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Der gotische Orgel in der Valeria-Kirche in Sitten

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Academic year: 2021

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Die gotische Orgel

in der Valeria-Kirche in Sitten

Ernst SCHIESS

In der Valeria-Kirche ob Sitten steht eine gotische Orgel, welche un-zweifelhaft zu den ältesten Instrumenten der Welt gezählt werden muß. Man darf ruhig behaupten, daß das Werk die älteste spielbare Orgel ist. Erst-mals hat in der Schweiz im Jahre 1928 Professor Leo Kathriner in einer Ar-beit über die alten Walliser Orgeln das Instrument von Valeria ausführlich erwähnt1. Im Ausland war die altehrwürdige Orgel längstens ihrer

Bedeu-tung nach besser bekannt. Im Jahre 1883 veröffentlichte der englische Ar-chitekt A. Hill ein prachtvoll bebildertes Werk2 eigener Federzeichnungen

über die Orgeln der Gotik und Renaissance, in welchem ein Aufriß der Va-leria-Orgel enthalten ist, der vom Kirchenarchitekten L. Moore stammt

(Taf. 1,1). Hill datiert die Orgel ins letzte Viertel des 14. Jahrhunderts. Die Schlichtheit des ganzen Aufbaues, die gerade verlaufende Pfeifen-front, die Abtrennung der drei Felder durch ganz schlichte Lisenen, der Ab-schluß der Seitentürme durch horizontale Zinnen mit Schießscharten, die fast quadratische Form der Krabben des mitraförmigen Mittelteiles, die präch-tigen Maßwerke, welche ohne Zusammenhang mit den Pfeifenlängen oben in den Seitentürmen hängen, und letzten Endes die ganz alten, noch erhal-tenen Pfeifenreihen bestätigen die Altersbestimmung des Instrumentes durch Architekt Hill.

Eine gotische Orgel aus der gleichen Zeit und in ähnlicher Form steht noch in der Bartholomäuskapelle in Salamanca in Spanien (Taf. I, 2 ) . Auch

1 L. Kathriner, Alte Orgeln und Orgelbauer im Wallis, in Schweiz. Jahrbuch für

Musikwissenschaft, 1928, S. 97—121.

2 Arthur G. Hill, The Organs and Organ Cases of Middleages and Renaissance,

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dieses Werk zeigt den schlichten Aufbau und die Bekrönung der Türme durch Zinnen. Das Maßwerk steht, wie in Valeria, frei vom Pfeif en werk in den Formen der Hochgotik. Leider ist die Orgel von Salamanca ihres Pfei-fenbestandes beraubt, sodaß sie nur noch als bedeutsames Dokument eines Gehäuses der hochgotischen Epoche dienen kann.

Alle übrigen noch vorhandenen gotischen Orgelgehäuse stammen aus späterer Zeit und kennzeichnen sich durch weit größeren Aufwand in der Dekoration und der Bekrönung der Türme durch Wimperge. Das Maß-werk ist in geschwungeneren Formen gebildet und paßt sich zusehends den klingenden Längen der Pfeifen an. Der Beschauer der Valeria-Orgel nehme sich die Mühe, die zierlichen und entzückenden Maßwerke über den Seiten-türmen genau zu betrachten! (Taf. II) Unter den Prospektpfeifenfüßen be-fand sich früher bestimmt auch eine maßwerkartige Verzierung, die offen-bar im Laufe der Zeit verschwunden ist. Herr Conservator A . de Wolff hat das Fehlende in sehr geschickter Weise nachkomponiert. Damit hat der alte Prospekt wieder die frühere Vollständigkeit erlangt.

Die Maße des Gehäuses sind folgende: Gesamthöhe 3,8 Meter, Höhe des Unterteiles 1,9 Meter, Breite des Orgelfußes 1,07 Meter, Breite über der Predella 1,82 Meter, originale Tiefe des Kastens 0,3 Meter.

Für den Aufbau des Prospektes nahm man den zeitgenössischen Al-tar zum Vorbild. Ferner entspricht unsere Orgel auch genau dem Riß der sogenannten Burgunderorgel, wie sie der Orgel- und Instrumentenkenner Henri Arnaut de Zwolle in der Hochgotik beschrieben und gezeichnet hat

(Taf. I. 3).

Außer den harmonischen Proportionen besticht der Prospekt der Va-leria-Orgel (Taf. II und Taf. IV, 1) durch die schöne Farbgebung, welche noch im Sinne der originalen Fassung erhalten ist. Die aufsteigenden Lisenen sind in Rot angesetzt, die Bekrönung der Türme zeigt ein helles Blau mit roter Abtönung der Schießschartenenden. Das feine Maßwerk über den Sei-tenfeldern ist vergoldet, die Krabben des Mittelteiles und die Seiten wände sind graugrün. Besonders reizvoll präsentiert sich die in duftigem Reseda-grün gehaltene Predella mit den schönen Pflanzenranken und den einge-streuten roten Blumen. Die kraftvoll profilierten Rippen des Unterbaues sind blau gefaßt. Durch die Pracht der Flügel, welche vom Kunstmuseum Basel durch Dr. Cadorin hervorragend wieder hergestellt sind, wird der Gesamteindruck des Orgelwerkes noch mächtig gesteigert. Obwohl die Farb-töne der Flügel zum Teil ziemlich stark verbleicht sind, vermitteln sie trotz-dem eine sehr starke und überaus festliche Wirkung.

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Das äußerst zierliche Orgelwerklein steht auf einer schwerfällig an-mutenden Tribüne aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, welche im Sinne der gotischen Instrumente sehr hoch über dem Boden aufgehängt ist. Ähnliche Orgelaufbauten sind beispielsweise für die Stadtkirchen Biel und Zofingen, aber auch für das Basler Münster nachgewiesen. Vor der Restauration war die Tribünenbrüstung fast einen Meter höher als jetzt, wodurch die elegante Entwicklung des Prospektes vom schmalen Fuß über die konsolenartig aus-schwingende Predella gar nicht in Erscheinung treten konnte.

Als Kenner und Restaurator einer beträchtlichen Zahl von alten Orgeln besuchte der Schreibende im Jahr 1944 in Begleitung des bekannten Orgel-experten P. Stefan Koller aus Einsiedeln zum erstenmal die alte Valeria-Orgel. Wegen erheblichen Defekten im Gebläse, in den Windleitungen und in den Windladen konnten wir uns über den Klang des Instrumentes keinen Begriff machen. Die Bestandesaufnahme und Analyse des gesamten Pfeifen-werkes und die stilkritische Betrachtung des Gehäuses hinterließen den Ein-druck eines hochbedeutsamen Zeugens uralter Orgelbaukunst. Es dauerte nicht lange bis der Referent zum zweitenmal nach Sitten wallfahrte, um die Orgel noch gründlicher zu studieren. Unter der Mitarbeit des Organisten Hermann Struchen konnten in mühsamer Arbeit die vielen Windverschlei-chungen für kurze Zeit behoben werden, womit wir endlich zu einem Klang-eindruck des seltsamen Werkes kamen. Wir waren entzückt und begeistert über den äußerst vitalen und hellen Ton der Orgel, der uns trotz vieler Män-gel im verwahrlosten Pfeifenwerk wie eine Offenbarung vorkam. Nach die-sem Klangerlebnis reifte der Entschluß, für die Restauration des Werkes mit allem Nachdruck einzutreten. Der Weg, den die Empfehlungen und Gut-achten zu Gunsten der Instandsetzung des Instrumentes zu den verschiedenen Instanzen machen mußten, war weitverzweigt und zum Teil nicht vielver-sprechend. Schließlich bemühte sich der im Wallis bestens bekannte Denk-malpfleger aus Basel, Dr. Rudolf Riggenbach, intensiv um die Restauration der einzigartigen Orgel. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, daß die nötigen Mittel durch hochherzige Spenden bereitgestellt wurden. Im Weiteren schuf Herr Dr. Riggenbach die nötigen Verbindungen mit dem Stiftskapitel, welches Eigentümer der Orgel ist.

Im Frühjahr bis Herbst des Jahres 1954 konnte endlich an die Wie-derherstellung der Orgel herangetreten werden, welche die Firma Kuhn in Männedorf in vorbildlicher Weise durchführte. Diese Orgelbauerei war auf dem Gebiet der Restauration alter Werke bereits gut bewandert, da sie die Werke zu Rheinau und St. Urban, die Chororgel zu Stans und die Instru-mente zu Beromünster und in der Schloßkirche Spiez renoviert hatte.

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Wie bei den eben genannten Restaurationen haben wir auf Valeria nur das unumgänglich notwendige ausgeführt und peinlichst vermieden, den Charakter des Werkes in seinem Klang und seiner technischen Einrichtung zu verändern. Glücklicherweise fehlte in den Registern nur ein einziges, klei-nes Pfeiflein. Der Zustand des sehr alten Pfeifenwerkes erforderte eine Menge Kleinarbeiten, wie Ausformen, Richten der Labien, Kerne und Füße, Beheben der durch Bleifraß beschädigten Teile, Wiederherstellung einer sauberen Stimmung und Ausgleich der Intonation im Sinne des originellen Klangcharakters. Die letztere Arbeit hat Intonateur Beurtin mit viel Pietät und großem Geschick ausgeführt. Auch die Windladen und die Mechanik, welche bereits jahrzehntelang ihren Dienst versagten, bedurften einer gründ-lichen Überholung.

Für die Beschaffung des Windes dienten früher zwei Blasebälge, welche auf der Decke des Stiftsarchives placiert sind. Sie messen je 2 auf 1 Meter und weisen, wie die alten Schmiedebälge, vier Falten auf. Ange-trieben wurden die Bälge durch von Hand zu bedienende zweiarmige Hebel. Der schlechte Zustand der Bälge und die stete Schwierigkeit der Beschaf-fung eines Kaikanten rechtfertigte den Einbau eines Elektroventilators mit einem modernen Reguliergebläse, welcher das Werk heute mit genügendem und ruhigem Wind bestens versorgt. Selbstverständlich blieb die alte Ge-bläseeinrichtung als Dokument ihrer Zeit erhalten (Taf. III, 3 ) .

Für unsere heutigen Begriffe stellt die Valeria-Orgel mit einer Breite von nur 1,82 Meter ein sehr kleines Instrument dar. Nach den aufgefun-denen alten Maßen und der Anlage des Prospektes kann die ursprüngliche Verfassung zu Ende des 14. Jahrhunderts rekonstruiert werden. Im Baß begann das Werk offenbar mit dem großen H der Achtfußlage, welche Pfeifengröße noch jetzt im linken Turm außen steht. Der Tonumfang nach dem Discant dürfte etwa bis zum zweigestrichenen f geführt haben. Im Sinne der gotischen Tradition hatte die Orgel etwa folgenden Registerbe-stand: Zwei Principale in 8' und 4' Lage, zwei Octaven in 4' und T Lage, eine große und eine kleine Quinte in den Fußlagen 2 ^ ' und 1 K\ Zur Bekrö-nung des Stimmenaufbaues dienten eine oder zwei gemischte Stimmen, etwa Mixtur und Zimbel. Die sieben eisernen Registerhebel neben dem Manual (Taf. III, 1) bestätigen die obige Annahme des Stimmenbestandes. Da die Registerhebel in ihrer Führung seitlich eingeschnittene Kerben aufweisen, läßt sich vermuten, daß die ganz alte Orgel sogenannte Springladen besessen hat. Dieser Name hat folgende Bewandtnis: Beim Einschalten des Registers wurden die unter jeder Pfeife der Stimme befindlichen Federchen gesamt-haft niedergedrückt und der Hebel in die Kerbe eingehängt. Beim

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Ausschal-ten des Registers »sprang« der Registerhebel durch den Federdruck von selbst in die Ruhelage zurück.

Die Mechanik des Werkes (Taf. III, 4) war denkbar einfach, genau wie sie heute noch im Prinzip ausgeführt ist. Von den Tastenden gingen ver-tikale Zugruten auf die Wellatur, welche die Teilung der Klaviatur auf die wesentlich weitere Teilung der Windlade spreizte (Taf. IV, 2 ) . Von den Wellen aus führten wiederum senkrecht aufsteigende Abstrakten direkt an die Spielventile der Windladen. Diese höchst einfache mechanische Traktur ergab eine sehr leichte Spielart, so wie sie heute noch der Orgel eigen ist.

Im Jahre 1718 wurde die gotische Orgel zum Teil verändert. Der Be-gründer einer mehrere Generationen tätigen Orgelbauer dynastie, Matthias Carlen (1691—1749), baute die Orgel wie nachfolgend beschrieben um: Er verfertigte eine neue, in zwei Hälften geteilte Schleifwindlade, welche auf den erstaunlich kleinen 2 Flächen von 80 auf 29 cm die sieben zum Manual gehörenden Register aufnimmt. Durch die neue Windlade konnte der Um-fang der Klaviatur nach dem Baß zu von groß H bis auf groß C hinunter und im Discant von i" bis zum c '1 ' hinauf geführt werden. Diese Ergän-zung des Tonumfanges hat sich im Prospekt nicht besonders auffällig aus-gewirkt. Die Seitenfelder behielten ihre bisherige Pfeifenfolge, doch wurde eine in 40 cm Höhe horizontal durchgehende Lisene ausgeschnitten. Im Mittelteil sind die Veränderungen für den Kenner offensichtlicher, weil dort durch den Mehreinsatz von 7 kleinen Pfeifen die Teilung etwas zu gedrängt erscheint.

Große Mühe verursachte dem Orgelbauer Carlen die Placierung der 8 Fuß langen großen Holzpfeifen des Principalregisters, welche er schließ-lich unbesorgt außen an die Seitentürme anhängte, was den Aspekt des schönen Orgelgehäuses empfindlich beeinträchtigte. Daher wurden anläßlich der Restauration diese großen Pfeifen ganz nach hinten an die Westwand versetzt.

In den Klaviaturen entspricht in der tiefen Octave die Tonfolge nicht dem allgemein bekannten chromatischen, halbtonweise fortschreitenden Sy-stem. Wir finden hier die sogenannte kurze Octave, bei welcher die chroma-tischen Töne groß Cis, Dis, Fis und Gis fehlen. Der Ton D kommt auf der für die Sicht als Fis erscheinenden Taste und der Ton E erklingt auf der als Gis gewohnten Obertaste. Erst ab groß A folgen sich die Töne in chroma-tischer Weise bis zum dreigestrichenen c.

Offenbar klang die Orgel wegen ihrer hohen Tonlage zu Anfang des 18. Jahrhunderts für das damalige Klangempfinden zu hoch, weshalb Orgel-bauer Carlen mit dem Principal 8' einen das ganze Gebäude der

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helleuchten-den Klangpyramide stützenhelleuchten-den Grund schuf. Aus gleichen Gefühlen heraus setzte Carlen eine Pedalklaviatur hinzu (Taf. III, 2 ) , auf welcher die pro-funden, das Manualwerk gut tragenden Baßregister Subbaß 16 ' und Bor-dun 8 ' spielbar sind. Die sehr weiten Pfeifenmensuren vermitteln den bei-den, fest zusammen verbundenen Stimmen einen außergewöhnlich runden und vollen Ton, welcher zum glitzernden Klang des Manualwerkes sehr wir-kungsvoll kontrastiert. Das Pedalklavier hat nur eine Oktave im Umfang und

die gleiche Tonfolge wie das Manual. Da das Gehäuse sehr klein ist, ver-mochte es die zugesetzten Pedalregister nicht zu verdecken. Sie erschienen daher als etwas Fremdes, das aber durch die Farbgebung der Mauer bedeu-tend gemildert worden ist.

Die heutige Disposition der Register des Werkes lautet: Im Manual mit dem Tonumfang von Groß C bis c " ': Principal 8' von C-B aus Holz, ab H bis c' ' ' ununterbrochen im Prospekt stehend, Octave 4' bei welcher die ersten vier Töne mit dem Register Coppel 4' verbunden sind, Coppel 4' aus Holz in gedeckter Bauart, Quint maior 2 ^ ' von C-F in 1 K* Lage, Su-peroctave T aus der ursprünglichen Orgel, Quint minor 1^' ebenfalls aus dem alten Instrument und Mixtur zweifach, deren grundlegende 1 ' Reihe ebenfalls aus ganz alten Pfeifen besteht. Die hohen Register über der Zwei-fußlage repetieren, das heißt, sie springen in den höheren Lagen zur Vermei-dung allzu hoher und zu schriller Töne auf tiefere Tonlagen zurück, so die Quinte 1 K' auf dis ' ' in 2%' und die Mixtur, welche mit 1 ' und 1/a' beginnt,

repetiert auf klein h in 1 ' und K' und auf a" in T und 1 ™\

Im Pedal mit dem Tonumfang von C-c stehen: Subbaß 16' mit gekop-peltem Bordun 8', beide Stimmen ganz aus Holz gebaut und auf einer eige-nen Windlade stehend. Die Koppel zum Manual ist unverstellbar eingebaut.

Bei der Betrachtung der Pfeifenmaße, der Entwicklung der Mensuren und Intonationsgrundsätze erkennt man deutlich, daß Meister Matthias Car-len zu Anfang des 18. Jahrhunderts bestrebt war, das Prinzip des gotischen Klangaufbaues, sowie dessen Toncharakteristik in bester Weise zu wah-ren. Im Manual sind die Mensuren durchwegs, vor allem aber in den Bässen, eng und ergeben einen wohl etwas herben, aber außerordentlich klaren und gut zeichnenden Ton. Besonders schön klingt das hornartige Principal 8'. Die Octaven und Quinten kennzeichnen sich durch einen entschiedenen, sehr kräftigen Einschlag, wobei die Mixtur die Klangpyramide wirkungsvoll be-krönt. Im Rahmen des eindeutig auf die gotische Dispositionsweise hinfüh-renden Registerbestandes fällt die Holzflöte 4' in gedeckter Bauart auf. Klanglich wirkt sich die als Coppel 4' benannte Stimme aber vollklingend und sehr brauchbar aus.

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Der Winddruck zum Anblasen der Pfeifen ist wenig gespannt und beträgt nur 45 mm Wassersäule. Dieser geringe Winddruck ergibt mit den schlanken Pfeifenmensuren den hellen, äußerst lebendigen Klang, der im-mer wieder an einen sonnendurchstrahlten Kristall erinnert.

Die Höhe der Stimmung liegt heute für a' auf 879 Schwingungen, so-daß wir im Vergleich zur Normalstimmung auf der Taste a' nahezu den Ton b' erreichen.

Ganz besonderes Interesse erwecken beim Kenner die drei alten Register aus der gotischen Zeit (Taf. IV, 3 und 4 ) . Sie sind aus stark bleihaltigem Metall in kräftigen Wandungen erstellt. Die hühnerhautartige Struktur läßt darauf schließen, daß die Metallplatten auf grobem Sacktuch ausge-gossen worden sind. Der Kern der Pfeifen läuft nicht wie bei der späteren Orgelbaupraxis in eine spitzwinklige Schneide aus, sondern fällt gegen die Kernspalte rechtwinklig ab. Das Abplatten der Ob und Unterlabien er-folgte, wie heute noch üblich, durch Vorritzen auf der Innenseite der Metall-platte. Merkwürdigerweise verwendete Orgelbauer Carlen bei der Erneue-rung des Prospektes auf den Rückseiten der Pfeifen Plattenstücke aus der ursprünglichen Orgel.

Bei der Einweihungsfeierlichkeit erfreuten wir uns an der reichen Far-benpalette der kleinen Orgel. Es ist erstaunlich wie die acht klingenden Stimmen die vollbesetzte Kathedrale zu beherrschen vermochten. Das beweist wieder aufs neue, wie außerordentlich günstig sich ein so freistehendes, wenig tiefes und in einem Gehäuse gefaßtes Orgelwerk auswirken kann.

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1. Bild der Valeria-Orgel von Arch. Moore (1883) in A. Hill's Werk.

2. Die zeitliche Schwester der Valeria-Orgel, das Werk in der Bartholomäuskapelle in Salamanca, erbaut 1380.

3. Aufbau einer gotischen Orgel nach Henri Arnaut de Zwolle.

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TAFEL II ORGEL VON VALERIA

l. und 2. Zustand der Orgel (offen und geschlossen) vor der Restauration 1954. 3. Heutiger Zustand der Orgel mit erniedrigter Tribünenbrüstung.

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ORGEL VON VALERIA TAFEL III

i. Das Manualklavier und die Registerzüge. 2. Das Pedalklavier.

3. Das alte Gebläse.

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TAFEL IV ORGEL VON VALERIA

l. Das Maßwerk des Prospektes. 2. Die rechte Seite der Windlade vor der Restauration. 3. Die Struktur der alten Pfeifen. 4. Die tiefsten Pfeifen der uralten Register. Von links

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TAFEL II  ORGEL VON VALERIA
TAFEL IV  ORGEL VON VALERIA

Références

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