244 Acta Chir. Austriaca. Heft 5,1997
Aus der Klinik for Viszerale und Transplantationschirurgie der Universit~it Bern (Inselspital), Schweiz
Editorial
M. W, Biichler und W. Uhl
Das Pankreaskarzinom nimmt in den westlichen industriali- sierten L~indern mittlerweile die 4. Stelle in der Krebstodesstati- stik ein und zeigt eine zunehmende Inzidenz. Letztere Tatsache ist nicht nut auf eine gr66ere Sensibilisierung der Arzteschaft und auf verbesserte diagnostische bildgebende Verfahren zu- rtickzuftihren, sondern beruht wahrscheinlich auf einer tats~ichli- chen Zunahme von Neuerkrankungen.
Das gr613te Dilemma in der Behandlung von Patienten mit ei- nem Adenokarzinom des Pankreas stellt die nach wie vor ~iul3erst schlechte Prognose dieser Patienten dar. Zum gegenw~irtigen Zeitpunkt liegt die 5-Jahres-121berlebensrate beim Pankreaskarzi- nom nicht tiber 1%. Auch die mediane 0-berlebensrate nach ku- rativer Tumorresektion betr~igt nur unwesentlich mehr als 15 Mo- nate.
In diesem Themenheft fiber das Pankreaskarzinom wird auf die Pathogenese und Grtinde ftir das aggressive Wachstumsverhalten und die rasche Metastasierung eingegangen. Aus der molekular- biologischen Forschung erhofft man sich insbesondere Erkennt- nisse., ftir ktinftige innovative Therapiestrategien, die die schlech- ten Uberlebensraten verbessern sollen. Um ein T1-Tumorstadi- um mit einer kurativen chirurgischen Resektionsm6glichkeit frtihzeitig zu entdecken, sollten Frtihsymptome ernst genommen werden und die Indikation zur Cholangiopankreatographie (ERCP) als diagnostischer ,Gold-Standard" grol3ztigig gestellt werden. Inwieweit das Positronen-Emissionsszintigramm (PET) und die jt'mgst eingeftihrte ultraschnelle Magnetresonanztomo- graphie (MRCP) in dieser Hinsicht Vorteile bringen, bleibt abzu- warten.
Operative Eingriffe am Pankreas k6nnen heute sicher mit nied- riger postoperativer Morbidit~tt und Letalit~it durchgeftihrt wet- den, so dab die Bauchspeicheldrtisenchirurgie ftir den Patienten ihren Schrecken verloren hat. Als klare Kontraindikationen ftir Korrespondenzanschrift: Prof. Dr. M. W. Btichler, Klinik t'tir Viszerale und Transplantationschirurgie, Universit~it Bern (Insel- spital), Murtenstrage 35, Ch-3010 Bern, Schweiz.
einen resezierenden Eingriff gelten eine Peritonealkarzinose, Fernmetastasen in Leber und/oder Lunge und/oder eine komple- xe Gef~iginfiltration der Mesenterialwurzel. Eine Pfortaderbetei- ligung stellt unter erfahrenen Pankreaschirurgen keinen Grund gegen einen chirurgischen Eingriff dar. Im Rahmen der erweiter- ten Diagnostik k6nnen diese fortgeschrittenen TumorIeiden mit gro6er Sicherheit ausgeschlossen werden, so dab die Resektions- raten in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Die en- doskopische Plazierung von definitiven Stents bei gegebener In- operabilitfit kann demzufolge gezielter eingesetzt werden.
Da auch bei einer pyloruserhaltenden Pankreaskopfresektion eine ausgedehnte Lymphdissektion durchftihrbar ist, wird diesem operativen Verfahren zunehmend der Vorzug gegeben. Im Ver- gleich zur klassischen Whipple-Operation zeigten sich bei die- sem magenerhaltenden Vorgehen Vorteile (Verktirzung der Ope- rationszeit, geringerer Blutverlust und niedrigere postoperative Morbiditfit und im sp~it-postoperativen Verlauf eine bessere Ge- wichtszunahme und h6here Lebensqualitfit). Das laparoskopi- sche Staging beim Pankreaskarzinom mug heute als sehr fraglich eingestuft werden, da 1. die lokale Resezierbarkeit nicht sicher beurteilt werden kann und 2. die Gefahr einer Tumoraussaat be- steht.
Sowohl onkologisch ad~iquate und daher mehr radikale Chirur- gie als auch multimodale Konzepte werden in Zukunft darauf hinzielen, die Therapieergebnisse beim Pankreaskarzinom zu verbessern. Erste Belege hierftir sind publiziert (1-4).
L i t e r a t u r
(1) Trede M, Schwall G. Saeger HD: Survival after pancreatoduodenectomy. 118 consecutive resections without an operative mortality. Ann Surg 1990;211:447-458. (2) Ozaki H: Modem surgical treatment of pancreatic cancer. Int J Pancreatol 1994;16:121-129.
(3) Inoue K, Kosuge T, Shimada K. Yamamoto J. Takayama T, Ozaki H, Nose H: Repeated radical resection and intraoperative irradiation for recurrent pancreatic ductal adenocarcinoma after pancreatoduodenectomy. Surgery 1995; 118:909-91 I. (4) Ozaki H. Kinoshita T. Kosuge T, Yamamoto J, Shimada K. Inoue K. Koyama Y, Mukai K: An aggressive therapeutic approach to carcinoma of the body and tail of the pancreas. Cancer 1996:77:2240-2245.
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Laparoskepische OP-Demonstrationen: Koloneingriffe, Her-. nienplastik, Appendektomie, Chotezystektomie, intraoperative Cholangiographie, lap. Fettsuchtchirurgie (SAGB), Axilloskopie. Prakfisehe Obungen am OP-Simulator n~d~: putsierend per- fundierten Tierorganen (POP): Lunge, Niere, Leber, Darm / lap. Prfiparations- und Nahttechnikerd maschinelle und manuelle Anastomosen/ Simulation von Standardoperationen/ Beherr- schung von Blutungskomplikationen mit besonderer Berticksich- tigung der Team-Koordination. I n s t r u m e n t e n - und Mater~al- lehre fiir diplomiertes O p e r a t i o n s p e r s o n a L