EIN BEITRAG ZUR LABORDIAGNOSE DER BÖSARTIGEN
FAULBRUT DER HONIGBIENE UNTER BESONDERER
BERÜCKSICHTIGUNG DER IMMUNOFLUORESZENZMETHODE
Contribution
audiagnostic de la loque américaine des abeilles par
uneméthode d’immunofluorescence
Elmar OTTE
Institut
für
Fisch- und Bienenkunde der Tierärztlichen Hochschule in Wien1030 IGien
SUMMARY
CONTRIBUTION TO THE LABORATORY DIAGNOSIS OF AMERICAN FOULBROOD
(A.F.B.)
OF THE HONEYBEE WITH PARTICULAR REFERENCE TO THE FLUORESCENT ANTIBODY TECHNIQUEThe different laboratory methods available for the diagnosis of A.F.B. are reviewed.
In general, no laboratory examination is necessary for the
experienced
bee-keeper to recognizethe advanced stage of the disease, but on the other hand a number of problems may arise which can be satisfactorily solved with the help of laboratory investigations only. Among
these problems are the detection of the disease in the initial stage or of cryptogenic infections;
the demonstration of vegetative forms of B. larvae, examination of
honey
for A.F.B. spores, detection of A.F.B. spores in waste accumulatedduring
the winter, etc.With the introduction of the fluorescent
antibody technique
thediagnostic
possibilitiesso far available have not
only
been expanded, butimproved
to such an extent, that now it has becomepossible
to visualize a few spores in sediments or othersamples
submitted for examination.Previously,
when only a small number of spores was present in the infectedmaterial, cultivation of B. larvae was necessary to
diagnose
A.F.B.Unfortunately, the honey
and other materials are
largely
contaminated with various banalsporulating
germs whichare much more resistant to heat and other environmental factors than are the spores of B.
larvae. In the cultures the colonies formed
by
theseorganisms generally
grow more vigo-rously
and morerapidly
than the colonies of B. larvae, and this may lead to such an over-growth
of the former that an accuratediagnosis
cannot be established.These sources of error have been eliminated with the use of the fluorescent
antibody technique,
but in this case it is very difficult to fix the smears so as to revent them frombeing
washed off the slide
during
the repeated washingsrequired.
Marked cross reactions withrelated
spore-bearing
organisms were not observed. 36 strains of bacteria were tested.B. anthracis gave a concurrent reaction. It is still obscure whether certain banal
sporulating
organisms maygive pronounced
concurrent reactions, but this appears ratherunlikely.
Sincedefinite antigenic differences exist between spores and vegetative forms of B. larvae, it is
necessary to use varying
conjugates according
to the case.ZUSAMMENFASSUNG
Es werden die einzelnen
gebräuchlichen
Labormethoden zurErkennung
derbösartigen
Faulbrut
besprochen.
Während in derRegel
der erfahrene Bienenzüchter zurErkennung
derfortgeschrittenen
Krankheit keineLaboruntersuchung
braucht, ergeben sich eine Reihevon
Fragestellungen,
die man nur durch eine Laboruntersuchung klären kann : dieErkennung
von beginnenden oder kryptogenen Infektionen, der Nachweis der
Vermehrungsformen
des B. larvae,Honiguntersuchungen
aufFaulbrutsporen,
Nachweis derFaulbrutsporen
im Win-tergemüll
usw.Die bisher
angewandten diagnostischen Möglichkeiten
werden durch dieNeueinführung
der Immunofluoreszenz in die
Diagnostik
erweitert und so verfeinert, daß es sogargelingt,
nur wenige Sporen in einem Sediment oder einer Probespezifisch
sichtbar zu machen. Bisher warder Nachweis
weniger Sporen
nur durch den Kulturversuchmöglich.
Leidergibt
es aber imHonig
oder in anderemUntersuchungsmaterial
auch noch andere banaleSporenbildner,
diegegen
Temperatur
u. a. Faktoren wesentlich resistenter alsFaulbrutsporen
sind. Die Kolonien dieser banalenSporenbildner
wachsen auf dem Nährboden vielkräftiger
und rascher als B.larvae und verhindern durch das Überwuchern der B. larvae-Kolonien
häufig eine eindeutige
Diagnose.Bei der Immuno fluoreszenz fallen diese Fehlerquellen weg, andererseits ist es aber sehr
schwierig,
die Ausstriche, die mehrmals gut gewaschen werden müssen, amObjektträger
festzuhalten. Starke Kreuzreaktionen mit verwandten Sporenbildnern konnten nicht fest-
gestellt
werden. Es wurden 36 Bakterienstämmeüberprüft.
Bei Milzbrandbakterien wurde eine Mitreaktionnachgewiesen.
DieMöglichkeit,
daß es banaleSporenbildnerarten gibt,
diestärker mitreagieren könnten, bleibt noch offen, ist aber unwahrscheinlich. Da aber eindeutige antigene Unterschiede zwischen Sporen und vegetativen Bakterienformen bei B. larvae be- stehen, ist es erforderlich, je nach
Fragestellung
ent prechende Konjugate zu verwenden.EINLEITUNG
Die
bösartige
Faulbrut wurde bis vor kurzem als Krankheit der älteren Larvenstadien derHonigbiene angesehen,
daher der NameNymphenseuche.
Seit den
Untersuchungen
von SCHULZ-LANGP1ER(1956)
wird angenommen, daß auchregelmäßig
die frühenEntwicklungsstadien
der Larven befallenwerden.
Epidemiologisch
sind die verdeckelten erkrankten undabgestorbenen
Larven von besonderer
Bedeutung.
Während die erkrankten Larven der unverdeckelten Brut von einemkräftigen
Volke raschbeseitigt werden,
bleibendie verdeckelten
abgestorbenen
Larvenlange
Zeit in den Wabenerhalten,
wobei es zurVersporung
undKonservierung
der Bakterien kommt. Die Krankheit kann dann durch die sehrwiderstandsfähigen Sporen
relativ leicht verbreitetwerden, überhaupt dann,
wenn die betroffenen Völker einen ver-minderten Putztrieb besitzen und die Imker die
Hygiene
am Bienenstand außer achtlassen.
Die
Diagnose
derbösartigen
Faulbrut bereitet beiFällen,
bei denen die Krankheit bereits die verdeckelte Brut befallenhat,
kaumSchwierigkeiten.
Jeder
erfahrene Praktiker erkennt diefortgeschrittene
Krankheit bereits auf Grund derpathologischen Veränderungen
mit dem freienAuge.
Verdachtsmo-mente
ergeben
sich aus lückenhafterBrut,
verfärbteneingesunkenen
oderdurchlöcherten
Zelldeckeln, graugelb
bis dunkelbraunverfärbten, verflüssigten Nymphen. Pathognomonisch
ist die stark fadenziehendeschleimige
Beschaf-fenheit der
verflüssigten
Larven(Zündholzprobe).
Es
gibt
auchGrenzfälle,
besonders beim ersten Auftreten der Krankheit auf einemBienenstand,
bei denen dieSymptome
undeutlich hervortreten.Etwas
schwieriger
ist das Erkennen der Krankheit an der unverdeckelten Brut. Einenwichtigen,
aber unsicheren Hinweisergibt
in solchen Fällen eineGelbverfärbung
derJunglarven.
ErkrankteJunglarven
verlieren ihreglän-
zende und
gegliederte
Oberfläche. ZurIdentifizierung
der Krankheitgibt
es
einige
sehr brauchbare Labormethoden :1)
Nachweis derGeißelzöpfe
mittelsGeißeldarstellungen,
2) Darstellung
derGeißelzöpfe
im Phasenkontrastverfahren oder imDunkelfeld,
3) Serologische Nachweismethoden, 4) Kulturversuch,
5) Anwendung
der Immunofluoreszenz.Die ersten zwei Verfahren sind zum Nachweis einer bereits
länger
beste-henden Krankheit bei älteren Bienenlarven
geeignet.
Dieserologischen
Nach-weismethoden,
das Kulturverfahren und die Immuno fluoreszenzeignen
sichjedoch
auch zum Nachweis einer erstbeginnenden
Krankheit beiJunglarven.
BESPRECHUNG DER DIAGNOSTISCHEN METHODEN
1. - Nachweis der
Geißelzöpfe
mittelsGeif3eldarstellungen
Im Verlaufe der
Versporung
des B. larvae entstehen ganztypische,
fürdiese Bakterienart
spezifische Geißelzöpfe,
die anSpirillen
erinnern. Es werdenzu ihrer
Darstellung
verschiedene Verfahrenangegeben.
Amgeeignetsten
unterden zahlreichen beschriebenen Verfahren erscheint eine von WERNER
(1935) erprobte
und hier laufendangewandte
Methode :Hiezu ist die Beize nach GRAYerforderlich, die von uns etwas modifiziert wurde und sich wie
folgt
zusammensetzt :5 Teile einer
wässerigen Lösung
von Chromkalialaun(1
Teil Chromkalialaun in 10 Teilen dest.Wasser)
2 Teile einer konzentrierten
Sublimatlösung (1
Teil Sublimat in 16 Teilen dest.Wasser)
2 Teile einer 20
% Tanninlösung (2
g Tannin in 10 ml dest.Wasser).
Weiters benötigt man eine ZETTNow’sche
Silberlösung,
die nach folgendem Rezepthergestellt
wird :5 g Silbernitrat und 6 g Natriumsulfat werden in 30 ml dest. Wasser
gelöst.
Den entstehendenNiederschlag
läßt man absetzen, die überstehendeFlüssigkeit
wird verworfen. Hierauf wird derNiederschlag (2-3 mg)
mit etwa 20 ml destilliertem Wassergewaschen
und schließlich in 500 ml destilliertem Wasser suspendiert,geschüttelt
und der Rest desNiederschlages
wiederabsetzen
gelassen.
Die überstehende Flüssigkeit(Silbersulfatlösung )wird abgegossen
undaufgehoben.
Die ZETTNOW’SehB Silberlösung wird nun
hergestellt,
indem man 25 mlSilbersulfatlösung
mit 25 ml destilliertem Wasser verdünnt und
tropfenweise
eine 33% Äthylaminlösung
lang-sam zusetzt. Zuerst entsteht hiebei ein brauner trüber
Niederschlag,
der sich bei weiterer vorsich-tiger
Zugabe
vonÄthylamin
wieder löst. Ganz wesentlich für das Gelingen derGeißelfärbung
ist die genaue Einstellung der Silberlösung. Die Silberlösung ist nur dann
richtig,
wenn sichder braune
Niederschlag
eben erst gelöst hat. GRAY’sche Beize,Silbersulfatlösung
undZ E
’r Tl
vow’sche
Lösung
sind unbegrenzt haltbar.Herstellung
derPräparate :
Auf einem ganz sauberenDeckglas
oder einemgut gereinigten Objektträger
werden ganz dünne Ausstriche vonverdächtigem Untersuchungsmaterial (z.
B. Larven oderSchorfe) hergestellt.
Dieluftge-
trockneten
Präparate
werden 5-6 Minuten mit GRAY’ scher Beize behandelt.Hierauf werden die Ausstriche
gut
mit Wasserabgewaschen
und wieder ge- trocknet. Auf die trockenen Ausstriche kommt nun die ZETTNow’sche Silber-lösung.
Der Ausstrich wird anschließend solange
mit derSparflamme
einesBunsenbrenners erwärmt, bis die
Silberlösung
leichtdampft
und sich derAusstrich bräunt und sich schließlich zu schwärzen
beginnt.
Nach dem Waschenund Trocknen des Ausstriches kann dieser sofort mit einem Immersions-
objektiv
beurteilt werden. DieGeißelzöpfe,
Bakterien undSporen
tretendeutlich schwarz hervor.
2. -
Darstellung
derGeif3elzöpfe
imPhasenkontrastverfahren
oder im
Dunkelfeld
Ein Nachweis der
Geißelzöpfe
undSporen
im Phasenkontrastverfahren istmöglich.
Die Ausbeute an sichtbarenGeißelzöpfen
oder einzelnen Geißele- lementen ist aber sehrgering.
Dieses Verfahrengibt
nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Geißelelemente wieder. Das Phasenkontrastmi-kroskop
ist daher kaum in derLage,
das Verfahren von WERNER zu ersetzen.Etwas
ergiebiger
ist es, dieUntersuchung
mit demDunkelfeldmikroskop
auszuführen. Hiebei werden die
Geißelzöpfe
undSporen regelmäßiger
undrelativ deutlich
dargestellt.
3. -
Serologischer
Nachweis derbösartigen
FaulbrutVon KLOCKOW
(1925)
und POLTEW(1958)
wurdegezeigt,
daß B. larvae bei KaninchenAntikörperbildung
auslösen kann. Es konnten sowohlaggluti-
nierende, präzipitierende
als auchkomplementbindende Antikörper
gegen B. larvaeerzeugt
werden. POLTEW benützte dieseErfahrung,
um vor allemmit
spezifischen präzipitierenden
Kaninchenseren eineserologische
Nach-weismethode zur
Erkennung
undDifferenzierung
von Brutkrankheiten zu erarbeiten. Bei diesem Verfahren werden diespezifischen diagnostischen
Seramit den
Auszügen
aus demUntersuchungsmaterial (Zelleninhalt,
Totenfallvon Bienen
usw.)
in einem Röhrchenüberschichtet,
wobei es bei Anwesenheitvon
Faulbrutantigenen
in der Grenzschicht zwischen Serum undAuszug
zueiner
typischen
weißenRingbildung kommt,
ähnlich wie bei der Thermo-präzipitation
nach AsCOLi beim Milzbrand. Interessantist,
daß bei B. larvae unterschiedliche somatische Geißel- undSporenantigene festgestellt
wurden.Dementsprechend
muß auchje
nachFragestellung
die Wahl derdiagnostischen
Sera
erfolgen.
4. -
Darstellung
derFaulbruterreger
im KulturversuchEin sehr
sicherer, allerdings
etwaslänger
dauernderWeg
ist es, im Kultur-versuch den B. larvae darzustellen. Es werden in der Literatur eine Reihe
von Nährmedien
angegeben,
auf denen der B. larvae wächst. In der Praxis hat sich zunächst einTraubenzucker-Schafblutagar gut
bewährt. In allenuns bisher
zugänglichen
Fällen vonbösartiger
Faulbrutgelang
es auf diesemMedium
zumeist,
Reinkulturen von B. larvae zu isolieren. Nachlängeren
Versuchen habe ich einen Nährboden
zusammengestellt,
auf dem sich B. larvae besondersgut
vermehrt :Das
angegebene
Grundmedium wird bei 3 atü 15 Minuten sterilisiert und nach dem Abkühlen auf 50 Grad C im Wasserbad mit 50-100 ml sterilem defibriniertem Schafblut versetzt,gut geschüttelt
und in sterilen Petrischalen ausgegossen.Bisher
gelang
esdamit,
denFaulbruterregerregelmäßig
in dervegetativen
Phase zu züchten.
Versuche,
eine reichlicheVersporung
in der Kultur auszu-lösen, mißlangen.
Es wurdenspezielle
Nährböden nachAngabe
vonF ORSTER
et al.
(1950)
zurVersporung hergestellt. GroBe Mengen
von Kulturmaterialwurden in dest.
Wasser,
diversenSalzlösungen
und bei verschiedenenpH
Werten
längere
Zeit aufbewahrt. Es wurde fernerversucht,
unter anaeroben odermikroaerophilen Bedingungen
dieVersporung
herbeizuführen. Die Kultu-ren wurden verschiedenen
Temperaturen
bis zu 100 Grad Causgesetzt.
Die Kolonien des B. larvae sind charakteristisch
mattgrau, opak,
wachseninnerhalb von 48 Stunden bei 34 Grad C
gut
an. Sie besitzen in derRegel
einen rauhen
Rand,
zum Teil mit kurzenzugespitzten
Ausläufern ähnlich wie bei Milzbrandkulturen. Durch seintypisches
Wachstum ist der B. larvae bereits ohne weitereDifferenzierungsrnethoden abgrenzbar.
Immikroskopi-
schen Bild erscheint er in Form von sehr
langen grampositiven
Stäbchen.Vereinzelte
Sporen
finden sich in älteren Kulturenhäufig.
5. - Der Nachweis der
Faulbrutsporen
mit derImmunofluoreszenzmethode
Bisher haben sich nur
wenige
Untersucher mit dem Problem des Nach- weises vonFaulbruterregern
mit dieser Methode befasst. Erstmals wurde in den Arbeiten von TosCI1K0V et al.(1969
u.1970) berichtet,
daß diese Methode sehr genaue Resultate zu liefern vermag. Leider fehlten diesen Arbeiten exaktreproduzierbare
methodischeAngaben
über dieGewinnung
wirklich brauchba-rer
Konjugate.
Ich habe aus diesem Grunde zweiKaninchengruppen
immu-nisiert. Zuerst wurden in kurzen Abständen intravenös und
intraperitoneal
kleinere
Antigenmengen
verabreicht.Später erfolgte
eine weitereSteigerung
des
Antikörpertiters
durch subcutaneVerabreichung
vonAntigen
mit inkom-plettem
FreundschemAdjuvans
in dieVorderpfoten.
Beim Erreichen ent-sprechend
hoher Serumtiter wurden die Kaninchen durchHerzpunktion ausgeblutet.
Die erste
Gruppe
Kaninchen wurde mitunversportem
lebendem Kultur- material von B. larvae immunisiert. Die zweiteGruppe
der Kaninchen wurde mitgewaschenen Sporenaufschwemmungen
aus Faulbrutschorfengeimpft,
da ich trotz
langwieriger
Versuche nicht in derLage
war, Faulbrutkulturenzur
vollständigen Versporung
zubringen.
Verarbeitung
der Sera : Die Kaninchenseren werden zuerst 1 : 5 mit einem0,15
molP0 4
NaCI-PufferpH 7,2
verdünnt und im Verhältnis von 5 Teilen verdünntem Serum zu 4 Teilengesättigter (50 %) Ammoniumsulfatlösung
bei 4 Grad C
gemischt.
Hiebei tritt eineAusfällung
der für dieHerstellung
derKonjugate
erforderlichenGammaglobuline
ein. DieGammaglobuline
werdennun bei 4 Grad C bei etwa 3 000-4 000
Umdrehungen abzentrifugiert.
DerÜberstand (Albumine
und andereSerumanteile)
wird hierauf verworfen und das Sediment in einem0,01
molPhosphatpuffer
vonpH 7,2
wiedergelöst.
Anschließend wird diese gewonnene
Gammaglobulinlösung
über eineSephadex-
säule
(Sephadex
G 25 Mediumäquilibriert
mit0,15
molP0 4
NaCI-PufferpH 7,2)
vom restlichen Ammoniumsulfatabgetrennt.
Dasgereinigte
Gamma-globulin
wird nun auf seinenProteingehalt überprüft
und mit einern/10
NaOH
Lösung
auf einpH
von9-9,5 eingestellt.
Anschließend wird der
Globulinlösung je
nach Gehalt pro g Protein 5 mg FITC(Serva Heidelberg) beigegeben.
Das Ganze wird hierauf 12 Stunden bei 4 Grad C verrührt. Das hiedurch gewonneneKonjugat
läßt man hierauf durch eine Säulelaufen,
die mit DEAE-Zellulose(äquilibriert
mit0,01
molP0
4
Puffer7,2) gepackt
wurde. Bei diesemVorgang
wird dasKonjugat
vomüberschüssigen
Farbstoff befreit. DieEluierung erfolgte
mit verschieden molarenNaCI-Lösungen
in0,01
molP0 4
PufferpH 7,2 (0,05 mol, 0,1
molund
0,15
molNaCI).
Die aus der ersten
Kaninchengruppe
gewonnenenKonjugate
konntenohne weitere
Behandlung
sofort verwendet werden. DieKonjugate,
gewonnenaus der zweiten
Kaninchengruppe,
wurden mit einem Pulvergetrockneter
Bienenlarven
abgesättigt,
umunspezifische
Reaktionen gegen Bienenlarven-antigen
zubeseitigen.
Die Bienenlarven wurden vorher mit Acetongetrocknet
und anschließend
gemahlen.
DasBienenlarvenpulver
kam in einerMenge
von 100
mg !ml
Serum zurAbsättigung
desKonjugates
zurAnwendung.
Vordem
Beifügen
zum Serum hatte es sichbewährt,
das Pulver mit einem0,15
mol
P0 4
NaCI-PufferpH 7,2
starkanzufeuchten,
um nicht zugroße Konjugat-
verluste in Kauf nehmen zu müssen. Bei
Zimmertemperatur erfolgte
derAbsättigungsvorgang
eine Stundelang
unter Schütteln. Anschließend wurde dieTrennung
des Bienenlarvenmateriales vomKonjugat
durch Zentrifu-gieren
vorgenommen.Herstellung
derPräparate :
Nativausstriche oder Ausstriche von Zentri-fugensedimenten
aufObjektträgern
werden im nativen Zustand oder mit Aceton fixiert und mit demKonjugat
überschichtet. Anschließend bebrütetman den überschichteten Ausstrich in einer feuchten Kammer bei 37 Grad C
etwa 30 Minuten. Nach
mehrmaligem vorsichtigem
Waschen(Gefahr
desAbschwemmens des
Ausstriches!)
mitPufferlösung (0,15
molP0 4
NaCI-PufferpH 7,2
undAqua dest.)
wird eine alkalischeGlycerinlösung
auf dengetrockne-
ten Ausstrich
aufgebracht
und mit einemDeckglas abgedeckt.
DasPräparat
wird nun im
Fluoreszenzmikroskop
im UV-Dunkelfeld beurteilt. WeitereAngaben
hinsichtlich Immuno fluoreszenz bei WAGNER(1967).
Ergebnisse :
Auf Grund der Versuche mit den beiden verschiedenenKonjugaten
wurdefestgestellt,
daß dieKonjugate,
die aus Immunsera gegen dieunversporten
Kulturbakterienhergestellt wurden,
keine Reaktion mitFaulbrutsporen ergaben.
DieKonjugate
färbten aber sehrgut
dievegetativen
Stäbchen und die
Geißelzöpfe
an. DieKonjugate
gegen dieSporen
warenspezifisch
fürSporen.
Sie färbten dieGeißelzöpfe
an, aber nicht dievegetativen
Formen des B. larvae. Aus diesem
Ergebnis
istabzuleiten,
daß es mindestenszwei
gänzlich
verschiedeneAntigene
bei B. larvaegibt.
EinAntigen (ver-
mutlich ein
somatisches)
ist charakteristisch für dievegetativen Stäbchen,
während ein weiteres
Antigen hochspezifisch
fürSporen
ist. Mitgrößter
Wahrscheinlichkeit stellt das
Gcißelantigen,
gegen das mit beidenKonjugaten Antikörper
nachweisbar waren, ein weiteresselbstständiges
undspezifisches Antigen
dar. Dies kann aber nicht mit Sicherheit aus diesen Versuchenabge-
leitet
werden,
da beide zurImmunisierung
verwendetenAntigene
Geißelan-tigene
enthielten.Ich führte weiters Versuche
durch,
um dieSpezifität
derKonjugate
zubeweisen. Unter anderem wurden zahlreiche
Bakterienstämme,
insbesondereSporenbildner,
auf Kreuzreaktionengeprüft :
B. cereus(3 Stämme),
B. macerans(1 Stamm),
B. mesentericus(4 Stämme),
B. subtilis(2 Stämme), Sporenbildner
aus dem Bereiche der Biene
(10 Stämme),
B. anthracis(1 Stamm)
und diverse Clostridien(15 Stämme).
Unter all diesen Bakterien konnte eine erhebliche Mitreaktion nur bei Milzbrandbakterien
festgestellt
werden. Diese Kreuzreaktion war aber nichtso
ausgeprägt,
daß sie zuVerwechslungen
führen konnte. Interessant war eine l!Iitfluoreszenz beieinigen Blastomyzetenarten.
Die Hefezellen sind aber mor-phologisch
relativ leicht von einemgut eingelesenen
Untersucherabzugrenzen.
Im Verlaufe meiner noch nicht
abgeschlossenen Untersuchung
anHonig-
sedimenten und
Bienenwintergemüll
konnte ichfeststellen,
daßFaulbrutsporen
im Bereiche der
Bienenhaltung
weiter verbreitetsind,
als wirgemeinhin
annehmen konnten.
Möglicherweise
muß die ganzeEpidemiologie
der Faulbrutneu überdacht werden.
Regelmäßig
konnte ich inImporthonigen
ausÜbersee,
aber auch aus
vielen,
vor allemost-europäischen Ländern, Faulbrutsporen
nachweisen. Durch diese neue
Untersuchungsmethode ergibt
sich in Hinkunftauch eine
Kontrollmöglichkeit
fürImporthonige,
die esermöglichen könnte,
stark mitFaulbrutsporen
verseuchteHonige
auszuscheiden oder zurückzu- weisen.Eingegangen
im Juni 1973 Re!u pour publication en juin 1973RÉSUMÉ
L’auteur expose les différentes méthodes de laboratoire qui sont utilisées couramment
pour le diagnostic de la loque américaine. Alors qu’en
règle
généralel’apiculteur
expérimentén’a pas besoin d’un examen de laboratoire pour reconnaître la maladie à un stade avancé, il existe toute une série de cas où seul un tel examen peut donner une réponse claire : ce sont
par
exemple
l’identification d’infections débutantes ou larvées, la mise en évidence de formes de multiplication de B. larvae, la recherche des spores deloque
dans le miel ou dans les déchetsd’hivernage,
etc...Les possibilités de
diagnostic
utilisées jusqu’ici ont été étendues par l’introduction récente des méthodes d’immunofluorescence et si bien affinéesqu’il
est mêmepossible
de rendre visible la présence d’un nombre réduit de spores dans un sédiment ou un échantillon de façon spéci- fique. Jusqu’ici la mise en évidence d’un petit nombre de spores n’était possible que parl’emploi
des cultures. Malheureusement il existe dans le miel ou dans les autres matériaux à examiner, d’autres bactéries
sporulantes
banales et qui sont sensiblementplus
résistantes à la chaleur,entre autres facteurs, que les spores de la
loque.
Les colonies de ces bactéries sporulantesbanales croissent sur le milieu de culture avec
beaucoup plus
de force que B. larvae et inter- disent souvent par leur dominance sur les colonies de B. larvae undiagnostic
certain.Avec l’immunofluorescence ces causes d’erreur disparaissent; cependant il est très diffi-
cile de bien faire adhérer les frottis,
qu’il
faut laver àplusieurs
reprises, à la lameporte-objet.
De fortes réactions croisées avec des bactéries sporulantes voisines n’ont pas été constatées.
On a étudié 36 souches bactériennes. B. anthracis a donné une réaction concurrente. Il reste la
possibilité
qu’il existe d’autres bactériessporulantes
banalessusceptibles
deréagir
concur-remment, mais cela est peu probable. Mais comme il existe des différences
antigéniques
nettesentre spores et formes végétatives chez B. larvae, il est
indispensable,
selon les cas, d’utiliser des conjugués appropriés.LITERATUR
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Anschrift
desVerfassers :
Hochschul-Doz. Dr. Elmar Otte, Tierärztliche Hochschule Wien, Institut für Fisch-und Bienenkunde, 1030 Wien, Linke