Originalartikel
Nachweis und Herkunft von Abscisinsäure und Prolin in Honig
J Lipp
Institut für
Hydrologie
der Gesellschaft für Strahlen- undUmweltforschung, Ingolstädter
Landstrasse, 1, D-8042Neuherberg,
BRD(eingegangen
6 Februar 1990; angenommen 12April 1990)
Zusammenfassung —
Zur weiterenKlärung
derFrage,
aus welchen Quellen Abscisinsäure(ABA)
und Prolin in den
Honig gelangen,
wurden Bienen, Nektar, Blattläuse(Aphoidea), Honigtau,
Pollen,Zuckerfütterungshonig
und natürlicherHonig
auf diese Substanzen untersucht. DieQuantifizierung erfolgte
im Falle der ABA mittelsHochdruckflüssigchromatographie (HPLC)
und immunochemis- chem Test(ELISA),
im Falle des Prolins mittels einer colorimetrischen Methode. ABAgelangt
durch Nektar,Honigtau
und Pollen in denHonig.
EineBeteilligung
seitens der Biene ist bisher auszuschließen. Prolin kann im Falleprolinhaltiger
Nektare,Honigtaue
oder Pollen offensichtlich auch durch diesepflanzlichen
Quellen in denHonig gelangen.
Die bishergültige Meinung,
daßProlin fast ausschließlich über den
Bienenorganismus
in denHonig eingetragen
wird, kann in vorlie-gender Arbeit nicht unterstützt werden.
ABA / Honig / HPLC / Prolin /
Zuckerfütterungshonig
EINLEITUNG
Abscisinsäure
(Sesquiterpen, ABA)
undProlin
(Aminosäure)
werden in Pflanzen in verstärktem Ausmaß unter Streß- situationen(Wasser, Hitze, Salz, Kälte) gebildet (Palfi
undJuhasz, 1970; Dörffling et al, 1974;
Palfi undBatyai,
1977;Syvert-
sen und
Smith,
1983; Barros undNeill, 1987).
Soweitbekannt, liegt
ABA inpflanz-
lichem Gewebe
vorwiegend
als cis/trans(ct)-
Isomeres vor, welches imGegensatz
zum trans/trans
(tt)-
Isomeren diephysio- logisch
aktive Form des Hormons darstel- len soll(Cummins
undSondheimer, 1973).
Vermehrte
ct-ABA-Ausschüttung
bewirktüber einen Schluß der Stomata die Redu-
zierung
des Wasserverlustes undreguliert
somit den Wasserhaushalt der
Pflanze.
Prolin wird im
Zusammenhang
mit"Streßsituationen" als Stabilisator von
Membranen
angesehen,
hat aber darüber hinaus auchregulatorische Wirkungen.
Diese beiden Substanzen findet man in relativ hohen Konzentrationen auch im
Pollen,
welcher alsaustrocknungsfähiger
Teil des
Cormophyten
auf Streßsitua- tionen hin konditioniert ist(Lipp, 1989).
Obwohl Pollen normalerweise in
gerin-
ger Konzentration im
Honig vorliegen,
istein schwacher
Eintrag
von ABA und Prolin in denHonig
denkbar. Dabei dürfte insbe-sondere das Prolin als wasserlösliche
Komponente
in das MediumHonig
"hinein-gelöst"
werden.In neuerer Zeit wurde
allgemein
der Zu-sammensetzung
der Aminosäuren im Ho-nig
erhöhteBeachtung geschenkt,
da sieeventuell zur
Sortendiagnose
und Bestim- mung dergeographischen
Herkunft ver-wendet werden können
(Gilbert
etal, 1981;
Davies undHarris,
1982;Speer
undMontag, 1986).
DerProlingehalt
des Ho-nigs
wird in derLebensmittelanalytik
dazugenutzt,
das Ausmaß derBespeichelung
des
Sammelgutes
durchBienen,
das heißt der"Reifung"
zu erfassen.Während andere Aminosäuren in sehr
geringen
Konzentrationen imHonig
vorlie-gen, tritt Prolin als deren
Hauptkompo-
nente in relativ
großer Menge
auf(Lipp, 1988)
undgehört
auch zu dengesch- macksgebenden
Bestandteilen desHonigs (Maeda et al, 1962).
Nach
bisheriger Auffassung
stammtder
überwiegende
Teil desHonig-Prolins
von der
Biene,
weil es im Zucker-fütterungshonig
ingleichen
Konzentration-en wie im natürlichen
Honig vorliegen
soll(Bergner
undHahn, 1972).
Die anderen Aminosäuren sind wahr- scheinlich
trachtbedingt. Über
die ABA imHonig wurden,
soweitbekannt,
noch keineUntersuchungen angestellt.
UmMenge
und Herkunft von Prolin und ABA im
Honig systematisch
erfassen zukönnen,
wurden sämtliche natürlichenTrachtquellen
aufdiese beiden Substanzen untersucht.
Außerdem wurden mehrere
Honige
ausverschiedenen Ländern mit
einem speziell angefertigten Zuckerfütterungshonig
in ih-ren ABA- und
Prolingehalten verglichen
und statistisch
ausgewertet.
MATERIAL UND METHODEN
Innerhalb unserer
Untersuchungen
wurden 22Honige
aus dem Handelgemäß
der bekanntenAnalysenmethoden (Schweizerisches
Lebens- mittelbuch, 1967; AOAC, 1984;Lipp
et al,1988)
auf ihre Reinheit hin untersucht. Es handelte sich bei
folgenden
Proben um authentischeHonige(Tabelle I).
Um den Ausschluß unkontrollierter Tracht zu
gewährleisten, wurden Bienenvölker
ausgehun-
gert und imFlugzelt
mit Zuckerwasser (1:1)gefüttert (Dr
G Vorwohl, Landesanstalt für Bie- nenkunde,Hohenheim).
Der ZFH wurde nach 14Tagen
ausgeschleudert, was demVorgehen
von
Bergner
und Hahn(1972) entsprach.
Sechs Bienen aus der
Winterfütterung
(mitFlüssigzucker)
wurden vor dem Laubaustrieb imFrühjahr gefangen.
NachTötung
in Chloroform wurden sie derGefriertrocknung
unterzogen, ge- wogen und einzelnhomogenisiert.
Ferner wur-den zwei Bienen mit dicken Höschen auf einem
Rapsfeld (Brassica
napus napusL) gefangen,
sofort getötet und
gefriergetrocknet.
NachEntfernung
der Höschen wurden sie gewogen und ebenfallshomogenisiert.
Aus Bienen,Blattläusen und Pollen
(je
100mg)
mußten ABA und Prolin durch Methanol-Extraktion gewonnenwerden, die
Honig-,
Nektar- undHonigtau-
proben(je
100mg)
konnten als solchegelöst
werden.
Die
Fraktionierung
von ABA und Prolin er-folgte
im Vakuum überC 18 -Einmaltrennsäulen
(Baker, 3 ml) in derpH
4 saurenwässrigen
Phase (Fraktion 1, Prolin) und in der Methanol- Phase
(Fraktion
2,ABA).
Die ABA wurdedünnschichtchromatographisch
über HPTLC- Alufolien (Merck,Kieselgel
60, Laufmittel: Tolu-ol/Ethylacetat/Essigsäure:
75 + 22 + 3)gereinigt
und
HPLC-analytisch
bei 254 und 280 nmquantifiziert.
Hierbei wurde als Säule eineLichrospher
100 RP 18, 5 μm, 4 mm ID x250 mm
(Merck),
als Vorsäule eineC 18 -
Vorsäulenkartusche 3 mm ID x 25 mm
(Bischoff) verwendet. Die mobile Phase war ein Gemisch aus 66% Wasser mit 0,1% Es-
sigsäure
(Lösungsmittel A) und 44% Methanol(Lösungsmittel
B), wobei die Durchflußrate 1 ml/min
betrug.
Diephysiologisch
aktive ct-ABA(Cummins und Sondheimer, 1973) wurde direkt aus dem
chromatographischen
Lauf fraktioniert,getrocknet
und nochmals mittels des ELISA gemessen (Weiler et al, 1986).Zur Prolinbestimmung wurde die Nachweis- methode nach Bates et al (1973),
abgeleitet
vonTroll und Lindsley (1955) gewählt, nachdem sie auf ihre
Eignung überprüft
worden war(Lipp,
1989).ERGEBNISSE
UND DISKUSSION ABA- undProlingehalte
in denHonigen
Das Verhältnis zwischen ct- und tt-ABA ist unter den verschiedenen
Honigen
ähnlich(Tabelle II).
DieIsomerisierung
derphysio- logisch
aktiven ct-ABA könnte demnach während desReifungsprozesses
des Ho-nigs stattfinden,
was dadurchgestützt wird,
daß im Nektar keine tt-ABAgefunden
wird
(Abb 3). Dagegen
tritt sie imHonig-
tau, der durch die Blattlaus bearbeitetwurde,
wieder auf(Abb 4).
Man solltedemnach anhand des ct/tt-ABA- Verhältnisses beurteilen
können,
inwieweitHonige
durch tierischeOrganismen
bear-beitet wurden.
Waldhonige
hätten dem- nach einniedrigeres
ct/tt-ABA-Verhältnis alsBlütenhonige. Allerdings
ist zu beach- ten, daß bei erhöhtenTemperaturen (> 30°C)
und unterUV-Licht-Einwirkung
eine
Isomerisierung
von ct zu tt-ABA inFunktion der Zeit stattfindet
(eigene
Ver-suche).
Es kommtfolglich
darauf an, wielange
derNektar,
bzw derHonigtau
aufdem
pflanzlichen Organismus verweilte,
bis er von den Bienengesammelt
wurde.Entscheidend für das ct/tt-ABA-Verhältnis im
Honig
ist höchstwahrscheinlichjedoch
die Intensität der
Einspeichelung (je
nachTrockenheitsgrad
derFutterquelle)
und dieDauer der Futterkette
(je
nach Masse derTracht,
Zustand des Volkesusw).
Möglicher-weise
lassen sich daraus dieAbweichungen gewisser Honige (zB Blütenhonig aus Mexico, Spanien Wald)
erklären. Die während des Versuchs- zeitraumes
(2 Jahre) durchgeführte
Kühle
(10 °C)
und dunkleLagerung
hatte keinen Einfluß auf das ct/tt-ABA- Verhältnis.
Unter den
Honigen
lassen sich im absoluten ABA-Gehalt extreme Schwan-kungen
erkennen(Tabelle II,
zB ChinaSonnenblume, Leatherwood).
Diesliegt
wahrscheinlich an den stark unter- schiedlichen ABA-Gehalte in Nektaren und
Honigtauen (Abb
3,4).
In Abb 1werden die
Honige
mitZuckerfütterungs- honig verglichen. Zuckerfütterungshonig
weist im Verhältnis zu den anderen Honi-
gen
signifikant niedrigere
Gehalte anABA auf
(t-Test).
Nur China Sonnenblume hat einen mitZuckerfütterungshonig
ver-gleichbaren
ABA-Gehalt(Tabelle II).
Dieskönnte daran
liegen,
daß die Sonnen- blume alsentwicklungsgeschichtlich
rela-tiv hoch stehende Pflanze
(Compositae)
die ABA des Phloemsaftes im Nektarium wieder rückresorbiert und der Nektar daher sehr
wenig
oder keine ABA enthält(Ziegler, 1968).
Der äußerstgeringe ABA-Gehalt
imZuckerfütterungshonig
stammt wahrscheinlich von
(ABA- haltigem) Restnektar,
der sich noch imausgehungerten
Bienenvolke befand.Dafür
spricht
der hochsignifikante
Unter-schied zwischen natürlichem
Honig
undZuckerfütterungshonig,
sowie dernegative
Nachweis von
endogener
ABA in ausge-hungerten
Bienen nach der Win-terfütterung (Abb 2,
TabelleIII).
Die unter-schiedlichen Prolin-Konzentrationen in den
Honigen
sind auf eine Vielzahl von Varia-blen,
eventuell auch auf verschieden starke Prolin-Konzentrationen in Nektaren undHonigtauen
zurückzuführen(White
und
Rudyj, 1978; White, 1979).
Diese Quellen würden somit zumProlingehalt
des
Honigs beitragen (Abb
3,4).
Diessteht in
Einklang
mit derBeobachtung,
daß
Zuckerfütterungshonig
imVergleich
mit den anderen
Honigen
einensignifikant niedrigeren Prolingehalt
aufweist(Abb 1).
Allerdings gelangt
Prolin auch direkt vonder
Biene
in denHonig,
da sowohl Zucker-fütterungshonig
selbst als auchausgehun- gerte
Bienen nach derWinterfütterung
diese Substanz enthalten
(Abb 1, 2).
Esmuß
berücksichtigt werden,
daß Zucker-fütterungshonig
unter unnatürlichen Bedin- gungen gewonnen wird und derniedrigere Prolingehalt
durch den schlechterenphysi- ologischen
Zustand(geringe
Ei-weißversorgung)
der Bienenhervorgeru-
fen sein könnte.
Ähnliche
Verhältnisse treffen für die Bienen nach der Win-terfütterung
zu(Abb 2);
diese könnenje-
doch
eingelagerten
Pollen alsNahrungs-
und
Eiweißquelle
benutzen. DieProlinge-
halte in
einigen
untersuchten Nektaren(Abb 3), Honigtauen (Abb 4)
und Pollen(Abb 5)
sindausreichend,
um entschei- dend zumProlingehalt
desHonigs
beitra-gen zu können
(Hahn, 1970; Bergner
undHahn, 1972).
ABA- und
Prolingehalte
in BienenDa
signifikante
Unterschiedebezüglich
des ABA- und
Prolingehaltes
zwischenden Bienen nach
Winterfütterung
und den-jenigen
vomRapsfeld
ermitteltwerden,
sind
möglicherweise
auch Trachteinflüsse für ABA- undProlingehalt
imHonig
vonBedeutung (Abb 2).
Inausgehungerten
Bienen
liegt endogen Prolin,
aber nicht ABA vor(Siehe
auch TabelleIII),
was diepotentielle Prolin-Zugabe
zumHonig
seit-ens der Biene
erlaubt,
die ABA-Zufuhr aber ausschließt.ABA- und
Prolingehalte
in NektarenIn
Raps-
und Taubnesselnektarliegen
nachweisbare
Mengen
von ct-ABA vor.Alle untersuchten Nektare sind Prolin-
positiv.
Nektar alsHaupt-Honigquelle
kanndamit zum ABA- und
Prolingehalt
des(Blüten)-Honigs beitragen.
ABA- und
Prolingehalte
in Blattläusen(Aphoidea) und Honigtau
Die ct-ABA-Gehalte in den Blattläusen
(Aphoidea)
sind sehr unterschiedlich. Ho-nigtau
weistgeringe Mengen
an tt-ABA auf(siehe oben).
Sämtliche Proben enthaltenProlin
(Abb 4).
Die Blattläuse erhalten ABA und Prolin wahrscheinlich über den Phloemsaft derjeweiligen Wirtspflanzen,
da dieser selbst diese Substanzen enthält
(Becker, 1973;
Weiler undZiegler, 1981).
Offenbar unterscheidet sich der Phloem- saft verschiedener Pflanzen oder der einer Pflanze zu verschiedenen Zeiten beträchtlich im
ABA-Gehalt,
weil auch in den Blattläusen stark unterschiedlicheMengen
nachzuweisen sind. Da ABA und Prolin wiederausgeschieden
werden unddamit in den
Honigtau gelangen,
ist zu er-warten, daß auch
Honigtaue
mehr oderweniger
ABA und Prolin enthalten(Gray, 1952).
Daraus läßt sichfolgern,
daß Hon-igtauhonige
in ihren ABA- und Prolin- GehaltenSchwankungen unterliegen,
wasauch den hier
vorliegenden
Meßergebnissen entspricht.
ABA- und
Prolingehalte
in PollenPollen weisen unterschiedliche ABA- und
Prolingehalte auf,
die unter botanischemAspekt
diskutiert werden(Lipp, 1989).
Dader Pollenanteil im
Honig
normalerweisegering
bleibt(max 0,05%),
ist von dieserSeite nur ein
geringer Eintrag
zu erwarten,der
jedoch
beieinigen
PollenartenBerücksichtigung
finden sollte(zB
beiLöwenzahn, Goldregen, Trollblume, Hornklee, siehe
Abb5).
Vergleich
der HPLC- mit der ELISA-Methode
In Tabelle III werden die mit HPLC ermit- telten ct-ABA-Gehalte den mit ELISA
erhaltenen
Ergebnissen
anhand aus-gewählter
Probengegenübergestellt.
Diegute Übereinstimmung
der verschiedenen Methoden ist ein Indiz für dieRichtigkeit
der
ABA-Bestimmung.
Schlußfolgerungen
Aus den
Ergebnissen
dieser Arbeit wirdwahrscheinlich,
daß ABA durchNektar, Honigtau
und Pollen in denHonig gelangt.
Eine
Beteiligung
seitens der Bienen ist bisher auszuschließen. Dieser Befund istkeineswegs trivial,
da ABAubiquitär
auftrittund sogar in Gehirnen von
Säugetieren nachgewiesen
wurde(Editorial, 1986).
Prolin kann in bestimmten
Fällen,
ent-sprechend
der Nektar-Honigtau-
undPollenart,
zu einem erheblichen Teil ausden Rohstoffen
Nektar, Honigtau
und Pol-len stammen. Die
Ergebnisse
dieser Arbeit vertreten somit nicht die Ansicht vonBerg-
ner und
Hahn,
die dieHauptquelle
desProlins in der Biene selbst fanden. Zwar wurde in
vorliegender
Arbeit nur einZuckerfütterungshonig untersucht,
der nichtunbedingt repräsentativ
seinmuß;
die
Ergebnisse
werdenjedoch
auch durchdie
Untersuchung
der Bienen und der ih-nen zur
Verfügung
stehenden natürlichenNahrungsquellen (Nektar, Honigtau,
Pol-len) gestützt. Die Anschauung,
daß derProlingehalt
imHonig
ein direktes Maßdes
Bearbeitungsgrades
seitens der Bienedarstellt,
sollte im Falleprolinhaltiger
Nek-tare und
Honigtaue
überdacht werden.Eventuell lassen sich
diesbezüglich
ausden ct/tt ABA-Gehalten sicherere
Aussag-
en ableiten.
Zur
Überprüfung
dieserFragen
undzur vertieften Kenntnis der Herkunft der ABA und des Prolins müssen
jedoch
Un-tersuchungen
exakt definierter Zucker-fütterungshonige
undBienenproben
unterEinbeziehung
vonBienenenzymen
wieSaccharase, Amylase
und Glucoseoxidasefolgen.
Derpraktische
Teil dieser Arbeit wurde am Institut für Botanik und Mikrobio-logie
der Technischen Universität Münchenausgeführt.
DANK
Der Autor dankt Herrn Prof Dr H
Ziegler (TU München)
fürgewährte Hilfestellungen
bei derAusführung
der Arbeit und für die Durchsicht desManuskriptes.
Herrn Dr G Vorwohl (Landes-anstalt für Bienenkunde, Hohenheim) sei für die
Überlassung
desZuckerfütterungshonigs
herz-lich
gedankt!
Für dieBereitstellung
derHonige
und die
Ausführung
derKurz-Pollenanaly-sen
möchte sich der Autor ganz herzlich bei Herrn W Henrich
(Fa Langnese, Bargteheide)
bedank-en.
Summary —
Detection andorigin
of ab-scissic acid and
proline
inhoney.
Thispaper
attempts
to establish theorigin
andamount of both abscissic acid
(ABA)
andproline
inhoney.
Two isomers of the ses-quiterpene phytohormone
cis trans(ct)-
and trans trans
(tt)-ABA
are found in na- ture, butonly
the cis trans isomer isphysi- ologically
active. It inducesdormancy
inplants
orparts
ofplants
andplays
an im-portant
role inclosing
stomata,especially
in water deficient conditions. Proline
(an
amino
acid)
hasprotective
functions(eg
instabilizing membranes)
if theplant
is understress
(eg
waterdeficiency).
Both sub-stances occur in
relatively high
amounts inpollen (fig 5). Honey
contains ABA andproline originating
frompollen.
It isimpor-
tant to evaluate the
origin
ofproline,
sinceit has been
suggested
that this substance is added tohoney solely by
the bee. Toidentify
theorigin
of ABA andproline
sys-tematically,
theirpossible
natural sourceswere
analyzed :
nectar,honeydew, pollen
and bees. Further
investigations
were car-ried out on
aphids, honey
from sugar fed bees and naturalhoneys.
Forseparation
of ABA and
proline
solidphase
extractionby C 18 -columns
was used. Purification of ABA was effectedby
thinlayer chromatog- raphy.
ABA wasquantified by
HPLC andenzyme linked immunosorbent assay
(ELI- SA),
theproline
was measuredby
a colori-metric test. The
results
obtainedby
HPLCand ELISA show
good agreement (table III). Honey
contains considerable amounts of ABA andproline (table II). Compared
with natural
honeys,
thehoney
from sugar- fed bees(ZFH)
has asignificantly
lowerlevel of both ABA and
proline (see fig 1).
In contrast to bees which have visited nec-
tar sources
(rape field,
BR1,2
infig 2),
starved bees
(BW 1-4, fig 2)
contain less(endogenous) proline
and no ABA at all(see fig 2).
Thiscorresponds
to the obser-vation that
proline
and ABA arepresent
innectar
(see fig
3, SN =Sanseveria-nectar;
CN :
Cymbidium-nectar;
RN :Rape-nectar;
TN =
Deadnettle-nectar). Aphids (honey- dew)
show very different amounts of these substances(see fig
4, AS =Aphis
sp on Tiliavulgaris;
MR1,2
=Macrosiphum
ro-sae on Rosa
hybrida
white(1), red (2);
CR =
Cryptomyzus
ribis on Ribes rubrumL;
SM =Sappaphis
mali on Malus domesti-ca
Borkh;
HP =Hyalopterus pruni
on Pru-nus domestica
L;
HT =Honeydew
ofMy-
zus cerasi on Prunus cerasus
L).
The results show that ct-ABA is added to the
honey mainly
from nectar,honey-
dew and
pollen, and
notby
the beeitself.
Possibly
the beemight
beresponsible
forconversion of ct- into
tt-ABA,
sincehoney
contains rather more tt-ABA than does the nectar.
The
proline
content inhoney originates
in the nectar of some
species investigated (Lamium
albumL,
Brassica napus napusL,
Sanseveria trifasciataPrain, Cymbidium sp),
inhoneydew (from Myzus
cerasi onPrunus cerasus
L),
and in somepollen (fig 5)
as well as in thehoneybee
itself. It isproposed
that the ratio of ct- to tt-ABA con- tent(instead
of theproline content)
of hon-ey
depends
on the extent ofmanipulation by
the bees inconverting
nectar into hon-ey, which in turn reflects upon nectar water content and environmental conditions.
abscissic acid
/ honey
/ HPLC/ proline
/honeydew
Résumé — Détection et
origine
del’acide
abscissique
et de laproline
dansle miel. Ce travail essaie de déterminer
l’origine
et lesquantités
d’acide abscis-sique (ABA)
et deproline
dans le miel. On trouve dans la nature 2 isomères de laphytohormone sesquiterpène ABA,
cistrans
(ct-)
et trans trans(tt-),
mais seull’isomère cis trans est
physiologiquement actif.
Il induit la dormance desplantes
oude
parties
deplantes
etjoue
un rôleimpor-
tant dans la fermeture des stomates,
prin- cipalement lorsqu’il
y a une déficience en eau. Laproline (un
acideaminé) possède
des fonctions de
protection (par exemple
en stabilisant les
membranes) lorsque
laplante
se trouve en conditions de stress(par exemple,
déficience eneau).
Les 2substances sont
présentes
dans le miel enquantités
relativement élevées(fig 5).
L’ABA et la
proline
du mielproviennent
dupollen.
Il estimportant
dedéterminer l’origine
de laproline,
car il a étésuggéré qu’elle
n’étaitajoutée
au mielque
par l’abeille.Afin d’identifier
systématiquement l’origine
de l’ABA et de laproline,
nousavons
analysé
leurs sources naturelleséventuelles : nectar,
miellat, pollen
etabeilles. D’autres recherches ont
porté
surles pucerons, sur le
miel élaboré
par lesabeilles à
partir
de sucre denourrissement (miel
desucre)
et sur des miels naturels.L’ABA et la
proline
ont étéséparés
sur co-lonnes C-18. L’ABA a été
purifié
parchromatographie
sur couchemince,
quan-tifié par HPLC et ELISA. La
proline
a étémesurée par un test
colorimétrique.
Lesrésultats obtenus par HPLC et ELISA
pré-
sentent une bonne concordance
(tableau III).
Le miel renferme desquantités
consi-dérables d’ABA et de
proline (tableau II).
Par
rapport
aux mielsnaturels,
le miel desucre
(ZFH)
a une teneursignificativement plus faible,
à la fois en ABA et enproline (fig 1 ).
Contrairement aux abeillesqui
ontvisité des sources de nectar
(champ
decolza, fig
2 :BR 1 , BR 2 ),
les abeilles affa- mées(fig
2 : BW1-4)
renferment moins deproline (endogène)
et pas du tout d’ABA(fig 2).
Cela est conforme à l’observation selonlaquelle
laproline
etl’ABA sont
présents
dans le nectar(fig
3 :SN = nectar de
Sanseveria;
CN : nectar deCymbidium;
RN = nectar decolza;
TN =nectar de lamier
blanc).
Les pucerons(miellat) présentent
desquantités
très vari-ables de ces substances
(fig
4 : AS =Aphis
sp sur Tiliavulgaris; MR 1
etMR 2
=Macrosiphum
rosae sur Rosahybrida
blanche
(1)
et rouge(2);
CR =Cryptomy-
zus ribis sur Ribes rubrum
L;
SM :Sappa- phis
mali sur Malusdomestica;
HP :Hya- lopterus pruni
sur Prunusdomestica;
HT = miellat deMyzus
cerasi sur Prunus cera-sus).
Les résultats montrent que l’ABA-ct estprincipalement ajouté
au miel àpartir
du nectar, du miellat et du
pollen
et nonpas par l’abeille elle-même. Il se
peut
que l’abeille soitresponsable
de la conversion de l’ABA-ct en -tt,puisque
le miel renfermeplutôt plus
d’ABA-tt que le nectar. La pro- line du mielprovient
du nectar de certainsespèces
étudiées(Lamium
albumL,
Bras- sica napus napusL,
Sanseveria trifasciataPrain, Cymbidium sp),
du miellat(de My-
zus cerasi sur Prunus cerasus
L)
et decertains
pollens (fig 5),
aussi bien que de l’abeille elle-même. Lerapport
teneur en ABA-ct / teneur en ABA-tt(au
lieu de lateneur en
proline)
du mieldépend
du de-gré
de conversion par les abeilles du nec- tar enmiel, qui
reflète la teneur en eau du nectar et les conditions du milieu.acide
abscissique
/ miel / HPLC/ pro-
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