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Das Museum als Ende der Kunst

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Academic year: 2022

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Texte intégral

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gepflückten Früchte darreicht, mehr iſt, als die in ihre Bedingungen und Elemente, den Baum, Lufft, Licht u. s. f. aus-gebreitete Natur derselben, welche sie unmittelbar darbot, indem es auf eine höhere Weise diſs alles in den Strahl des selbſtbewuſsten Auges und der dar-reichenden Gebehrde zusammenfaſst, so iſt der Geiſt des Schicksals, der uns jene Kunſtwerke darbietet, mehr als das sittliche Leben und Wirklichkeit jenes Volkes, denn er iſt die Erinnerung des in ihnen noch veräuſſerten Geiſtes, — er iſt der Geiſt des tragischen Schicksals, das alle jene individuelle Götter und Attribute der Subſtanz in das Eine Pantheon versammelt, in den seiner als Geiſt selbſtbewuſsten Geiſt.

– Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1807 Die Bildsäulen sind nun Leichname, denen die

belebende Seele, so wie die Hymne Worte, deren Glauben entflohen iſt; die Tische der Götter ohne geiſtige Speise und Trank, und aus seinen Spielen und Feſten kommt dem Bewuſstseyn nicht die freudige Einheit seiner mit dem Wesen zurück. Den Werken der Muse fehlt die Krafft des Geiſtes, dem aus der Zermalmung der Götter und Menschen die Gewiſsheit seiner selbſt hervorging. Sie sind nun das, was ſie für uns sind,

— vom Baume gebrochne schöne Früchte, ein freundliches Schicksal reichte sie uns dar, wie ein Mädchen jene Früchte präsentirt; es gibt nicht das wirkliche Leben ihres Daseyus, nicht den Baum, der sie trug, nicht die Erde und die Elemente, die ihre Subſtanz, noch das Klima, das ihre Beſtimmtheit ausmachte; oder den Wechsel der Iahreszeiten, die den Proceſs ihres Werdens beherrschten. — So gibt das Schicksal uns mit den Werken jener Kunſt, nicht ihre Welt, nicht den Frühling und Sommer des sittlichen Lebens, worin sie blühten und reifften, sondern allein die eingehüllte Erinnerung dieser Wirklichkeit. — Unser Thun in ihrem Genuſſe iſt daher nicht das gottesdienſtliche, wodurch unserem Bewuſstseyn seine vollkommne es ausfüllende Wahrheit würde, sondern es iſt das äuſſerliche Thun, das von diesen Früchten etwa Regen- tropfen oder Stäubchen abwischt, und an die Stelle der innern Elemente der umgebenden, erzeugenden und begeiſtenden Wirklichkeit des Sittlichen, das weitläufige Gerüſte der todten Elemente ihrer äuſſerlichen Exiſtenz, der Sprache, des Geschichtlichen u.s.f. errichtet, nicht um sich in sie hinein zu leben, sondern nur um sie in sich vorzuſtellen. Aberwie das Mädchen, das die

SYMPOSION

Das Museum als Ende der Kunst

vom Wesen der Kunst im Zeitalter des M useums

15. – 17. Februar 2017 SCHLOSSKAPELLE

RESIDENZSCHLOSS, DRESDEN

Organisation:

Bruno Haas Pirmin Stekeler–Weithofer

Kontakt : Thomas Le Gouge [email protected]

Johannes Bräuer +49 351 463-36866 [email protected]

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Donnerstag 16.02.2017

09:30 Andreas Arndt

Kunst, Religion und Philosophie nach ihrem Ende

10:45 Bruno Haas

Schutz

12:00 Mittagessen

13:30 Peter Osborne

Archive as Afterlife and Life of Art

14:45 Denis Thouard

Muss die Kunst im Museum enden?

Ein Spaziergang

16:00 Pause

16:30

Thomas Le Gouge Medienmuseologie

19:30 Abendessen

Mittwoch 15.02.2017

13:45

Begrüßung: Marion Ackermann

14.00 Bruno Haas Einführung

14:30

Pirmin Stekeler-Weithofer Epochen des absoluten Geistes:

Hegel und das Ende der zivilreligiösen Funktion der Kunst

15:30 Pause

16:00

Die Institution der Ewigkeit:

ein Gespräch mit Hartwig Fischer

17:15 Vladimir Safatle Should the Museum be a Space of ‘Encounters’?

19:30 Abendessen

Freitag 17.02.2017

09:30 François Ottmann

Das Ende der Kunst als Wesen der Kritik

10:45 Henrik Karge

Globalität im 19. Jahrhundert.

Zum Wechselverhältnis von Kunstgeschichte und Museum

12:00 Mittagessen

13:30

Karl-Siegbert Rehberg

Museum – ein überlastetes “Jüngstes Gericht”?

15:00 Albertinum

Welche Arbeit am Werk?

(Versuch einer gemeinsamen Auseinandersetzung.

Moderation: Bruno Haas)

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