C OMPOSITIO M ATHEMATICA
W ALTER B AUM
Die Nullwegegruppe und ihre Verallgemeinerungen
Compositio Mathematica, tome 11 (1953), p. 83-118
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von
Walter Baum Syracuse, N.Y., U.S.A.
Einleitung.
1. Die Poincarésche
Fundamentalgruppe
OE eines(simplizial zerlegten) zusammenhângenden Polyeders K
kann in natürlicher Weise alshomomorphes
Bild derFundamentalgruppe F
des ein-dimensionalen
Gerüstkomplexes
K1 von Kdargestellt
werden(Kl
besteht aus allen hôchstens eindimensionalen
Simplexen
vonK).
Als
Fundamentalgruppe
eines eindimensionalenKomplexes
istdabei F
eine freieGruppe.
Der Kern diesesHomomorphismus,
d.h. das Vollurbild des Einselements von
,
istderjenige
Normal-teiler 9t von
F,
dessen Elemente durchgeschlossene Wege
auf KIreprâsentiert werden,
die in K auf einenPunkt,
denAufpunkt
0der
Gruppe F, stetig
zusammenziehbar sind. Es ist alsog/8t =
0.2. Diese
Darstellungsweise
von OEgestattet
es, ausgewissen Untergruppen von F
durchOperationen,
die beihomomorpher Abbildung ungeândert bleiben,
andereGruppen 2I, B,
... zu bil-den, die mit als abstrakter
Gruppe
infolgendem
Sinne invariantverknüpft
sind: Wird Ddargestellt
alsFaktorgruppe
einer anderenfreien
Gruppe F’
nach ihrem Normalteiler9î’,
so sind die bei den verschiedenenDarstellungen F/R
undF’/R’ analog gebildeten Gruppen 2(, 2(’; B, %3’;
...paarweise
einanderisomorph : U ~ U’,
B ~
’,
....9t, ?
sind also als abstrakteGruppen
durch 0bestimmt.
3.
Infolge
dergenannten geometrischen Bedeutung
der Dar-stellung
von OEdurch F
und 9{spielen gewisse
dieser mit Qi in- variantverknüpften Gruppen
einewichtige
Rolle in derTopologie.
Solche
Gruppen
und ihreBedeutung
hat H.Hopf bei
seiner Unter-suchung
desZusammenhangs
zwischenFundamentalgruppe
undzweiter Bettischer
Gruppe
entdeckt[3] :
DieserZusammenhang
wird
hergestellt
durch eine mit (Si invariantverknüpfte Gruppe *1,
die
folgendermaBen
definiert ist: Ist dieKommutatorgruppe
von
F,
und() derjenige
Normalteiler von(und
auch vonOE
~ R),
dererzeugt
wird von allen Elementen der Form xrx-lr-1(x
eF,
r ~9t),
so istDie
Gruppe *1,
die immer Abelschist,
wurde vonHopf
in dieserArbeit
[3] eingeführt
alsUntergruppe
einer anderen Restklassen- gruppedie ebenfalls mit Q) invariant
verknüpft
undübrigens
imallge-
meinen nicht kommutativ ist.
4. Es
zeigt
sich nun, daB diegeometrische Bedeutung
derGruppe
0* die einerspeziellen
eindimensionalenHomotopie-
gruppe ist. Sie wird am
bequemsten
fürsimpliziale Wege
definiert:die
simplizialen Abbildungen
einer(orientierten) simplizialen
1-diménsionalen
Sphâre
S1 inKl,
die aufjedem Simplex
von K1den
Abbildungsgrad
Nullhaben,
stellenspezielle Wege,
die,,Nullwege",
dar. Für diese wird einspezieller Homotopiebegriff
erklàrt : zwei
Nullwege
sind einander"v-homotop"
aufK,
wenn siesich unter
Festhaltung
eines Punktes so auf K(d.h.
bereits aufK2)
ineinander
(kombinatorisch)
deformierenlassen,
daBjeder
"Zwischenweg" Nullweg
ist. Die auf Grund diesesHomotopie- begriffs gebildeten Aequivalenzklassen
vonNullwegen
bildeneine
Gruppe,
dieNullwegegruppe 03A81(K)
von K. Danngilt (§
6,Korollar zu Satz
1):
5. Die
Nullwegegruppe
läßt sich fürbeliebige
Dimensionen nanalog
definieren wie für n = 1. Der einheitlichenBezeichnungs-
weise wegen heiBen sie die n-dimensionalen
"Nullsphâroden- gruppen" (n ~ 1). (Eine simpliziale
n-dimensionale,Sphârode,"
ist eine
simpliziale Abbildung
einer n-dimensionalenSphâre
in denn-dimensionalen
Gerüstkomplex
K n vonK. )
Die n-dimensionalenNullsphârodengruppen
sindspezielle
n-dimensionaleHomotopie-
gruppen ; sie sind - wie die Hurewiczschen
Homotopiegruppen [6]
- für n > 1 Abelsch. Für die
Auffindung
deralgebraischen
Struktur der n-ten
Nullsphàrodengruppe 03A8n(K) gibt
die Isomor-phie (1)
einenHinweis;
doch besitzt dieGruppe
0*zwei,
imallge-
meinen verschiedene
Verallgemeinerungen
beimÜbergang
zu Di-mensionen n > 2. H.
Hopf [5]
hatgezeigt,
daB die Kommutator-untergruppe
derFundamentalgruppe g
von K1 zweigeometri-
sche
Bedeutungen besitzt,
die für n = 1 zusammenfallen: dieRepräsentanten
der Elemente sinda)
als eindimensionaleZyklen aufgefaBt, gleich
Null im Sinne derHomologie, b)
Produkte vonWegen
von der Forma7a-1,
wobei ii ein auf K1 mit afreihomotoper Weg,
also a =bab-1,
ist. Für Dimensionen n > 1 liefert dieÜber- tragung
dergeometrischen Aspekte a), b)
imallgemeinen
verschie-dene
Gruppen (= Untergruppen
von03A0n(Kn)): 0393n(Kn)
füra), II;(Kn)
fürb); (dabei
istrn(Kn) :J 03A0n0(Kn));
die beidenGruppen
sind
n-dimensio4ale Verallgemeinerungen
von . DieGruppe
wird im Sinne von
b) verallgemeinert
zuPn0(Kn, K). 1)
Diealge-
braische Struktur von
03A8n(K)
ist dann bestimmt durch(cf. §
3,Satz
I ) :
Die
Nullsphàrodengruppe 1pn(Kn)
desGerüstkomplexes
Kn istisomorph
zu0393n(Kn) (cf. §
3, SatzI’),
worin alsSpezialfall 03A81(K1) ~
enthalten ist.6. Eine
Untergruppe 03A8n0(K)
von03A8n(K),
die imFolgenden
eineRolle
spielt,
wird -grob gesagt - gebildet
durch die Klassen solcher n-dimensionalerNullsphâroden,
indenen jeder
n-dimen-sionale
sphârische Zyklus
von Kn( = simpliziales
Bild des Grund-zyklus
einerorientierten, simplizialen sn)
in beidenOrientierungen gleich
oft vorkommt.2)
Sie isthomomorphes
Bild derGruppe n0(Kn),
genau:Analog
zu Satzl’, §
3,gilt
hierIn der Dimension n = 1 fâllt
03A81(K)
mit03A810(K)
und03A81(K1)
mit03A810(K1)
zusammen.Die bisher betrachteten
Nullsphàrodengruppen
lassensich
auchstetig definieren,
d.h. für den Fallstetiger Abbildungen
einerS n und
stetiger
Deformationen dieserAbbildungen.
Sie sindtopo- logische
Invarianten einesPolyeders. (§ 7).
7. Die Rolle der
Untergruppe 03A8n0(K)
innerhalb derGruppe 03A8n(K)
istdie,
daB dieFaktorgruppe pn(K)jPon(K)
=Dn (K)
eineGruppe ist,
die ausgeometrischen
undalgebraischen
GründenInteresse verdient. FaBt man
je
zwei n-dimensionalesphârische Zyklen
vonKn,
die in einer n-dimensionalenNullsphâroden
in bei-den
Orientierungen gleich
oft vorkommen(cf.
oben No.6),
als1) Fur die Definition dieser Gruppen cf. 3.1.
2) KOJTekte Definition siehe 4.2.
eine
,,sphârische Komponente"
derNullsphârode
auf - die Zu-sammengehôrigkeit
zweiersphârischer Zyklen
zu einerKompo-
nente ist durch die die
Nullsphâroden
definierendeAbbildung
derS n bestimmt - so werden die Elemente von
03A9n(K)
durch Null-.spharoden reprâsentiert,
die durchvollstândiges Weglassen
dersphârische Komponenten
aus denNullsphàroden
von1pn(K)
ent-standen sind.
03A9n(K)
ist also dieGruppe
der(in
diesemSinne) reduzierten
n-dimensionalenNullsphàroden
von K. Eszeigt sich,
daB dieseGruppe isomorph
ist mit deranalog gebildeten Gruppe 03A9n(Kn)
desGerüstkomplexes (§
5, SatzIV).
Diese Tat-sache wird
wesentlich,
wenn man sie inZusammenhang
damitbringt,
daB03A9n(K)
einetopologische
Invariante von K ist. Dennes
ergibt
sichdaraus,
daB auch die durch denGerüstkomplex
K nbestimmte
Gruppe 03A9n(Kn)
eine Invariante von K ist.(§
6, SatzVIII).
Diealgebraische
Struktur vonQn(K) (und S2n(Kn))
istandererseits durch die
Isomorphie
bestimmt
(§
5, SatzIII),
wobeieine
Gruppe ist,
die in denUntersuchungen
von H.Hopf
überZusammenhânge
zwischenHomotopie-
undHomologiegruppen [5]
wichtig
ist. Aus der Invarianz von03A9n(Kn) folgt,
daB0394n(Kn)
einetopologische
Invariante von K ist(§
6, SatzVII).
8.
Bringt
man dengenannten
Satz III(§ 5)
inZusammenhang
mit einem anderen Satz von H.
Hopf ([5],
SatzI),
sozeigt
essich,
daB man für eine weitere von
Hopf
im Rahmen seiner erwâhntenUntersuchungen eingeführte Gruppe
einegeometrische Deutung
erhält:
Hopf
hat[4]
durch einenalgebraischen
ProzeBjeder
ab-strakten
Gruppe
OE eine unendlicheFolge
von AbelschenGruppen 1, (M2,
..., die "zu Ggehôrenden
BettischenGruppen",
in ein-deutiger
Weisezugeordnet.
Ist @ dieFundamentalgruppe
eineszusammenhângenden Komplexes K,
so ist (Ml dieFaktorgruppe
von Ci nach ihrer
Kommutatorgruppe,
G2 derGruppe GÎ
vonNo. 3
isomorph.
DieGruppe
6P läßt sichgeometrisch
nun sodeuten: sie ist
isomorph
derGruppe Q2 (K)
der zweidimensionalen reduziertenNullsphàroden
von K(§
6, Korollar zu SatzV).
Diegeometrische Deutung
derGruppen
i(i
~3)
durch die redu- ziertenNullsphärodengruppen
läßt sich auf diese Weise nur er-reichen,
wenn man noch voraussetzt, daB Kasphârisch
in allenDimensionen r mit 1 r n sei
(§
6, SatzV).
DieGruppe 03A91(K)
besteht
übrigens
immer aus dem Nullelement allein(§
6, SatzVI).
9. Die Resultate von No. 7 und No. 8 werden in
gewissem
Sinne einfacher, wenn K einfach
zusammenhângend
ist. Dann ist nâmlieh dieGruppe
der reduziertenNullsphàroden isomorph
derGruppe
der(gewôhnliehen) Nullsphàroden,
und esgenügt somit,
allein diese zu betrachten. Nach No. 7 und 8
gelten
dann z.B. diefolgenden beiden Aussagen :
Ist K einfachzusammenhângend,
soist die
Gruppe pn(Kn)
der n-dimensionalenNullsphäroden
von K neine
topologische
Invariante vonK;
ferner:10. In dieser Arbeit werden die
Nullsphàrodengruppen
vonvorneherein für den n-dimensionalen Fall
behandelt,
mit Ein-schluB des
(nichtkommutativen)
eindimensionalen Falls. NurFolgerungen
für n = 1 werdengelegentlich separat dargestellt.
Eshat sich dabei
gezeigt,
daB es vorteilhaftist,
den Deformations-begriff
fürSphâroden
andersdarzustellen,
als es sonst 2013 z.B. beiden Hurewiczschen
Homotopiegruppen -
üblich ist(§ 1).
Derneue
Deformationsbegriff
ist aber imPrinzip
dem üblichenäquivalent.
Herrn Professor H.
Hopf
danke ich herzlich fürAnregung
undwertvolle
Ratschläge
zu dieser Arbeit.§
1. DerBegriff
der Déformation fürstetige
undsimpli-
ziale
Spharenbilder.
1.1. Die Elemente der n-ten
Homotopiegruppe 03A0n(K)
eineszusammenhângenden Polyeders R
sind dieAequivalenzklassen
derstetigen Abbildungen 3)
einer orientierten n-dimensionalenSphare
Sn in
K.
Der dabeizugrundeliegende Aequivalenzbegriff
ist diestetige
Deformierbarkeit derstetigen Spharenbilder
einer Klasse ineinander unterFesthaltung
einesgemeinsamen
Punktes inK.
Die übliche
Art,
die Deformation einesSphärenbildes n1
in einanderes n2
zudefinieren,
beruht auf derBetrachtung
destopo- logischen
Produktes derUrbildsphäre
Sn mit einerabgeschlossenen
Parameterstrecke
Tl,
deren Punkten die reellenParameterwerte
t etwa zwischen 0 und 1
zugeordnet
sind. Eine etwas andereMethode,
denDeformationsprozeB
zuerklâren,
hat denVorteil,
3) Alle stetigen Abbildungen, die in dieser Arbeit vorkommen, sind eindeutig.
Statt "stetige Abbildung" sagen wir manchmal kurz Abbildung.
daB ihre
Übertragung
auf den Fallsimplizialer Sphàrenbilder
undderen
simplizialen
Deformationenweniger kompliziert
ist als fürdie
erstgenannte
Art. Die beiden Methoden sindübrigens
demPrinzip
nachäquivalent.
1.2. Diese zweite Methode läßt sich so erklâren: Ein
stetiges Spharenbild 5n (wir
sagen kurz: eineSphârode)
sei durch eineein-
deutige stetige Abbildung f
der orientiertenUrbildsphäre
S n inK gegeben.
Auf..Sn sei ein Punkt o, ein Urbild desspäteren Bezugs- punktes
0 von03A0n(K). ausgezeichnet.
An Snhänge
man in o eineorientierte
(n
+l)-dimensionale Vollkugel Vn+1 an, 4)
indem maneinen Punkt ol ihrer
Randsphäre S n
mit o identifiziert. Die soentstandene
topologische
Summe" von S n mit der(abgeschlosse- nen) Vollkugel Vn+1
werde mit Sn ~V"+1 bezeichnet. 02
sei derDiametralpunkt
von ol aufS n. kx, k2
seienzwei, voneinander
ver-schiedene, (n -1)-dimensiomale
Parallelkreise aufSn (bezügl.
O1, O2 als
Pole ),
etwakx
auf derHemisphâren
von °1’k2
aufderjenigen
von o2. Die
von kx
aufS n
berandete n-dimensionaleVollkugel,
die, ol
enthâlt,
heiBeCl; analog
seiC2
mit Hilfevon k2 und o2
definiert.( Cl, C2
werden wir manchmal kurzKappen nennen.)
SchlieBlich sei Z der n-dimensionaleRingbereich (die Zone)
aufSn,
derdurch
ki und k2
berandet wird.Der für das
Folgende grundlegende Begriff
derDeformation
einer
Sphärode n
über einem ihrer P-unkte A wird nun so definiert : Sei A ein(beliebiger)
Punkt von 5n, a ein Urbild von A aufS",
also
f(a)
= A.5)
Eine Deformation derSpharode 5n
über demPunkte A wird dann
gegeben
durch eineAbbildung
F vonS n fl3 Vn+1 in
K,
diefolgendermaBen
alsErweiterung
der Ab-bildung f
von sn konstruiert wird:wobei u ein orientierter 1-dimensionaler
Weg
auf snist,
der von4) Die Orientierung von Vn+1 werde dabei im (n +1)-dimensionalen Euklidi-
schen Raum R-+’, in dem Vn+1 und rS’n eingebettet sind, gleich gewâhlt der Orien- tierung der von Sn berandeten Vollkugel Vn+1. (V"+’ wird hier sonst keine Rolle
spielen. )
5) Verschiedene Urbilder von A auf Sn (sofern sie existieren) bedingen ver-
schiedene Deformationen von en über A, und somit verschiedene deformierte
Sphâroden von en.
o nach a
lâuft,
u-1 derentgegengesetzt
durchlaufeneWeg,
und Ubzw. U-1 die
f -Bilder
von u bzw. u-1 auf en sind.Das Resultat der Deformation ist
F(Sn ~ Sn)
=n1. n1
stellt dieSphârode dar,
in die n deformiertwurde,
wennman n1
alsstetiges
Bild einer orientierten
Sphâre
Yn(mit ausgezeichnetem Punkt) auffaBt,
diestetig
so auf Sn ~Sn abgebildet wurde,
daB der(n - l)-dimensionale "Aequator"
durch denausgezeichneten
Punkt von f/n in
o übergeht,
die eineHemisphâren
inSn,
die anderein S il.
1.3. Man kann eine Deformation einer
Sphârode
n im PunkteA auch
folgendermaBen
darstellen: en sei durch diestetige
Ab-bildung
der orientierten n-dimensionalenSphâre
En in K gege-ben: ~(03A3n)
= n; derausgezeichnete
Punkt o von 03A3n werde aufden Punkt 0 von à"
abgebildet: ~(D)
= 0. a sei einUrbildpunkt
von A auf 03A3n:
~(03B1) =
A. In oc sei an En dieVollkugel n+1
ange-hängt,
die von derSphâre
03C3n berandetist,
welche mit Engleich
orientiert sei
6).
Auf 03A3n sei ferner ein 1-dimensionalerWeg
u, dervon o nach oc führt
ausgezeichnet.
u-1 sei der zu ureziproke Weg.
Dann ist eine Deformation von n in A
gegeben
durch einestetige Abbildung F
von 03A3n ~ n+1 inK,
die eineErweiterung
von von En ist.D.h.,
fürF gilt
(Õ) (03A3n) ~ ~(03A3n)
= en( F und
auf Enidentisch).
Speziell gilt also,
wenn man noch dieq-Bilder
von u und u-1 mitU und U-1
bezeichnet, (1)
1.4. Ist eine Deformation von en in A
gemäß
1.3erkh,rt,
sokann man sie auch als Deformation von en in A im Sinne von 1.2 auffassen:
Gegeben
sei endurch ~(03A3n); ~(0)
=0, ~(03B1)
= A. DieDeformation von en in A sei bestimmt durch eine
Abbildung (03A3n
~n+1)
im Sinne von 1.3. Dann nehme maneine,
mit Engleichorientierte 6) Sphâre
S n imRn+1,
an die in o eineVollkugel Vn+1 (gemaB 1.2) angehängt
sei.(Auf der, Vn+1 berandenden,
mitS n
gleichorientierten Sphâre S n
sind - wie in 1.2. - ol, O2,ki, k2,
6) Zwei n-dimensionale Sphâren heiBen im (n + 1 )-dimensionalen Euklidischen Raum RI+’ gleichorientiert, wcnn die von ihnen berandeten orientierten (n + 1 )- dimensionalen Elemente (= topologische Bilder von (n + 1 )-dimensionalen Sim- plexen) die gleiche Orientierung des Rn+1 bestimmen. (Die Orientierung der Sphâre
wird dabei durch die Orientierung des berandeten Elements induziert.)
Cl, C2 ausgezeichnet.)
Nun bilde man Sn ~Vn+1
durch eine Ab-bildung ;( stetig
so auf En ~ n+1ab,
daB yErweiterung
einerorientierungstreuen topologischen Abbildung
i von S n aufEn,
mit
i( 0)
= o, ist und denfolgenden Funktionalgleichungen genügt :
(0) ~(Sn) ~ 03C4(Sn)
In(~
und T auf Snidentisch) (1) ~(01) = ~(02) = D
(2) ~(k1.)
=(k2)
’XDurch die
Abbildung FZ
von 5*" ~Vn+1 in jK
ist dann die durch dieAbbildung F
von En ~ V,,+l ink definierte
Deformation vone" im Sinne von 1.2
dargestellt,
und wir setzenIn der Tat stellen
zunächst ~(03A3n) und ~03C4(Sn)
dieselbeSpharode 5n
in
K,
im üblichen Sinne derHomotopietheorie, dar,
da rtopo- logisch
undorientierungserhaltend
ist. Durch03C4-1(03B1) = a, 2-1 (u )
= uund
03C4-1(u-1)
= u-1 sind ferner der Punkt a und die 1-dimensionalenWege
u, u-1 aufS ndefiniert,
und aus denFunktionalgleichungen
(o ), (1), (2), (3)
und(0), (1), (2) folgt,
daBF(Sn~Vn+1),
dar-gestellt
durchF~(Sn ~ J7n+l) (cf. (I)),
denFunktionalgleichungen
(0), (1), (2), (3) genügt.
1.5. Eine Deformation einer
Sphârode
5n =f(Sn)
in endlichvielen
Punkten iA (i
= 1, 2, ..., m.,iA i= jA
füri ~ j)
wird aufGrund von 1.2 wie
folgt
definiert: Im Punkte o von Snhängt
manm
Vollkugeln iVn+1 (oder
derentopologische Bilder)
an, wobei aufder, iVn+1
berandendeniSn
fürjeden
Index i die Punkte i01, io2, die(n 1)-dimensionalen
Parallelkreiseikl, ik2
und die n-dimen- sionalenKappen iCl, iC2 ausgezeichnet sind,
inAnalogie
zu 1.2.Für
jeden Punkt iA
von 5n sei ein Urbild auf Snmit ia
bezeichnet:f(ia)
=jA.
Dann wird eine Deformation von 5n in den Punkten1A, 2A,
...,mA gegeben
durch eineErweiterungsabbildung
F vonm _
f(Sn),
die Sn ED UiVn+1
inK
abbildet und für diegilt:
wobei ju
ein 1-dimensionalerWeg
auf Sn von onach ia ist, ju-1
sein
reziproker,
undiU, àU-1
dief -Bilder
von iu,iu-1
sind.In
gleicher
Weise lassen sich dieBetrachtungen
von 1.3 und1.4 auf den Fall mehrerer
Punkte iA (i
== 1, 2, ...,m ) übertragen.
1.6. Das Resultat einer solchen simultanen Deformation von 5n in m Punkten ist wieder eine
Sphârode,
wie man durchfolgende,
zum letzten Abschnitt von 1.2
analoge Betrachtung
sieht.(Wir
führen dies
hier
nur für m = 2 durch und betonen dabei - im Hinblick aufspätere Verivendung -
die Rolle der in 1.2 ein-geführten
Zonen auf deniS n. )
In o seien also an Sn die
Vollkugeln 1Vn+1
und2V"+’ angehängt,
berandet von
Sn
bzw.2sn.
Auf1S n
sei - wie in 1.2 - die Zone1Z,
berandet von den
(n 1)-dimensionalen
Parallelkreisen1k1
und1k2, ausgezeichnet,
auf2Sn
die Zone2Z,
berandet von2kl
und2k2,
Um das Resultat der
Deformation,
d.h.F(Sn
fl3S,,
fl32Sn)
=sn1,
als
Sphârode darzustellen,
betrachten wir eine orientierteSphâre Jn,
mitausgezeichnetem Punkt,
und bilden siestetig
aufS n fl3
S’n
fl32sn
durch diefolgendermaBen
definierteAbbildung
5’ ab: Durch einen
Aequator
En-l durch denausgezeichneten
Punkt von Yn werde Yn in die beiden
Hemisphâren Hl, uH"
geteilt,
undIIHn
werde durch den Halbmeridian Mn-1(der
durchden
ausgezeichneten
Punktgehe)
in die beidenViertelsphàren 1Q n
und2Q n zerlegt. Auf 1Q n
sei eine Zone1ft’ (berandet
von(n-1 )-
dimensionalen
Kreisen,
die zu E n-1 und Mn-1 fremdsind)
aus-gezeichnet,
undanalog
auf2Qn
eine Zone2ft’.
Dann soll die Ab-bildung
F von Jn aufSn ~ 1Sn ~ 2Sn
so konstruiertwerden,
daB
gelte
Das Resultat der
Deformation, sn1,
ist dann durch diestetige Abbildung J
von Jnvermôge
Sn1
=J(Jn) = FF(Jn)
als
Sphârode dargestellt. (F
ist definiert wie in1.5.)
Wir werden in diesem Sinne sagen, daB eine
Sphârode,
die durchsimultane Déformation von Sn in m Punkten entstanden
ist,
ge-geben
sei als Bild einerSphâre
Yn mit m Zonen.1.7. Der
Begriff
derDeformation
einerSphârode
in einemPunkte erweist sich
speziell
imsimplizialen
Fall alszweekmäßig,
da sich der
Begriff
der Deformation über einemSimplex
von 5n(cf. 1.8)
auf ihn zurückführen läßt.Zunâchst läßt sich eine
simpliziale Sphârode
5n und eine sim-. pliziale
Deformation von 5n in einem ihrerEckpunkte A,
sowie dieübrige Darstellung
und der Inhalt von 1.2, 1.3, 1.4, 1.5 ,1.6 auf densimplizialen
Fallübertragen,
wenn man diefolgenden Spezia- lisieruiigen berücksichtigt:
Alleauftretenden Sphâren
und Voll-kugeln,
sowieK,
sind in einersimplizialen Zerlegung gegeben.
AlleAbbildungen
sindsimplizial.
Alleausgezeichneten Punkte,
wieo, 01, 02, o, a, oc,
A,
sindEckpunkte
dersimplizialen Zerlegungen
der
Polyeder,
auf denen sie definiert sind. Alle 1-dimensionalenWege,
wie u, u,U,
sindWege
auf denKantenkomplexen
der ent-sprechenden simplizialen Zerlegungen.
SchlieBlich sind die sim-plizialen Einteilungen
hinreichend feinvorausgesetzt,
z.B. um zuermôglichen,
daB einesimpliziale Abbildung
eineAbbildung
"auf" ist,
wenn diesverlangt
worden ist(z.B.
in 1.4für Z
als,
Abbildung
von Sn ~Vn+1
auf En ~n+1). Nôtigenfalls
wird hier-fur vor Vornahme der
Abbildung
im Urbild einesimpliziale (z.B.
baryzentrische) Unterteilung ausgeführt.
(Wir
werden die imstetigen
Falle verwendetenBezeichnungen
im
simplizialen
Fallebeibehalten,
da beide Fälle im weiteren Ver- laufgetrennt
beha,mdeltwerden.)
1.8. Wesentlich für unsere
Betrachtungen
ist derBegriff
dersirrzplizialen
Deformation einersimplizialen Sphârode en
übereinem
Simplex
von 5n. Statt diesenBegriff
zuerst zu definierenund ihn dann - wie wir es wünschen - auf
denjenigen
der sim-plizialen
Deformation in einemEckpunkt zurückzuführen,
werdenwir ihn von vorneherein mit Hilfe der Deformation in einem Eck-
punkte
definieren. Dabei werden wir uns auf denBegriff
der sim-plizialen
Deformation über einem n-dimensionalenSimplex
Y"von en
beschranken,
da nur dieser in dieser Arbeitgebraucht
werden wird. Dem
Folgenden
wird nun derBegriff
dersimplizialen
Déformation in einem Punkte
zugrundegelegt,
wie er sich - beiBerücksichtigung
von 1.7 - aus 1.3ergibt. (Es
lieBe sich natürlich auch dieDarstellung
von 1.2benutzen.)
Es sei also durch
~(03A3n) = Sn
einesimpliziale Sphârode
in Kgegeben,
Yn ein n-dimensionalesSimplex
von en; X n sei ein n- dimensionalesSimplex
von 03A3n so, daBq;(xn)
= Yn. A sei einEckpunkt
vonYn,
und ocderjenige Eckpunkt
vonX n,
für den~(03B1) =
Agilt.
u sei ein 1-dimensionalersimplizialer Weg
auf Invon o nach a, u-1 der
reziproke Weg.
In oc wird an En eine so orien-tierte
Vollkugel n+1,
berandet von derSphâre
03C3n,angehângt,
daB111 und 03C3n
gleichorientiert
im Rn+1 sind(cf.
FuBnote8».
Sei 03BEn einn-dimensionales
Simplex
von an, das ce zumEckpunkt
hat.(Xn und en
sind orientiert durch dieOrientierungen
von X" undorn.)
Dann werde en mit X n so
identifiziert,
daB die dieIdentifizierung
definierende
topologische simpliziale Abbildung
von en auf Xnden Grad - 1 auf X n hat. Unter
Berücksichtigung
dieser Identi-fizierung
wird nun einesimpliziale
Deformation von en über demSimplex
Yn definiert alssimpliziale
Deformation von en im PunkteA,
d.h. durch einesimpliziale Abbildung F
von En ~ n+1 inK,
die der
Bedingung (0) (und folglich
auch(1)
und(2 ) genügt). (Cf.
1.3).
Es istalso,
nach Vornahme dergenannten Identifizierung, F(03BEn)
=~(2013 Xn) = - ~(Xn),
d.h.speziell,
daB dasF-Bild jedes
Punkts von en mit dem
~-Bild
des ihm bei derIdentifizierung (= topologische Abbildung) eineindeutig entsprechenden
Punktsvon X n in
K
zusammenfällt.1.9. Im Besonderen
môge
einesimpliziale
Deformation im Punkte A von en elementarheiBen,
wenn n+1 ein(n
+l)-dimen-
sionales
Simplex
ist. Wird n+1 durch die die Deformation be- stimmendesimpliziale Abbildung F
von In fl3 wn+1 in R auf ein(n
+1 )-dimensionales Simplex abgebildet,
sosprechen
wir voneiner nichttrivialen elementaren
Deformation;
ist die Dimension desBildsimplexes
von »n+1 hôchstensgleich
n, so heiBe die ele- mentare Deformation trivial. Auf Grund von 1.8 kann man auch sagen, daB eine nichttriviale elementare Deformation von en über demSimplex
yn dadurch bewirktwird,
daß Sn inK
über ein(n
+1 )-dimensionales Simplex
vonK,
dessen Seite Ynist,
hin-weggezogen wird. Eine
simpliziale
Deformation kann in endlich vielen Schrittenausgeführt werden, wobei jeder
in derAusübung
einer elementaren
simplizialen
Deformation besteht.1.10.
Bemerkungen: 1.)
DieAusführung
einersimplizialen
De-formation über endlich vielen
Simplexen
von en ist nun nach 1.8and 1.5 leicht ersichtlich.
2.)
Es läßtsich, analog
zu 1.8, eine all-gemeinere
Definition dersimplizialen
Deformation über einemSimplex
von engeben,
wenn man in en ein d-dimensionales Sim-plex
Yd(0 d n ) betrachtet,
auf dasdurch
ein r-dimensiona- lesSimplex
xr(d
rn )
von Inabgebildet ist,
das mit einemgleichdimensionalen Simplex er
von an identifiziert wird.1.11. Die
Zurückführung
der Deformation über einemSimplex
auf
diejenige
in einem. Punktermôglicht
es, denZusammenhang
dieses"lokalen" Deformationsbegriffs
mit demüblichen, "glo-
balen",
d.h. sich auf die ganzeSphârode beziehenden,
herzustellen,u.zw. sowohl im
simplizialen
als auch imstetigen
Falle. Wir deuten dies hier für denstetigen
Fall an: Mangeht,
für dieErklàrung
desglobalen
aus dem lokalenBegriff,
von der Deformation in einem Punkte aus, wie sie in 1.2 oder 1.3dargestellt
wurde.(Wir
ent-scheiden uns hier für
1.3.)
Dann laBe man auf En den Punkt amit dem
ausgezeichneten
Punkt ozusammenfallen,
sodaB derWeg
u auf En in den Punkt ozusammenschrumpft.
Manhängt
also die
Vollkugel
»n+1 in o an En an, d.h. betrachtet eine Defor- mation von sn im Punkte 0. Sei xn-1 eine(n-1)-dimensionale Sphâre
auf an, die durch ogehe
und an in die beidenHemisphâren
~n1, ~n2
teile. Dann identifiziere manetwa q?
mitEn,
indem mana n
Mit ~n1
auf Enlege
und mn-1 über 03A3nhinweg
auf o zusammen-schnüre,
sodaB qi
zurSphâre wird,
innerhalb welcher En imPunkte
ohängt.
Dann ist die lokale Deformation über Snäqui-
valent mit der
globalen
Deformation von sn im üblichenSinne,
wobei die übliche
(globale) Erweiterung
derAbbildung
von Endurch die oben
dargestellte (lokale)
Art derErweiterung
von beschrieben ist.1.12. Eine
freie Deforrnation
einerSphârode
sn über einem ihrer Punkte A wird definiert wie die"gebundene"
Deformation(in 1.2),
nur daB dieFunktionalgleichungen (3)
ersetzt werdendurch
wobei U ein
beliebiger
1-dimensionalerWeg
in Kist,
der von 0nach A
läuft,
U-1 derentgegengesetzte Weg.
Es wird alsohier,
im
Gegensatz
zum"gebundenen" Fall,
nicht mehrverlangt,
daBU Bild eines
Weges u ist,
der ganz auf Snliegt,
d.h. U braucht nicht auf derPunktmenge
von 5n zu verlaufen. Will man die freie Deformation im AnschluB an 1.3erklàren,
so hat man fur u einenWeg
zunehmen,
der imRn+1,
in dem Eneingebettet ist,
von onach a
führt,
nichtnotwendig
auf Enliegt,
unddurch F
auf einenbeliebigen Weg U,
der inK
von 0 nach Aläuft, abgebildet
wird.F
ist in diesem Falle eineErweiterung
von cp, die auf In EB n+1 fl3 udefiniert ist. Die
Übertragung
dieser Definition auf densimplizia-
len Fall ist klar.
Aus diesem
"lokalen" Begriff der
freien Deformationergibt
sichder
"globale"
inAnalogie
zu 1.11: Man läßt wieder den Punkt avon En mit o
zusammenfallen,
wodurch nun u zu einemgeschlos-
senen
Weg
wird, der an En in ohängt, und
nichtnotwendig
auf Enl iegt.
Mit der n+1 berandendenSphâre
an verfährt man danngenauso wie in 1.11, und erhâlt eine freie Deformation im üblichen
Sinne,
wobei durch(u) dasjenige
Element der Fundamental-Gruppe von E
bestimmtwird,
durch welches die freieHomotopie
im Sinne des
Eilenbergschen Automorphismus
der(gebundenen)
n-ten
Homotopiegruppe von E algebraisch ausgedrückt
werdenkann.
(Cf. [2]).
Für n = 1 werden durchfi(u)
und(u-1)
dieWege gegeben,
die den innerenAutomorphismus
der Fundamental- gruppe von Kxeprâsentieren,
für n > 1 wird durch(u)
und(u-1)
bekanntlich ein(nicht notwendig innerer) Automorphis-
mus bewirkt
(cf. [2]).
§
2. DieGruppe
dersimplizialen Nullsphâroden.
2.1. Eine n-dimensionale
simpliziale Nullsphârode
°5n in einemzusammenhângenden simplizialen Polyeder K
ist durch eine sim-pliziale Abbildung f
einersimplizial zerlegten
orientierten n-di- mensionalenSphâre
Sn in dasPolyeder
Kgegeben,
die aufjedem Simplex
inK
denAbbildungsgrad
Null hat. Beif
wird einSimplex
der Sn entweder mit dem
Grad
0abgebildet
oder mit dem Grad Jb 1. Stelltf
einesimpliziale Nullsphâroden dar,
dann muB es somitzu
jedem Simplex
Xn vonSn,
das mit dem Grad + 1(bzw. - 1) abgebildet wird,
einSimplex
X’ n auf S ngeben,
das durchf
mitdem Grad - 1
(bzw.
+1)
inK abgebildet
wird. EinEckpunkt
o der
Simplizialzerlegung
von S n seiausgezeichnet;
er wird durchf
auf denEckpunkt
0 vonK,
denBezugspunkt
der zu definieren- densimplizialen Nulispharodengruppe von K abgebildet. 7)
2.2. Wird die
Sphâre
Sn auf eine andere orientierte n-dimen- sionaleSphâre S" topologisch simplizial
mit dem Grad + 1 ab-gebildet,
wobei dieseAbbildung
03C4 den Punkt o in einen aufSZ ausgezeichneten Eckpunkt
orüberführe,
so ist durchf03C4-1
eineAbbildung
vonSn in K gegeben,
die diegleiche Nullsphâroden
0Snbestimmen
môge.
2.3. Sind zwei
Nullsphàroden 0Sn1, 0Sn2 gegeben
durch die Ab-bildungen f1(Sn1), f2(Sn2),
so kann man sie zusammensetzen, indemman den Punkt 01,E
Si
mit dem Punkt o2 ES"
identifiziert und dieso entstandene
topologische
SummeSn ~ Sn2
durch einesimpli-
ziale
Abbildung
F inK
derartabbildet,
daBF(Sn1)
=f1(Sn1), F(Sn2)
=f2(Sn2)
ist. DieZusammensetzung
führt zu einer neuenNullsphârode 0Sn1
+0Sn2.
Man kann nâmlich einegenügend
fein7) Da wir im Folgenden, bis zu § 6, ausschließlich den simplizialen Fall behan-
deln, werden wir oft das Wort simplizial nicht mehr besonders erwâhnten. Statt
Eckpunkt w erden wir meistens kurz Punkt sagen.
untergeteilte
dritte orientierte n-dimensionaleSphâre
5’n durcheine
Abbildung 5’ simplizial
derart aufSn1 ~ Sn2 abbilden,
daBdie eine
Hemisphâren Hn
von 5"’ inS",
dieandere, ¡¡Hn,
inS"
und die sie trenneride
(n - l)-dimensionale Aequatorsphâre
En-1samt einem auf ihr
liegenden ausgezeichneten Eckpunkt
in denS"
undSn gemeinsamen
Punkt oübergehen. Durch J
= FF istdann eine
Abbildung
von yn in Kgegeben,
die dieNullsphâroden 0Sn1 + 0Sn2
bestimmt. DieAbbildung
F von Qn aufSi ~ Sn2 spielt
nur die Rolle einer Parametertransformation für die die Null-
spharode 0Sn1
+0Sn2
definierendeAbbildung J,
und man kann indiesem Sinne sagen, daB die
Nullsphâroden 0Sn1
+0Sn2
bereits durch dieAbbildung
F vonSn1 ~ S" gegeben
ist:Die
Zusammensetzung
einerbeliebigen
endlichen Anzahl k(k
>2)
von n-dimensionalenNullsphâroden geschieht analog
wie für k = 2.
2.4. Das
Inverse, - 0Sn,
einerNullsphâroden
°5n wird durch diegleiche Abbildung /
derentgegengesetzt
orientiertenUrbildsphàre gegeben:
- 0Sn =f(2013Sn).
Wir setzenfest,
daB man stattf(2013Sn) auch 2013f(Sn)
schreiben kann.2.5. Zwei
Nullsphâroden 0Sn1, 0Sn2
inK
sind einanderv-homotop,
wenn sich die eine in die andere so deformieren
läßt, daB jede Zwischen-Sphärode"
eineNullsphâroden (in K)
ist. Die Aus-führung
diesesspeziellen DeformationsprozeBes
- er sei v-De-formationsprozeB
benannt - lâ8tsich,
im AnschluBan §
1,folgendermaBen
erklären:(Wir
beziehen uns dabei auf die Dar-stellung
der Deformation wie sie in 1.3 und 1.8gegeben
wurde unddefinieren zunâchst eine elementare
simpliziale
v-Deformation über einem n-dimensionalenSimplex
von0Sn1)
X n und X’’t seien zweiSimplexe
derUrbildsphäre
In von0Sn1,
die durchdie, 0Sn1 definierende, Abbildung cp
mitentgegengesetzt gleichen
Graden(±
1bzw. T- 1)
inK abgebildet
sind:~(Xn)
=Yn, ~(X’n)
=2013~(Xn)
= 2013 V. Eine Deformation über demSimplex
V(bzw.
2013Yn)
làBt sich(cf. 1.8)
vermittels einer Deformation über einemEckpunkt
A von Yn definieren. Auf Ln betrachten wir daher denUrbildpunkt
03B1 vonA,
derEckpunkt
von X nist,
unddenjenigen a’,
derEckpunkt
von X’’z ist.(a
und oc’ sindeindeutig bestimmt, da ~
Lyn bzw. X’ n mit dem Grad + 1 bzw. - 1 auf Vabbildet.)
Feriier seien u, u’ zwei 1-dimensionale
simpliziale Wege,
die aufLn von 0 nach oc bzw. oc’
laufen; u-1,
u’-1 dieentsprechenden
rezi-proken Wege.
Iii oc und oc’ wird an Lnje
ein(n
+1 )-dimensionales
Simplex n+103B1
bzw.n+103B1’ angehàngt,
wobein+103B1, n+103B1’
so orientiertsind,
daB die dadurch induziertenOrientierungen
ihrer Rand-sphären e Qâ. gleich
derOrientierung
von En sind(cf. FuBnote 6 ) ).
Eine elementare
simpliziale
v-Deformation von0Sn1
im Eck-punkt A
ist dann durch eineAbbildung F
von In fliV"+l
~n+103B1’
in K
gegeben,
die eineErweiterung von ~(03A3n)
=0Sn1 ist,
und derBedingung genügt,
daBist. Genau
gesagt,
bedeutet dabei(D) Folgendes:
Sei i+ einetopo- logische simpliziale Abbildung
vonauf n+103B1’
vom Grade + 1,mit
03C4+(03B1)
=oc",
1’- dieselbeAbbildung
vom Grade - 1, d.h.03C4-1- 03C4+(n+103B1) = 2013n+103B1 (Identität
auf’1J’n+l
mitUmkehrung
derOrientierung).
Dann ist(n+103B1’) gegeben
durch:wobei
2013(n+103B1)
nur eine andere Schreibweise fürF (
bedeutet. Aus dieser Definition
folgt unmittelbar,
daB das Resul- tat einer elementarensimplizialen
v-Deformation wieder eine Null-sphärode ist;
diesekann, analog
wie in 1.6, wieder auf eineSphâre
Jn
bezogen
werden.Insbesondere
gelten,
alsFolge
von(03A3n) = ~(03A3n),
für die Ab-bildung È
noch dieBeziehungen:
wo U und U’ 1-dimensionale
Wege
inK sind,
die(auf
der Bild-menge von
0Sn1)
von 0 nach A(= ~(03B1)
=~(03B1’))
führen.Betrachtet man nun auf
aâ
ein n-dimensionalesSimplex
03BEn, dasoc zum
Eckpunkt hat,
undanalog
auf03C3n03B1’
ein ;’n, auf dem 03B1’liegt,
und nimmt man vor
Ausübung der Abbildung F
die in 1.8 dar-gestellte Identifizierung
von und X neinerseits,
und 03BE’n und X’ n andererseits vor, so erhâlt man eine elementaresimpliziale
v-De-formation von
0Sn1
über demSimplex
yn. In der Ausdrucksweisevon 1.9 kann man auch sagen, daB eine nichttriviale elementare
simpliziale
v-Deformation von0Sn1
über Yn dadurch bewirktwird,
daB mit
jeder positiven Bedeckung von 1 Yn 1
durch0Sn1 gleich- zeitig
einenegative Bedeckung
über ein(n
+l)-dimensionales Simplex von K,
dessenSeite 1 Y n 1 ist, hinveggezogen
wird.Die
endlich-malige Anwendung
einer elementarensimplizialen
v-Deformation heiBe eine
simpliziale v-Deformation,
und eine auf diese Weise aus0Sn1
entstandeneNullsphâroden 0Sn2
heiBev-homotop
zu
0Sn1.
Eine dem
Eckpunkt 0 E K v-homotope Nullsphâroden
heiBev-nullhomotop.
2.6. Wir wollen nun den
Zusammenhang
des v-Deformations-begriffs
mit demDeformationsbegriff
von 1.2 herstellen.(Wir gehen
dabei aus von 2.5 und benutzen 1.2, 1.3, 1.4,1.5.)
Es sei also eine elementare
simpliziale
v-Deformation von0Sn1
=~(03A3n)
über Yngemäß
2.5gegeben.
Dann sei S n eine solche orientiertesimpliziale Sphâre,
daB S n =03C4-1(03A3n) ist,
wobei 03C4-1 einetopologische simpliziale Abbildung
vom Grade + 1 ist.o =
i-1(o )
sei derausgezeichnete
Punkt auf Sn. Durchi-1(u )
= uund
i-1(u’ )
== u’ sind auf S n zwei 1-dimensionaleWege gegeben,,
die von o nach a =
03C4-1(03B1)
bzw. a’ =03C4-1(03B1’)
führen. In ohängen
wir an S n zwei hinreichend fein und
isomorph untergeteilte [1]
Vollkugeln "j7n+l,
V’ n+1 an, derenRandspharen Sn
undS’ n
mit S ngleichorientiert
sind. AufSn
bzw.S’ n
seien(wie
in 1.2,1.5)
aus-gezeichnet
die Punkte ol, 02 bzw.0’1, 02 (wobei ol
=o’ 1
= oinfolge
der
Anhangung ist),
dieKappen Ci, C2
bzw.Ci, C’, 2
die Zonen Z bzw. Z’ und ihreRaiidsphâren k1, h;2
bzw.k(, k’2.
Dann werdeSn ~
Vn+1 ~ V’n+1
durch eineAbbildung
Zstetig (simplizial)
soauf En ~
n+103B1
~n+103B1’ abgebildet, daB y Erweiterung
der Ab-bildung
z von S n auf In ist und denfolgenden Bedingungen genügt :
Es
isthier,
im Falle derNullsphàroden, zweckmaBig,
zusàtzlichvon y noch
Folgendes
zuverlangen:
SeiB1
dasvon k,
inVn+1
be-randete n-dimensionale
Element,
das durch Schnitt vonJ7n+l
mit der n-dimensionalenHyperebene,
in derk1 liegt, entsteht; analog B2,
berandet vonk2.
Dann sei Wn+1 das von der ZoneZ,
vonB1 umd B2
berandeteTeilpolyeder
vonVn+l.
W’n+1 seianalog
inV’n+1
erkh,rt. Wir kônnen Wn+1 und Wln+lisomorph untergeteilt
voraussetzen, wie wir es für
Vn+1
undV’n+1 getan
haben. Dann lautet dieZusatzforderung
für X:Da
n+103B1
undn+103B1’ (n + 1)-dimensionale Simplexe (also isomorph
als
Komplexe,
beigegenseitigem Entsprechen
von ce undoc’) sind,
der