms&tbm
=isch&sa=X&ved=0ahUKEwisosPq8dPSAhVBiiwKHVKbDrcQ_AU IBigB&biw=1200&bih=801#tbm=isch&q=clipart+wheelchair+
house&*&imgrc=UfBGSV3fpxzseM:
SEX
18
6
Auszug aus dem Elternhaus
Eine generelle Tendenz:
Hotel “Nesthocker”
Bei “GB” ca. + 2 Jahre Fürsorge (Emerson et al, 2012)
7
Land Männer Frauen Total
Belgien 25,8 24,1 25,0
Deutschland 24,6 22,9 23,8
Frankreich 24,8 23,0 23,9
Luxemburg 23,8 22,3 23,1
Vereinigtes Königreich 25,3 23,6 24,4
EU-28 27,2 25,1 26,1
Griechenland 30,8 28 29,4
Italien 31,3 29 30,1
Zeit für Kinder
gemeinsam mit Kind
verbrachte Zeit Väter
(täglich) Mütter (täglich)
<12 3;29 h 5;29 h
13-17 2;58 h 3;11 h
Vermehrte Fürsorge Jonas (1990) „Retraditionalisierung“ der Familie
8
Behinderung II
Gesundheit /
Krankheit
Definition
Nomenklatur Diagnose- richtline
Mächtige MitspielerMächtige Mitspieler
Schädigung
Einschränkung Benachteiligung
Umwelt Person
Fremdbestimmung Fürsorge --- Loslassen
Inklusion
VN-BRK “Rechtspositionen” 9
Erwachsenwerden im Spannungsfeld von Fürsorge und Loslassen
• Frühdiagnostik
• Fürsorge und Paarzufriedenheit
• Annahme und zirkuläre Prozesse
• Recht auf eigenen Tod
• (Psycho-)dynamische Aspekte
• Menschenbild
• Gesellschaftliche Aspekte
10
Pränataldiagnostik
Existentelle Frage des
Fursorgens oder Loslassens
Pragmatsche Ethik
Ungedeckte Glucksverheisung
Recht auf Unwissenheit
NIPT 80-96% Abbruch
11
Noch Ohne Kinder
Erstes
Kind Kinder- garten
Grund-
Schule Jugend
Alter Verlassen
Elternhaus Leeres Nest
Eheliche Zufriedenheit und Fürsorge
hoch
Lebens- phase
entnommen:
Gilbert, Daniel (2007). Stumbling on Happiness.
12
1 Unwissenheit 2 Unsicherheit
3 implizite Leugnung
4 Wahrheitsendeckung 5 explizite Leugnung
6 Auflehnung
7 Schicksalsverhandlung 8 Gram / Verzweiflung 9 Bejahung
Fürsorge und Loslassen im
Bejahungsprozess nach Sporken
Vgl. Sporken, (1975), Mühlum (1999)
13
Katastrophe
Krise Copin
g = Sich arran
giere
n =>
Kompetenz
Zufriedenheit
“Zirkulierende Trauer”
Fürsorge und Loslassen als wiederkehrende Fragestellungen
nach JONAS, 1990
Suchen, Finund Sich-den trennen
Autonomie-
entwicklung als neuer Selbst- und
Weltbezug Nicht-
wahrnehmung und Suche
Aufrechende chaotische Emotionen
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Komplexe Modelle
Nur bedingt als Orientierungsrahmen
nutzbar da über-komplex Klammern
Loslassen?
In Anlehnung an Cubbin 1984 15
1. Das Recht des Kindes auf seinen eigenen Tod.
2. Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag.
3. Das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist.
Janusz Korczak (1919) „Wie man ein Kind lieben soll“
Fürsorge & Loslassen
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Dynamik in Winterhoff’s PA Sicht
psychische Reifeentwicklung wird verhindert.
Partnerschaftlichkeit – zu schnelle, zu
frühe Betrachtung der (behinderten) Kinder als urteilsfähig und handlungskompetent
Projektion – elterliche, erzieherische Haltung: ich muss umgehend geliebt werden (muss mich aufopfern)
Symbiose - Die behinderte Person ist und bleibt Teil meiner selbst. (angenabelt)
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Neues Menschenbild
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Schlussfolgerung
• Fürsorge und Loslassen müssen kein Gegensatz sein und sind es wohl über weite Phasen auch nicht.
• Es gibt keine übergreifend richtige Grenzziehungen.
• Utopische Zielvorstellungen und einseitige Menschenbilder sind zu hinterfragen.
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Losgelassen und inkludiert
Kevin hat endlich auch zu mir DU Arschloch gesagt!”
Kevin hat endlich auch zu mir DU Arschloch gesagt!”
https://www.fdst.de/w/gfx/orig/aktuell/vor2008/hubbe_ausstellung
Humor als Hilfe und
Hand- lungs-
begleiter /in
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