• Aucun résultat trouvé

Differenzierte Sprachkompetenzen : Ein Minimal‐Curriculum in Italienisch

N/A
N/A
Protected

Academic year: 2022

Partager "Differenzierte Sprachkompetenzen : Ein Minimal‐Curriculum in Italienisch"

Copied!
2
0
0

Texte intégral

(1)

Differenzierte Sprachkompetenzen: ein Minimal‐Curriculum in Italienisch

Bruno Moretti (Universität Bern) - Sabine Christopher Guerra (Università della Svizzera italiana)

1. Einführung

In der deutschen und der französischen Schweiz hat sich der Schwerpunkt der Bildungspolitik zu Gunsten der zwei grossen Landessprachen und des Englischen verschoben, was zur Folge hat, dass für die dritte Landessprache, das Italienische, wenige Ressourcen vorhanden sind. Um die Präsenz dieser Sprache (auch im Bewusstsein der schweizerischen Identität) zu unterstützen, ist ein Ansatz, der differenzierte Kompetenzen vorsieht, eine mögliche Lösung. Die Entwicklung und Erprobung eines Minimal-Curriculums in Italienisch, das ohne Eingriffe in den normalen Lehrplan eine minimale kommunikative Kompetenz ermöglicht, war das Ziel eines Forschungsprojekts im Rahmen des NFP 561. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung und die allgemeine Anwendung des Curriculums hat die Pädagogische Hochschule Locarno, die bereits an der ersten Phase des Projekts beteiligt war, eine kurze Ausbildung für Lehrpersonen in verschiedenen schulischen Kontexten entwickelt.

2. Grundzüge des Curriculums

Das Curriculum passt in den Zeitrahmen einer 28-stündingen Schulwoche, die in Form einer Projektwoche ins normale Jahresprogramm 11-13 jähriger Volksschüler eingefügt werden kann. Die vermittelten kommunikativen Kompetenzen orientieren sich an fünf Situationen, die für diese Zielgruppe von besonderer Bedeutung sind, wie z.B. grüssen, sich vorstellen und über sich sprechen, Personen und Dinge beschreiben, einkaufen, Hunger, Durst, Wünsche und Vorzüge ausdrücken, usw.

Diese Kommunikationssituationen sind nicht nur für ein sehr junges Publikum grundlegend, sondern können auch (natürlich mit einigen Detail-Anpassungen) an andere Zielgruppen angewendet werden.

Mit minimalem Lernaufwand eine hohe kommunikative Effizienz zu erlangen, war das Hauptkriterium für die Auswahl der zu vermittelnden Kommunikationsstrategien. Folgende zwei Grundsätze ermöglichen es, die Lernenden dank positiver Kommunikationserfahrungen zu motivieren:

1. Es wird angestrebt, die hohe kommunikative Effizienz der Basis-Varietäten des Spontanerwerbs zu reproduzieren. Diese Varietäten zeichnen sich durch ein stark reduziertes morphosyntaktisches System aus, das weitgehend durch kontextbezogene und lexikalische

      

1 Titel des Projekts: Per una nuova posizione dell’italiano nel contesto elvetico. Strumenti e strategie per l’elaborazione di

un curriculum minimo di italiano (Projekt Nr. 405640-108636/1). Projektdauer: 1.10.2005 - 28.02.2008. An der Erarbeitung des Curriculums haben auch Doris Lucini, Francesca Pettenati, Luca Bernasconi und, in der ersten Phase, Franca Taddei Gheiler mitgearbeitet.

 

(2)

Strategien ersetzt wird: z.B. wird die Verbflexion mithilfe von Personalpronomen ausgedrückt.

So ist es den Lernenden möglich, kreativ mit sehr begrenzten sprachlichen Mitteln umzugehen.

2. Die Auswahl des lexikalischen Inputs orientiert sich insbesondere am bereits vorhandenen sprachlichen Repertoire.

3. Erprobung und Resultate

Das Curriculum wurde in 7 Klassen in der Deutschschweiz mit 127 Schülern der Altersgruppe 11-14 Jahre erprobt. Dies ermöglichte eine ständige Verbesserung und Anpassung des Curriculums an die Bedürfnisse der Schüler aus verschiedenen Leistungsgruppen. Die drei Hauptziele sind weitgehend erreicht worden:

1. Es wurde einer minimale kommunikativen Kompetenz erreicht

2. Die Schüler zeigten eine positive Einstellung gegenüber dem Italienischen und dem Zweitsprachenerwerb allgemein

3. Die Erprobung einer neuen Form des Intensiv-Unterrichts in den frühen Erwerbsphase hat gezeigt, dass es der Motivation durchaus förderlich ist, wenn in kurzer Zeit minimale Grundkompetenzen angeeignet und sehr früh eingesetzt werden können. Im normalen Unterricht mit wenigen Wochenstunden dauert es länger, bis entsprechende Kompetenzen erreicht sind. Eine intensive Anfangsphase, auf die danach aufgebaut werden kann, wäre auch für den Unterricht anderer Sprachen interessant.

4. Anwendung und Aussichten

Das Curriculum ist in seiner Anwendung nicht auf seinen ursprünglichen Kontext beschränkt, sondern ist sehr anpassungsfähig: es kann auf andere Sprachen angewendet werden und sich an ein anderes Publikum in anderen Umfeldern richten (z.B. Berufsbildung, Hochschule, Integration von Immigranten usw.). Zurzeit werden an der PH Locarno Lehrkräfte des Curriculums ausgebildet und in der Anpassung des Curriculums die jeweiligen Kontext angeleitet.

Références

Documents relatifs

Dabei handelt es sich laut Reiseveranstaltern wie Voyageurs du Monde nicht um eine Mode, sondern um eine echte Nachfrage seitens der Kunden.. Die Reisenden haben ein neues

Der Verkehrsverein legt erstmals einen Sommerprospekt auf und im Sommer wird der Rund-Wanderweg um die Gastlosenkette erstellt und am 2. Sep ­ tember 2006 offiziell

Eine leider gescheiterte Bachelorarbeit an der Universität Luxemburg stellte 2014 die Behauptung auf, dass das katholische Luxemburger Wort zu seinen Gründungszeiten (1848) noch

Ein Werkzeug für direktes, kontinuierliches Feedback beim Lernen von Programmieren Abgaben nicht benotet werden, zeigen die Teilnehmer ihre eigenen Versuche und anhand

Dies bedeutet, dass f¨ ur jedes Fragment jeweils m Kopien angelegt werden und diese jeweils auf unterschiedliche Server verteilt werden m¨ us- sen.. Formal kann

Kommunikativ hat dies zur Folge, dass die Lernenden immer weniger in die marginale Rolle der schutz be- dürftigen Fremden geraten (die dann nach Belieben

Zusammenfassend zeigen die Erfahrungen des Einsatzes mit moodle und automatisierter Programmbewertung (hier: aSQLg), dass die Handhabung so einfach wie möglich gehal- ten werden

In einem Fall war zwar der Bohrer entlang der Trajektorie geführt worden, jedoch die Cochleostomie nicht ganz eröffnet: Wenn der Bohrer noch um etwa 1mm weiter geführt werden