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A propos de Bernard Silvestre

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Academic year: 2021

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Texte intégral

(1)

CHRONIQUES ET COMPTES RENDU S

À

propos de Bernard Silvestr e

The Commentary on the First Six Books of the Aeneid of Vergil

com-monly attributed to Bernardus Silvestris .

A New Critical Edition by Julian Ward JONES and Elizabeth Frances JONES . University o f Nebrasca Press . Lincoln 1977 .

Dieser Aeneis-Kommentar ist früher von J . Riedel, Greifswal d 1924, herausgegeben worden . Er hat nur eine Handschrift gekannt , und dem Incipit dieser Handschrift folgend hat er das Werk dem Ber-nardus Silvestris zugeschrieben . Die Editoren Jones haben für ihre Neuausgabe 5 Handschriften benutzt . Da in den anderen vier Hand-schriften das Werk anonym überliefert ist und da die Ähnlichkeiten mi t der

Cosmographia

des Bernardus gering sind, zweifeln die Editore n Jones daran, dass er der Verfasser ist . Ihr Zweifel kommt durch die Worte "commonly attributed to " im Titel ihrer Ausgabe zum Aus -druck . Die Frage der Verfasserschaft ist m .E . noch nicht endgülti g gelöst : es ist nicht unmöglich, dass Bernardus Silvestris der Autor ist , aber es ist gar nicht sicher, und es ist wahrscheinlicher, dass ein ande-rer Bernardus, nämlich der Bernardus von Chartres (so A. Vernet, s . S . XI), den Kommentar verfasst hat.

Die neue Ausgabe ist vorzüglich : man hat kaum je Anlass, di e Konstitution des Textes zu kritisieren, der kritische Apparat ist kurz und klar und der Quellenapparat rühmlich vollständig und in gute m Latein abgefasst . Da wir nun endlich eine solide Grundlage für philolo-gische Arbeit am diesem Vergil-Kommentar haben, möchte ich einige sprachliche Bemerkungen machen und zugleich einige Addenda zu m Quellenapparat hinzufügen .

Zuerst einige Quellen . S . 21,21 f.

Insula quasi in

salo

posita

(auch Z . 1) : (Ps .) Bern . dürfte die Etymologie dem Mart . Cap . 6, 643 entnom-men haben, sie findet sich aber auch bei Paul. Fest . S . Ill, Cassiod .

in psalm .

71,10 und Isid .

etym .

14,6,1 (ThLL 7 : 1,2033,59 ff.) . — 59, 5

f.

Ceres quasi creans res :

die Herleitung von creare findet sich auch bei

Serv . georg .

1,7

Ceres a

creando

dicta

und Isid .

etym . 8,

11,59

Cerere m

. . .

a

creandis frugibus adserunt dictam . —

59,6

Proserpina quasi iuxta

(2)

124

BENGT LÖFSTED T

serpens :

die Zusammenstellung des Namens mit

serpens

ist seit Augus-tinund Fulgentius häufig, s . die Belege bei R . Klinck,

Die lateinische

Etymologie des Mittelalters

(München 1970) 181 f. Anm . 69 . In de r

Cosmographia

8,24 heisst es . . . ut

proserpendo proferat ilia (Proserpina )

capud :

die etwas verschiedene Etymologie spricht nicht für die Identi-tät der Verfasser der

Cosmographia

und des Kommentars . — 64,5 f.

dicuntur columbe quasi colentes lumbos :

dieselbe Etymologie findet sich bei Thomas Cisterciensis

in Cant .

(PL 206) 271 D . — 80,11 f.

Gigantes

quasi gegantes, id

est

ex terra geniti :

vgl . Isid .

etym .

11,3,13 .

Was die Orthographie betrifft, notiere ich die Schreibung

nostio

fü r

notio

53, 13 .14 ; da sie zweimal in mehreren Handschriften vorkommt, ist sie kein zufälliger Lapsus, sondern dürfte eine von

(cog)noscere

beeinflusste Orthographie sein . 53,10 und 14 hat die Handschrift J dafür

notitio ;

andere Belege für diese Form (u .a . aus der Überlieferun g des Macrobius und des Isidor) verzeichne ich im

Corp . Christ . cont.

med.

40 C S . XXXIV und in den

Acta Classica

27 (1984), 144.

Ein eindeutiges Beispiel für den Komparativ statt des Superlativ s haben wir 8,16 f.

bis septem Bunt lunonis pedissece, quarum pulchrior

es t

serenitas . —

29,7 f.

corpus enim humanwn et

violenta

collisione et morb o

et senectute interine potest, illud gutem collisione

nec

morbo

nec

senec-tute :

zur Auslassung von nec vor dem ersten Glied s . Hofmann-Szan-tyr,

Lateinische Syntax

(1965) 517 . — Die für das mittelalterliche und humanistische Latein charakteristische Konstruktion von

pro

mit dein Gerundivum statt

ad

begegnet 87,1

pro videndo patre venit, icl

est

pro

agnoscendo creatore ;

ähnlich 89,12 ; vgl . Verf., Vetenskapssocieteten i Lund,

Arsbok

1983 S . 31 .

Von seltenen Zusammensetzungen erwähne ich 6,23

subpediseca . —

Die Zahl seltener Suffixableitungen ist grösser, z .B . auf

-atio

21,1 2

girovagatio'

(das Adjektiv

gyrovagus

begegnet in der Regula Bene- ' dicti) ; 9,17 und 10,3

multivocatio

(nach

aequivocatio ;

für

multivocu s

gibt der

ThLL

8,1603,67 ff. einige Belege, denen Tatwine gramm .

[Corp . Christ .

133]

S .

10,1 hinzuzufügen ist) . Auf -itcts 63,18 .20 un d 112,14 .17

irascibilitas

2;

5,20

spiribilitas .

Auf-ivus 11,4 und 78,19

con

-1. Ein Beleg bei Du Cange, Glossarium mediae et infirnae Latinitatis s .v . 2. Auchvon A . BARTAL, Glossarium mediae et infirnae Latinitatis regni

Hun-gariae belegt . Das Wort begegnet auch (nachden Sammlungen des Mittellatei-nischen Wörterbuchs in München) : Albert . M . anim . 1,2,7 (ed . Clemen s Stroick, 1968) S . 34, 32 ; cael. hier . 2,9 (ed . Borgnet S . 52a, 13) ; surnni . theol . II 5,25 (ed . Borgnet S . 279b, 41) ; David . compos . 2,10,2 (S . 93) ; Urso gloss . 83 (ed . Creutz S . 118,3) .

(3)

CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS

12 5

sumptivus 3 ; 6,7 und 62,13

divisivus

(vom ThLL s .v . nur aus Boethius

belegt) ; 62,15 und 96,3 pungitivus ° . Auf -lis 35,5 carminalis ; 96,18

eti-calls

(für ethicus) . Auf -mentum

64,14

erudinienta (vom ThLL s .v . nu r

aus Irenaeus belegt) 5 .

Bengt

LÖFSTEDT.

The Commentary an

Martianus Capella's De Nuptiis Philologiae et

Mercurii

attributed

to Bernardus Silvestris.

Edited by

Haijo Jan

WESTRA .

Pontifical

Institute of

Mediaeval Studies,

Toronto 198 6

(Studies and

Texts 80 . )

Oben S . 123 habe ich einen Aeneis-Kommentar "

commonly

attri-buted

to Bernardus Silvestris " besprochen ; wie dort erwähnt,

vermu-ten die Editoren jenes Kommentars, dass Bernardus Silvestris nicht de r

Verfasser ist. Ebenso bringt der Herausgaber der jetzt zu besprechen

-den Edition durch die Worte "

attributed

to " seinen Zweifel an Bernar

-dus Silvestris' Autorschaft zum Ausdruck . Andrerseits scheinen de r

Aeneis-Kommentar und der Martianus-Kommentar von demselbe n

Autor zu stammen : es gibt viele Parallelen zwischen den beiden

Kom-mentaren und im letzteren wird oft auf den ersteren verwiesen ; s . die

Einleitung S . 7 ff.

Der Martianus-Kommentar ist in nur einer Handschrift überliefert ,

und die betreffenden Folia stammen aus dem Anfang des 13 . Jhs . (S . 2)

Leider ist nur ein Fragment des ursprünglich sehr umfangreiche n

Kommentars erhalten ; der Text bricht mit S . 23,

14

(Dick) ab .

Der Text ist sorgfältig konstituiert worden ; allerdings wurde die

Arbeit des Editors dadurch erleichtert, dass die Handschrift

verhältnis-mässig wenige offensichtliche Fehler enthält . Der Quellenapparat hat

viel Arbeit gekostet ; der Editor hat sich besonders auf das Auffinde n

von Parallelen im oben genannten Aeneis-Kommentar sowie in

Remi-gius' Martianus-Kommentar, im anonymen Martianus-Kommentar i n

der Berliner Hs . lat. fol . 25 6 und in der anonymen Ysagoge

in

theolo-3. Auch u .a . von R . E. LATHAM, Dictionary of Medieval Latin from Britis h Sources, J. W .

Fucus

& O . WEIJERS,Lexicon Latinitatis Nederlandicae inedii aev i

sowie M . PLEZIA, Lexicon mediae et infimae Latinitatis Polonorum belegt.

4. Auch von R . E . LATHAM, Revised Medieval Latin Word-List, belegt .

Wei-tere Belege in meinem Aufsatz über Linnés Sprache, Svenska Linnesäilskapet s

ârsskrift 1986-87, S . 131 .

5. Auch von Fuchs & Weijers und Plezia Il . cc . belegt .

6. In der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz . Westra plant auch eine Ausgabe dieses Kommentars .

(4)

126

BENGT LÖFSTED T

giam'

konzentriert ; was ältere benutzte Autoren betrifft, erwähnt Westra u .a . Boethius, Macrobius und Chalcidius' Timaeus-Überset-zung . S . S . 10 ff.

Bevor ich zum kritischen Teil dieser Besprechung übergehe, sei betont, dass jeder, der sich für die Kommentare aus dem 12 . Jh. inter-essiert, dem Editor für die gute Ausgabe eines interessanten Texte s dankbar sein wird . Um die Renaissance des 12 . Jhs . und die Schul e von

Chartres

besser würdigen zu können, brauchen wir noch viel meh r Ausgaben dieser Qualität ; allzu viele wichtige Kommentare aus diese r Zeit und dieser Schule sind immer noch nur in Handschriften zu lesen . An den folgenden Stellen möchte ich Westras Text ändern : S . 44,45 f. druckt W .

Sermo . . . vel Mercurius masculum, ratio

vero

vel

discretio vel Philologia femina nuncupatur .

Natürlich ist

masculus z u

drucken (oder

masculinuns . . . femininum) .

62,407 und 103,302 hat W . vor

nisi

ein

non

hinzugefügt . Der Gebrauch von

nisi

im Sinne von

non nisi

ist aber in Texten aus ver-schiedenen Zeiten häufig (s . z .B . Rez .,

Glotta 54,

1976, 144) und di e

beiden Stellen stützen einander .

97,109 ;

102,268 ; 103,292 u .a . ändert W . die überlieferte Form

duum in

duarum .

Ich würde sie als einen Archaismus beibehalten ; unser Kommentator kann sie dem Chalcidius entnommen haben, w o

sie häufig ist (ThLL 5 : 1,2242,57 ff.) .

101,236 f. ist das Komma zu versetzen : illo (sc .

tempore) . . . terra

concipit <,> quarrt [,] dum ignis verno tempore . . . tangit, poros clausos

aperit .

112,562 ist wohl das überlieferte

obstrusa

für

abstrusa

beizubehal-ten . Die Präfixe oh- und

ab-

werden ja in späten Texten oft verwech-selt,

144,458 f. ist zu interpungieren : Licet

nullos sit homo absque vita ,

nulla

autein vita absque anima, non

(statt .

Non)

omnes

tarnen . . .

188,470 ist

abcedant

überliefert, was W . in

abscedant

normalisiert . Die ungewöhnliche Form kann aber beibehalten werden, s . die Beleg e für

abcedere

im Mittellateinischen Wörterbuch (Mlat .

Wb .)

1,43,34 f.

198,759 f. ist als Erklärung des Lemmas

alter auf redderet rip e

(Mart. Cap.

1,15

S .

13,7 f. Dick)

prosperitati

(statt

-e) zu

drucken . 253,258 und 260 ändert W . zweimal im Lemma (S . 23,11 Dick) überliefertes

anormalum

in

anomalum .

Aber die Wiederholung de r Form und die Erklärung Z. 259

anormaul, id

est

extra normam,

zeigt, dass die Überlieferung richtig ist . Im Mlat .

Wb .

1,684,11 ff. werde n

7 . Hrsg. v . A . LANDGRAF, Écrits théologiques

de

l'école

d'Abélard

(Löwe n

(5)

CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS

127

andere Belege für

anormalus

verzeichnet ; dort wird es als ein neues Wort angeführt, aber ich möchte es lieber als eine durch

norma

veran-lasste Nebenform von

anomalus

betrachten .

Obgleich, wie gesagt, W . auf den Quellenapparat viel Mühe verwen-det hat, gibt es viel hinzuzufügen, und zwar besonders bezüglich der Etymologien . Ich erwähne einige Ergänzungen, die ich mir bei de m ersten Durchlesen notiert habe .

43,22 f.

Mercurium quasi m.ediurn discurrentem

(auch 125, 962) : vgl . Isid . etym . 8,11,45 . — Die andere, Z. 26 notierte Etymologie

mercato

-rum kirrion (d .h . kyrion)

findet sich auch bei Guillaume de Conches,

Glosae in luvenalem

(ed . B . Wilson, Paris 1980) S . 97,10 ff. $ und bei Joannes Balbus,

Catholicon s .v . 9 .

52,107

Jupiter,

quia

iuris

pater est (auch 98,144) : vgl . Bern . Silv .

in

Aen.

(ed . Jones) 56,21 f. — Die Etymologie von Isidor, etym . 8,11,3 4

Jupiter quasi iuvans

pater findet sich in unserem Text 98,143 : auch dor t

lässt W . den Quellennachweis aus .

54,144

similibus gaudent similia .

Es wird auf Walthers Lateinisch e Sprichwörter verwiesen, aber das Sprichwort an sich, wenn auch nich t der exakte Wortlaut, ist antik, s . A . Otto,

Die Sprichwörter der Römer

(Leipzig 1890) 264. Im 12 . Jh . wird es oft zitiert, so etwa bei Guill . d e Conches,

Glosae super Platonem

(1965) 172,

Glosae in luvenalem

133,33 f.

56,203

Gigantes quasi gegantes (e

terra

geniti)

(auch 134,124 f.) : vgl . Isid . etym . 11,3,13 .

58,263 ff.

Camena quasi ` canema ',

id est

canens

anime (W., die Hs.

hat

amene) . Dicitur enim,

quia

animabus et alüs spiritibus in

sua

naturali

regione

cantus

illos exhibet .

Die Herleitung aus

cadere

ist alt, vgl . Macr.

somn .

2,3,4

Camenas quasi canenas a canendo dixerunt ; s .

weiter ThL L Nomina

propria

s .v . S . 116,71 ff . (mit Belegen aus Paul . Fest.,

Servius,

Augustin u .a .) . Im

Catholicon

heisst es s .v . :

Carnena . . . quasi canen s

amene ;

ebenso bei Papias,

Vocabulista s .v . 10 .

Das spricht für die Rich-tigkeit der Überlieferung an unserer Stelle .

62,409

Elementa . . . dicuntur a verbo

Greco '

elimo ' :

vgl. Ps . Primas .

in Hebr .

(PL 68) Kol . 718 B .

8. In der Pariser Version . Die in der Ausgabe fehlende Zeilenzählung hab e ich hinzugefügt . Es ist übrigens unwahrscheinlich, dass Guillaume de Conche s selbst für die Redaktion dieser Glossen verantwortlich ist . Wilsons Ausgabe is t so schlecht, dass eine neue notwendig ist ; meine Studentin Donna Kriger und ich arbeiten daran .

9. Ich benutze die Ausgabe Mainz 1460 im Neudruck von Gregg, 1971 . 10. Ich benutze die Ausgabe Mailand 1476 im Neudruck Mailand 1976 .

(6)

128

BENGT LÖFSTED T

69,621

f . sicut semina terre mandata prius moriuntur ut postmodum

vivant, sic anima torpori iuncta :

vgl . Ioh . 12,24, I

Cor .

15,36 ,

89,157

f. Dicitur . . . antistes quasi ante statutus vel ante stans :

vgl . Isid .

etym .

7,12,16 . — 161 f.

a 've ' et 'stando ' dictum vestibulum quas i

non stabulurn,

quia

non slatur diu in eo :

vgl . Guill . de Conches,

Glosa e

in luv.

130,6,

Catholicon s .v . —

175

f. creperum,

ici

est dubium, unde

cre-pusculum :

vgl . Varr .

ling . 6,5,

Isid.

etym .

5,31,7 u .a . (ThLL

4,

1166 ,

35 ff.) .

92,250

f.

Ulixes . . . quasi ' olonxenon ', id est omnium sensus :

vgl . Guill . de Conches,

Glosae in luv.

101,19

ff.

94,19 ff.

heisst es über die lange Periode bei

Mart . Cap .

S . 5,1

ff.

(Dick) :

Est autem in hac pagina 'hirmos ', id est oratio servans tenorem

longum, quocirca sic legenda est, ut differatur coniunctio et mutetur

modus et pro subiunctivo indicativum ponamus sic . . .

In einer Anm. zu r Stelle wird

hirmos

durch

climax

und

gradatio

wiedergegeben, und die angeführten Quellen beziehen sich auf die Redefigur der Klimax. Das ist ein Missverständnis . Der Terminus

hirmos

entstammt vielmehr dem

Donat

S.

666,7

(Holtz)

Hirnios est series orationis tenorem suum usqu e

ad ultimum servans .

Derselbe Ausdruck begegnet auch bei Guill . de Conches,

Glosae in luv . 104, 8 Hucusque

fuit

hirmos

(Wilson, der den Ausdruck nicht kennt, druckt das sinnlose

hironos), id est orationis

sus-pensio .

99,153 Saturnus quasi satur annis :

vgl . Isid .

etym .

8,11,30 ; andere Etymologien

119,775 .

104,310

Parce kata antifrasim,

quia

minime parcent :

vgl . Diom .

gramm.

1,462,15,

Don . S .

672,9

(Holtz), etc .

120,784 Cibele . . . quasi cubele :

Guill . de Conches,

Glosae in luv .

155,24 .

129,1069

omnia tune

rident,

tune formosissimus annus .

W . hat nich t bemerkt, dass dies ein Hexameter ist ; die letzten Worte stammen au s Verg .

eel . 3,57' x .

136,193

ff. Mathesis — penultima aspirata et correpta — dottrina

est, et est nomen quadruvii ; penultima vero producta et non aspirata ,

matesis interpretatur vanitas :

vgl . Guill . de Conches,

Glosae super Pla

tonem 61

und dazu Rez.,

Arctos 20

(1986) .

S . 94 .

137,216

auguriurn ab ' ave ' et ' garritu ' :

vgl . Isid .

etym .

8,9,19 .

--218

f. Auguriwn . . . aliud oblativum, aliud impetrativum . Oblativum es t

illud, de quo ibi Virgilius : Gemine cum forte columbe ipsa sub ora vir i

celo venere

volantes (Verg .

Aen .

6,190 f.) : vgl .

Serv .

ad loc .

11 . Vgl . O. SCHUMANN,

Lateinisches Hexameter-Lexikon

2 (München 1980) , 332 .

(7)

CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS

12 9

138,244 divinatio, id est divina notio : Bern . SiIv . in Aen . S . 44,14.

148,592 f, Sub ratione vero est,

quia

solam singularita.tem capiens ad

illud universum quod intuetur ratio, ut

ait

Boetius, non pervenit : vgl .

Boeth . cons . 5,4,34 (S . 97,92 f. Bieler) Ratio . . . cum quid universale

res-picit. . .

153,750 f. . . . cui nomen Delii congruit, id est clari . ` Delos ' enim

cla-ritas interpretatur . : vgl . Isid . etym .

14,6,21 .

156,812 f. Vulcanus quasi volitans candor (auch Z. 824) : Guill, d e

Conches,

Glosae in luv . 98,5 .

157,842 scire suum nil est nisi se scire hoc sciat alter. W . hat nicht

den Hexameter erkannt . Die Sentenz wird bei Walther, Lateinisch e

Sprichwörter Nr . 27633 verzeichnet und stammt ursprünglich aus Pers .

1,27 (mit tuum . . . te statt suum . . . se) .

161,973 f.

monilia . . .

quasi munilia,

quia

muniunt pectus : vgl . Isid .

diff. 1,382 .

174,30 f. Congruere a gruibus sumptum est : vgl. Paul . Fest . p . 9 7

(M .) .

175,76 describitur orator vir bonus orationis peritus : vgl .

Cato

ad fil.

frg . 14 (S . 80 Jordan) .

177,129 f. per antifrasin dicuntur specus a 'speculor ' verbo : vgl . Isid .

etym . 14,9,1 .

221,336 f. sicut serpentis venenum, cum sit mors aliorum, cervi es t

renovatio . . . : vgl . Isid . etym, 12,1,18 .

230,162 f. phisici diffiniunt vocern esse aerem tenuissimum ictum : die s

ist die gewöhnliche Definition der Grammatiker, s . z .B . Don . 603, 2

(Holtz)

mit Lit .

248,123 'Andros ' enim vir, unde Andreas virilis : vgl . Isid . etym .

7,9,11 .

Ich habe mehrfach Parallelen aus dem Catholicon zitiert . Es gibt

viele andere . Die folgenden Etymologien finden sich s .

vv.

im

Catholi-con wieder : 89,159 nictitare pernottare ; 98,145 f. Juno . . . quasi iuvan s

novas (auch 151,686) ; 106,396 f. aruspitium . . . in cris inspectio (auch

136,200) ; 117,705 Gradivum . . . quasi ' craton divoro ', id est potentem

deum ; 136,187 f. orge . . . est cultura, unde ' orgia ' dicuntur

que

frequen-tius coluntur ; 175,86 petasus quasi petens sursum ; 176,94 vaticinium

cantus

vatis (s .v . vaticinor) ; 176,114 Exta . . . dicuntur intestina,

quia

pe r

ea extamus ; 193,614 f. populus a Greco `polis ', quod est pluralitas .

Es wäre eine dankbare Forschungsaufgabe zu verfolgen, wie die fü r

die Kommentare und W orterbücher des 12 . Jhs . charakteristischen

Etymologien entstanden und gewandert sind . 134,131 ff. heisst es :

Minerva vero vel Athena immortalìs interpretatur . `Min ' enim idem es t

quod non ; ' erva ' mortalis. Der Ursprung dieser sonderbaren

(8)

Etymolo-130

BENGT LÖFSTEDT

gie dürfte Fulg . myth . 2,1 (S . 38,10 ff. Helm) sein :

Minerva . . .

e t

Athene dicitur quasi athanate parthene,

idest

inmortalis virgo . Während

bei Fulgentius die Etymologie verständlich (wenn auch falsch) ist, wir d

die Erklärung ` unsterblich' unsinnig, wenn sie nicht für das

griechi-sche Athene, sondern für das lateinigriechi-sche

Minerva

verwendet wird .

Ich gehe zu einigen sprachlichen Bemerkungen über . 59,292 hat die

Hs . sigillatim für erwartetes singillatim . Als W . im Apparat diese

Ver-wechslung bemerkte, hätte er hinzufügen sollen, dass sie in anderen

Texten und Handschriften ganz geläufig ist ; vgl . meine Ausgabe vo n

Zenos Predigten (Corpus Christianorum 22) S . 72* ff. Dort schreibe

ich : " Vermutlich ist die Häufigkeit von sigillatim eben durch eine

mehr oder weniger bewusste Annäherung an sigillum zu erklären ".

Dass diese Erklärung richtig ist, obgleich die beiden Wörter einande r

semasiologisch fern stehen, wird nun dadurch bezeugt, dass in unsere m

Text 142,376 umgekehrt singillatim für sigillatim begegnet .

149,622 steht preciputia für precipitia . Die Schreibung wird durch

eine etymologische (und zwar ganz richtige) Annäherung an

caput

zu

erklären sein .

110,497 steht ossuum für

ossurn

(Gen . Plur .) . Zu dieser Form s .

zuletzt Rez., Mittellateinisches Jahrbuch 18 (1983), 358 .

Von ungewöhnlichen Wörtern (auch Zusammensetzungen und

Ableitungen) erwähne ich die folgenden : antecessivus 80, 962 (i m

ThLL nur 1mal, und zwar aus Tertullian belegt ; 1 Beleg bei

Latham '2) ; auscultabilis 223,410 ; dispensivus 79,939 ; fulgitura 154,766

(Ableitung von fulgur : Quedam

species est

piromantie,

idest fulgure,

e t

dicitur fulgitura) ; interiunctura 65,484 ; irraditudo 192,576 ;

minorifica-tus 198,779 (1 Beleg bei Du Cange 13) ; succedenter 51,56 . Zu subtiliar e

s. Rez ., Arctos 20 (1986), S . 96 (auch bei Guill . de

Conches, Glos . sup .

Plat .) . —

Zu multivocatio 46,93 .100 und pungitivus 57,250 und 76,840

s . Rez . oben S .

124f. —

Das Wort crucibulum (-bolum), eine Ar t

Lampe, wird von verschiedenen mittellateinischen Wörterbüchern ver

-zeichnet, z.B . von Bartal 14 , Du Cange, Fuchs 15 und

Latham ;

auch im

Catholicon . In unserem Text wird diese Bedeutung expressis verbis

bezeugt :

Lucerna,

quarn crucibolum dicunt 91,236 .— Das Wort nepos

bedeutet ja im klassischen Latein `Enkel', während der französisch e

12. R . E . LATHAM, Dictionary of Medieval Latin from British Sources ,

London 1975 ff.

13. C. Du CANGE, Glossarium mediae et infimae Latinitatis, Paris 1883 ff.

14. A. BARTAL, Glossarium mediae et infimae Latinitatis regni Hunga•iae ,

Leipzig. 1901 .

15. J . W.FUCHS & O . WEILERS,Lexicon Latinitatis Nederlandicae medii aevi ,

(9)

CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS

13 1

Ableger neveu den Sohn des Bruders oder der Schwester bezeichnet . In unserem Texte werden beide Bedeutungen bezeugt :

Nepotes sunt tarn

filii fi•atrum quarr filii filiorum

96,81

f.

Références

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