C OMPOSITIO M ATHEMATICA
R OSE P ELTESOHN
Eine Lösung der beiden Heffterschen Differenzenprobleme
Compositio Mathematica, tome 6 (1939), p. 251-257
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Differenzenprobleme
von
Rose Peltesohn
Tel Aviv
Bekanntlich läßt sich ein Steinersches
Dreiersystem
aus NElementen av (wo v
die Zahlen 1 bis Ndurchlàuft)
dann undnur dann
bilden,
wenn N von der FormN1 =
6n + 7 oder vonder Form
N2 =
6n + 3(n ganzzahlig
und nichtnegativ)
ist.Die Anzahl A der Dreier des
Systems
istgleich N(N-1)
6Die
Darstellung
des aus den Elementen ax’ a).und a. gebildeten
Dreiers sei im
folgenden
stetsaxa;..a¡t.
Unter einem
zyklischen
SteinerschenSystem
wird ein solchesverstanden,
bei dem sich die A Dreier desSystems in N
Klassenzu
je
N infolgender
Weise einteilen lassen: alle Dreier dergleichen
Klasse sollen von der Form ax+v a).+v
al1+v sein,
wobei x, Â und afest
sind,
wàhrend v die Zahlen 1 bis N durchläuft(die
Indizeswerden mod N
reduziert).
Offenbar ist
hierbei jede
Klasse hinreichend charakterisiert durch die Differenzendl
= x -Â, d2
= Â - fl undd3
= lt - x mod N.Die für eine solche
Einteilung
der Dreier in Klassennotwendige Bedingung N/A
erfüllen nur dieNI.
L. Heffter
1)
stelltefest,
daB dieAufgabe,
fürN1
einzyklisches
Steinersches
System
zufinden, gleichbedeutend
ist mit der Auf-gabe,
die Zahlen d = 1, 2, ...1 NI2 1
so inGruppen zu je
dreienzu
ordnen,
daBin jeder Gruppe
entweder eine Zahl die Summe der beiden anderen oder die Summe aller drei Zahlengleich NI
ist. Diese
Aufgabe
ist unter dem NamenHef ftersches Differenzen- problem
I bekannt.Der
Zusammenhang
dieses Problems mit dem deszyklischen Steinersystems
ist durch die Tatsachegegeben,
daB die die ein- zelnen Klassen des letzteren charakterisierenden Differenzendl, d2
undd3 zusammen jede
Zahl zwischen 1 undN1- 1/2
oder derenKomplement
modN1
genau einmal modN1
darstellen müssen, 1) Math. Annalen 49 (1897), 101-102.252
und daù für
jede Klasse d1
+d2
+d3
= 0 mod.Ni (in
andererLesart:
dl +d2 -d3).
Ist N von der Form
lV 2’
so kann dieForderung, zyklische Steinersysteme
zufinden,
ebenfallsgestellt werden,
wenn mandie aus nur
N2
Dreiern bestehende Klasse Kvorwegnimmt,
diedurch die Differenzen
d,
=N2 ,
2Vd2
=N2
undd3
=N2 dargestellt wird;
denn für N =N2
istA - 3
durch N teilbar.Heffters
Aufgabe
modifiziert sich hier wiefolgt:
die ZahlenN2 N2 N2 - 1 .
1, 2, ...,
N2,
1,N2
+ 1 , ... ,N,-1
so inGruppen
zuje
dreienzu
ordnen,
daù injeder Gruppe
entweder eine Zahl die Summeder beiden anderen oder die Summe aller drei Zahlen
gleich N2
ist.
(Hefftersches Differenzenproblem II. )
Die Zahlen d haben hier die
gleiche Bedeutung
wie im FalleN -
Ni.
Manerkennt,
daB durch die Konstruktion der Klasse K die Differenz d =N2
3 in der HeffterschenProblemstellung
vonvornherein ausscheidet.
Eine
Einteilung
der Zahlen 1bis " 2 ’ (bzw.
1bi 2
mitAusnahme von
2 ),
die den in HefftersDifferenzenproblem
1(bzw. II ) gestellten Forderungen entspricht,
wollen wir einH N
1(bzw. HN2 )
nennen. Was dieBezeichnung
der herzustellenden2
Gruppen
vonje
drei Zahlenbetrifft,
so soll die aus den Zahlendl, d2
undd3 gebildete Gruppe
dasDifferenzentripel (d1, d2, d3)
heiBen.
Die
Aufgabe
desFolgenden ist, für jedes Ni
einH N
und fürjedes N2
mit Ausnahme vonN2
= 9 einHN,
2 herzustellen. Man2
überzeugt
sich leichtdavon,
daB einH9
nichtmôglich ist,
wieauch zwar ein
allgemeines,
nicht aber einzyklisches
SteinerschesDreiersystem
aus 9 Elementen existiert.Für j ede
der drei verschiedenen Formen mod 18 vonN1
undvon
N2
stellen wir einen besonderenTyp
vonHN1
bzw.HN2 her,
so daù wir also sechs verschiedene
Systeme HN
zu betrachten haben.Diese
Systeme
stellen wir durch sechs Tabellen(1)
bis(6)
dar.Jede dieser Tabellen besteht in der
Hauptsache
aus dreiKolonnen von
Differenzentripeln.
Zu diesen kommen in Tabelle(6)
noch fünf weitereDifferenzentripel (ocl, (3l’ YI)
bis(a5, (35’ y5) ;
in
(1), (2)
und(3)
trittje
ein weiteresDifferenzentripel («, (3, y)
hinzu. In den Fâllen
(4 ) und (5)
kommen keine weiterenTripel
dazu.Eine weitere
Zerlegung
der drei Kolonnen von Differenzen-tripeln - deren jedes
durch eine drei Zahlen enthaltende Klammerdargestellt
wird - ininsgesamt
neun Kolonnen von einzelnenDifferenzen d
liegt nahe;
diese wollen wirS1
bis5g
nennen.Die Klammern
zerfallen, entsprechend
den beiden HeffterschenForderungen,
in zwei Arten.Diejenigen,
für die die Summe zweier dgleich
dem dritten ist(wir
ordnen in diesen Klammern die d stets so an, daB die Summe der beiden erstengleich
dem letztenist)
sind durch die Schrift nichthervorgehoben; diejenigen,
fürdie die Summe der drei d
gleich
Nist,
erscheinen kursiv. Hierzugehôren
alle Klammern(d1, d2, d3)
derKolonnen S7, S8, S9,
indenen
dl
+d2
die Hàlfte derzugehôrigen
Zahl N übertrifft.Hinter jeder
Tabellegeben
wir eineÜbersicht,
aus der her-vorgeht,
wie die Differenzen 1, 2, ...,N 12 -1 (bzw.
1, 2, ...,N 2 2 -1
mit Ausnahme von
N2/3)
3 auf die neun Kolonnen und(in
den Fâllen(1), (2), (3)
und(6))
auf dieZusatztripel
verteilt sind.Diese Tabellen
liefern zugleich
einen neuen, direkten Beweisfür
die Existenz einesSteinerschen Tripelsystems
injedem
zu-liissigen
Falle.254
256
Offenbar muB k eine bestimmte Zahl
überschreiten,
damit sich die Tabellen(1)
bis(6) vollstândig
bildenlassen,
d.h. ohnedaB eine oder mehrere Kolonnen oder ein oder mehrere Zusatz-
tripel wegfallen
und dann eventuell nicht mehr alle d durch die Tabellen erfaùt werden.Man
erkennt,
daB im Falle(1)
kgrÕ13er
als 1, in den Fallen(2)
bis(5) k grôBer
als Null und im Falle(6)
kgrôBer
als 3 seinmuß,
undüberzeugt
sich leichtdavon,
daB dieseBedingung
auch hinreichend dafür
ist,
daB die Tabellen eineLôsung
fürdie
entsprechenden
N liefern.Anschlie13end
geben
wir fürjeden derjenigen
Werte vonN,
und von
N2,
für die eineLôsung existiert,
und die durch dieTabellen
(1)
bis(6)
nicht erfaßtwerden,
weil daszugehbrige k
nicht
groB
genugist,
eineLôsung.
(Eingegangen den 28. Februar 1938.)