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Verfassung des Kantons Wallis

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Academic year: 2021

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Texte intégral

(1)

Verfassung

des

Kantons Maltis

1343 B uchdrucker« O b e rw a llis N ate rS -B rig

(2)

IV Is c iis ilis q u s V 8 H /Is ^ ia M s k

1010307726

4882

(3)

Verfassung

des

K a n t o n s W a l l i s

3m Namen Gottes des Allmächtigen^

I. Titel

M s i W ,

x ^ ,!

-Allgemeine Grundsätze

A r t . 1. — W a llis bildet eine in n e rt den S ch ran k en der B u n d e s ­ verfassung souveräne und a ls K a n to n der schweizerischen Eidgenossen­ schaft einverleibte demokratische R epublik.

Die S o u v e r ä n itä t b eru h t im Volke und w ird u n m itte lb a r durch die A k tio b ü rg er und m itte lb a r von den durch die V erfassung einge­ setzten B eh ö rd en a u s g e ü b t.

A r t . 2. — Die römisch - apostolisch - katholische R e lig io n ist die S ta a ts r e lig io n .

Die G la u b e n s- und G ew issensfreiheit ist unverletzlich.

Die freie A u sü b u n g gottesdienstlicher H an d lu n g e n ist in n e rh a lb der S chranken der S ittlichkeit un d der öffentlichen O rd n u n g g e w ä h r­ leistet.

A r t . 3. — Alle B ü rg e r sind vor dem Gesetze gleich.

E s gibt im W a llis kein V orrecht des O rte s, der G e b u rt, der P e rso n e n oder der F a m ilie n .

A r t . 4. — Die persönliche F re ih e it un d die Unverletzlichkeit der W o h n u n g sind gew ährleistet.

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-

2

durchsuchung d a rf vo rg en o m m en w erden, a u ß e r in den oom Gesetze vorgesehenen F ä lle n , un d in den von dem selben vorgeschriebenen F o rm e n .

Ungesetzlich V erh afte te sowie unschuldig V e ru rte ilte sind durch den S t a a t angem essen zu entschädigen. D a s Gesetz reg e lt die A n w e n d u n g dieses G rundsatzes.

A r t . 5. — N ie m a n d d arf seinem ordentlichen R ichter entzogen w erd en .

A r t . 6. — D a s E ig e n tu m ist unverletzlich.

V on diesem G rundsatz kann n u r a u s Rücksichten öffentlichen N utzens m ittelst ein er gerechten E ntschädigung u n d in den vom Gesetze vorgesehenen F o rm e n abgew ichen w erden.

D a s Gesetz kann jedoch F ä lle bestim m en, in welchen G ru n d und B o d en der B ürgerschaft oder G em einden, a u s Rücksichten öffentlichen N utzens, unentgeltlich a b z u tre te n ist.

A r t . 7. — K ein Grundstück kann m it einem unloskäuflichen B o d e n zin s belastet w erden.

A r t . 8. — D ie F re ih e it der M e in u n g s ä u ß e r u n g in W o rt u n d S ch rift, sowie die F re ih e it der P resse sind gesichert. D a s Gesetz bestraft den M iß b rau c h derselben.

A r t . 9. — D a s P e titio n sre c h t ist gew ährleistet. Die A u sü b u n g desselben w ird vom Gesetze bestim m t.

A r t . 10. — D a s Recht der freien N iederlassung, d a s V e re in s ­ un d V ersam m lu n g srech t, der freien A u s ü b u n g jeder B e r u f s a r t in K unst un d Wissenschaft, sowie die F re ih e it des H an d e ls un d der G ew erb e sind gew ährleistet.

D ie A u s ü b u n g dieser Rechte w ird durch d a s Gesetz geregelt. A r t . 11. — J e d e r B ü r g e r ist w ehrpflichtig.

Die A n w e n d u n g dieses G rundsatzes ist durch die B u n d e s- und K antonalgesetzgebung geregelt.

A r t . 12. — Die französische u n d die deutsche S p ra ch e sind a ls L andessprachen erk lärt.

D e r G rundsatz der G leichberechtigung beider S p ra c h e n soll in der Gesetzgebung u n d in der V e rw a ltu n g durchgeführt w erden.

A r t . 13. — D er öffentliche U nterricht sowie der p riv a te P r im a r - u n te rric h t stehen u n te r der L eitu n g u n d der O beraufsicht des S ta a te s .

D er P rim a ru n te rr ic h t ist obligatorisch u n d in den öffentlichen S ch u le n unentgeltlich.

D ie L eh rfre ih eit ist, u n te r V o rb e h alt der Gesetzesbestim m ungen betreffend die P rim ärsch u le, gew ährleistet.

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A r t . 14» — D er S t a a t e rlä ß t V orschriften betreffend A rb e ite r­ schutz u n d S ic h e ru n g der A rb e ite rfreih e it.

A r t . 15. — D er S t a a t fö rd e rt u n d unterstützt nach M a ß g a b e der ihm zu G ebote stehenden finan ziellen M itte l:

1. D ie L andw irtschaft, die In d u s tr ie , den H an d el un d im A llgem einen alle den K a n to n interessierenden Z w eig e der S ta a tsw irtsc h a st. 2. D en beruflichen U nterricht fü r L andw irtschaft, H andel, I n d u s tr ie

u nd G ew erbe.

3. D ie Viehzucht, die M ilchw irtschaft, den R e b b a u , den O bstbau, die A lpw irtschaft, die B odenverbesserungen, die F orstw irtschaft u n d d a s landwirtschaftliche und berufliche Genossenschaftswesen.

A r t . 16. — D er S t a a t o rg an isiert und unterstützt die V ieh v e r­ sicherung.

E r kann auch an d e re V ersicherungen und besonders die o b lig a to ri­ sche M o b ilia r- u n d Jm m o b ilia r-F e u e rv e rsic h e ru n g ein fü h ren .

A r t . 17. — D er S t a a t fö rd e rt die E ntw icklung des S tra ß e n n e tz e s un d der ü b rig e n V erk eh rsm ittel.

E r steht fe rn e r verm ittelst B e iträ g e n fü r die D ä m m u n g der R h o n e , sowie fü r die D ä m m u n g und V e rd a u u n g der Bäche un d W ildbäche ein.

A r t . 18. — D er S t a a t g rü n d e t oder unterstützt durch B e iträ g e E rz ie h u n g sa n sta lte n fü r verw ahrloste K in d er, sowie an d e re W o h ltä tig ­ keitsanstalten.

A r t . 19. — D er S t a a t w ird die E rric h tu n g von B ezirks- oder K re is - S p itä le r n , -K liniken- und K ra n k en h ä u sern fö rd e rn u n d u n te r ­ stützen.

E r kann auch eine gleichartige k antonale A n sta lt errichten. A r t . 20. — Die finanzielle B e te ilig u n g des S t a a t e s in den von den A rt. 15, 16, 17, 18 und 19 vorgesehenen F ä lle n w ird durch S p e - zialgesetze bestim m t w erden.

A r t . 21. — Die B eh ö rd en und öffentlichen B e a m te n sind fü r ihre A m tsv e rric h tu n g e n veran tw o rtlich .

F ü r die A m tsv e rric h tu n g e n der oom S t a a t e e rn a n n te n B e a m te n ist dieser subsidarisch h a ftb a r.

D a s Gesetz bezeichnet die B e a m te n , welche eine A m tsbürgschaft zu leisten haben.

A r t . 22. — Die A b b eru fu n g oder Absetzung eines öffentlichen B e a m te n oder A ngestellten kann n u r nach seiner E in v e rn a h m e oder V o r­ la d u n g u n d a u f G ru n d eines m o tiv ierte n Beschlusses d erjenigen B ehörde erfolgen, die ihn e r n a n n t h at.

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— 4 —

A r t . 23. — D ie S ta a ts a u s g a b e n w erd en bestritten:» a) a u s den E in k ü n ften des S ta a ts v e r m ö g e n s ;

b) a u s dem E r t r a g der H oheitsrechten;

c) a u s den F isk a lg e b ü h re n un d den verschiedenen E in k ü n ften ; ck) a u s den B u n d e s - E ntschädigungen, B e iträ g e n und V e rte ilu n g e n ; e) a u s den S te u e rn .

A r t . 24. — D er S te u e rfu ß au f d a s V erm ö g en und d a s kapitalisierte E inkom m en ist zu a n d e rth a lb durch T au sen d festgesetzt.

A r t . 25. — Die T ilg u n g der S taa tssc h u ld e n m ittelst reg e lm äß ig en , jährlichen A bschlagszahlungen ist obligatorisch erk lärt.

n . Titel

Einteilung des Kantons

A r t . 26. — D er K a n to n ist in Bezirke eingeteilt. Die Bezirke sind a u s G em einden gebildet.

D er G ro ß e R a t kann, nach A n h ö ru n g der B e te ilig te n , durch ein Gesetz die Z a h l un d U m g ren zu n g der Bezirke, und durch ein Dekret diejenigen der G em einden ab ä n d e rn .

E r bezeichnet auch die H a u p to rte derselben.

A r t . 27. — S itte n ist der H a u p to rt des K a n to n s und der Sitz des G ro ß e n R a te s , des S t a a t s r a t e s un d des K an to n sg erich tes.

W e n n wichtige U m stände es e rfo rd e rn , können diese B eh ö rd en a n d e rsw o ta g en .

D a s D ekret vom 1. D ezem ber 1882 bestim m t die L eistungen des H a u p to rte s.

B ei E rric h tu n g von kanto n alen A nstalten soll billige Rücksicht auf die verschiedenen L a n d e ste ile genom m en w erden.

Die G em einde, welche a ls Sitz einer kan to n alen A nstalt bezeichnet w ird , kann zu gewissen L eistungen oder B e iträ g e n gehalten w erden.

III. Titel

Politischer Stand der Bürger

A r t . 28. — W alliser sind:

1. Die ein er G em einde des K a n to n s au f G ru n d der G e b u rt cn g eh ö ren - den B ü rg e r.

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—-

5

—-2. D iejenigen, welchen d a s K a n to n sb ü rg e rre c h t durch d a s Gesetz oder den G ro ß e n R a t e rte ilt w o rd e n ist.

W e n n d a s K a n to n sb ü rg e rre c h t durch den G ro ß e n R o t e rte ilt w ird , h a t der B e w e rb e r, sofern sein Gesuch berücksichtigt w erd en soll, eine E rk lä ru n g zu e rb rin g e n , wonach eine G em einde des K a n to n s ihm d a s B ü rg errec h t zusichert, un d die ü b rig e n durch d a s Gesetz ü b e r die E rte ilu n g des K a n to n sb ü rg e rre c h te s vorgeschriebenen B e d in g u n g e n zu erfüllen.

K ein K a n to n s fre m d e r kann ein B ü rg e rre c h t in ein er G em einde erw erb en , ohne v o rh e r vom G ro ß e n R a te d a s K an to n sb ü rg e rrec h t e rh a lte n zu haben.

D ie im A rt. 44 der B u n d esv erfassu n g vorgesehene B undesgesetz­ gebung ist v o rb eh alten .

A r t . 29. — J e d e r K a n to n s b ü rg e r kann, u n te r den vom Gesetze bestim m ten B e d in g u n g e n , in a n d e re n G em einden d a s B ü rg e rre c h t e r ­ w erben.

IV.

Titel

Ausübung der Bolksrechte

A r t . 30. — D er V o lksabstim m ung u n te rlie g e n :

1. Die T o ta l- (vollständige) oder P a r t i a l - (teilweise) R evision der V e r­ fassung.

2. D ie K ontrakte, A bkom m en, V e rträ g e , sowie sie in der Z uständigkeit der K an to n e liegen.

3. D ie vom G ro ß e n R a te a u s g e a rb e ite te n Gesetze un d Dekrete. A u sg en o m m en find:

a) D ie D ekrete dringlicher N a tu r oder diejenigen von nicht allg em ein er un d bleibender T ra g w e ite . Diese A u sn a h m e soll jedoch in jedem einzelnen F a lle G egenstand eines speziellen m o tiv ierte n Beschlusses bilden.

b) D ie gesetzgeberischen Erlasse, die zu r V ollziehung der B u n d e sg e ­ setze n o tw en d ig sind.

4. J e d e S ch lu ß n a h m e des G ro ß e n R a te s , welche eine außerordentliche A u sg a b e von 60 000 F ra n k e n oder w ä h re n d drei J a h r e n eine durch­ schnittliche A u sg a b e von 20 000 F ra n k e n z u r F o lg e h at, w en n diese A u sg a b e n a u s dem B e tra g e der gewöhnlichen E in n a h m e n des V o ra n ­ schlages nicht gedeckt w erd en können.

5. J e d e E rh ö h u n g der im A rt. 24. festgesetzten S te u e r au f d a s V e rm ö ­ gen u n d d a s kapitalisierte E inkom m en, insofern dieselbe nicht durch

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die aützerordentlichen B e iträ g e , welche die Eidgenossenschaft in G e- m ä ß h e it des A rt. 42 d er B u n d e sv erfassu n g den K a n to n e n au ferleg en kann, n o tw en d ig gew orden ist.

A r t . 31. — D a s Volk kann a u f dem W ege der I n itia tiv e : a) den E rla ß eines n eu en , die A b ä n d e ru n g oder A u fh eb u n g eines seit

w en ig sten s v ie r J a h r e n in K ra ft bestehenden Gesetzes begehren; b ) einen a u s g e a rb e ite te n G esetzesentw urf vorlegen.

I m einen w ie im a n d e rn F a lle m u ß d a s B eg eh ren in der im A rt. 107 vorgesehenen F o rm durch die U nterschrift von 4000 stim m berechtig­ te n B ü r g e r n unterstützt w erden.

A r t . 32. — W e n n ein solches B e g eh ren in F o rm der allgem einen A n re g u n g gestellt w ird u n d der G ro ß e R a t m it dem selben einverstanoen ist, so h at er einen G esetzesentw urf im S in n e der J n it ia n t e n a u s z u a r ­ beiten un d d a s neue oder ab g e än d e rte Gesetz dem Volke zur A bstim ­ m u n g zu u n te rb re ite n .

S tim m t dagegen der G ro ß e R a t dem B e g eh ren nicht zu, so ist d a s ­ selbe dem Volke zu r A bstim m u n g oder V e rw e rfu n g vorzulegen.

D er G ro ß e R a t kann seinen Beschluß dem Volke beg rü n d en . S o fe rn die M e h rh e it der stim m enden B ü r g e r sich bejahend au s- spricht, so h a t der G ro ß e R a t in der im ersten Absätze des g e g e n w ä rti­ gen A rtik els um gezeichneten Weise vorzugehen.

A r t . 33. — W ird d a s B e g e h re n in F o r m ein es a u s g e a rb e ite te n E n tw u rfe s gestellt un d stim m t der G ro ß e R a t demselben zu, so ist der E n tw u rf in dieser F assu n g dem Volke zu r A bstim m u n g zu u n te rb re ite n . I m F a lle der N ichtzustim m ung kann der G ro ß e R a t einen eigenen E n tw u rf a u s a rb e ite n oder dem Volke kurzw eg die V e rw e rfu n g des V o r­ schlages b e a n tra g e n .

D er G e g e n e n tw u rf oder der V e rw e rfu n g s a n tra g ist gleichzeitig m it dem Jn itia tiv b e g e h re n z u r A bstim m ung vorzulegen.

A r t . 34. — W e n n ein J n itia tiv b e g e h re n neue S ta a ts a u s g a b e n z u r F o lg e h at, welche durch die gew öhnlichen E in n a h m e n nicht gedeckt w erden können, oder w e n n durch dasselbe bestehende S ta a ts e in n a h m e n unterdrückt w erd en , so w ird der G ro ß e R a t dem Volke gleichzeitig neue E in n a h m sq u e lle n zum Vorschlag b rin g en .

A r t . 35. — I n der R egel w ird d a s Volk alljährlich im L au fe des M o n a te s D ezem ber zu r U rn e b erufen, um sich gleichzeitig ü b er die vom G r o ß e n .R a te erlassenen oder von der V o lk sin itia tiv e au sg eh e n d en G e­ setze und Dekrete auszusprechen.

D e r S t a a t s r a t bezeichnet den T a g der A bstim m u n g un d d a s G e­ setz bestim m t d a s zu beobachtende V e rfa h re n .

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V.

Titel

Oefferrtliche Gewalten

A r t . 36. — D ie öffentlichen G ew a lte n sind: D ie gesetzgebende G ew alt.

Die vollziehende u n d v erw alten d e G ew alt. Die richterliche G ew alt.

I Kapitel

G e s e t z g e b e n d e G e w a l t .

A r t . 37. — U n ter V o rb e h alt der dem Volke ein g e rä u m te n Rechte w ird die gesetzgebende G e w a lt vom G ro ß e n R a te au sg e ü b t.

A r t . 38. — D er G ro ß e R a t v ersam m elt sich von R echtsw egen: a) z u r konstituierenden S ession am d ritte n M o n ta g nach seiner G e­

sa m te rn e u e ru n g :

b) z u r ordentlichen S ession alljährlich a m zw eiten M o n ta g M a i und zw eiten M o n ta g N ovem ber.

A ußerordentlicher Weise tr itt er zusam m en: a) infolge Beschlusses des G ro ß e n R a te s selbst; b) a u f die I n itia tiv e des S t a a t s r a t e s ;

e) a u f d a s schriftliche un d begrü n d ete B e g eh ren von w enigstens 20 A b geordneten.

A r t . 39. — J e d e ordentliche Session d a u e rt höchstens dreizehn fo rtlau fen d e T ag e.

W e n n wichtige In te re s se n es erfo rd e rn , kann jedoch dieselbe v e r ­ lä n g e rt w erd en . D er G ro ß e R a t entscheidet d a rü b e r.

A r t . 40. — Die S itzu n g e n des G ro ß e n R a te s sind öffentlich. W e n n die U m stände es erheischen, kann jedoch geheim e V e rh a n d lu n g beschlos­ sen w erden.

A r t . 41. — D ie Beschlüsse des G ro ß e n R a te s w erden m it absoluter S tim m e n m e h rh e it gefaßt.

U m gültig v e rh a n d eln zu können ist die A nw esenheit der absoluten M e h rh e it des R a te s erforderlich.

A r t . 42. — D e r G ro ß e R a t e rn e n n t bei seiner K o n stitu ieru n g und in der ersten ordentlichen S ession der folgenden J a h r e a u s seiner M itte seinen P rä sid e n te n , zwei V izepräsidenten, zwei S e k re tä re , den einen fü r die deutsche, den a n d e rn fü r die französische S p ra ch e , u n d zwei S tim - m enzähler.

D er G ro ß e R a t w ä h lt in der ersten ordentlichen S ession jeder neuen A m tsp e rio d e den S t a a t s r a t u n d d a s K antonsgericht.

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A r t . 44. — D em G ro ß e n R a te stehen folgende A m tsbefugnisse zu: 1. E r untersucht die V ollm achten seiner M itg lie d e r und erkennt über

die G ültigkeit ih re r W ahl.

2. E r b e ra te t ü b er die ihm vom S t a a t s r a t e u n te rb re ite te n Gesetzes­ u n d D ek retsen tw ü rfe . I m F a lle der V o lk sin itia tiv e geht er nach M a ß g a b e der A rt. 32 und 33 vor.

3. E r ü b t d a s A m nestie-, B e g n a d ig u n g s- und S tra fm ild e ru n g sre c h t a u s .

4. E r bew illigt d a s K an to n sb ü rg e rrec h t.

5. E r p rü ft die A m ts fü h ru n g des S t a a t s r a t e s u n d b e rä t ü b e r deren G en eh m ig u n g .

E r kann zu jeder Z e it von der vollziehenden G e w a lt ü b e r einen Akt ih re r V e rw a ltu n g Rechenschaft v erla n g en .

6. E r bestim m t den Vorschlag der E in n a h m e n un d A u sg a b e n des S ta a te s , untersucht und schließt S ta a ts re c h n u n g e n und setzt d as I n v e n t a r des öffentlichen V e rm ö g e n ssta n d es fest.

S o w o h l der V oranschlag der E in n a h m e n u n d A u sg a b e n a ls die R echnungen w erd en öffentlich bekannt gem acht; d a s R e g le m en t be­ stim m t die V e rö ffe n tlic h u n g sart.

7. E r e rn e n n t zu denjenigen geistlichen W ü rd e n , deren B estellung dem S t a a t e zukom m t.

8. E r w ä h lt in der M aisession den P rä sid e n te n un d den V izep räsid en ­ ten des S t a a t s r a t e s , den P rä sid e n te n und den V izepräsidenten des K an to n sg erich tes.

9. E r w ä h lt alle drei J a h r e , in der M aisession die A b geordneten auf den S tä n d e r a t.

10. E r schließt m it den K a n to n e n u n d den a u s w ä rtig e n S ta a te n V e r­ trä g e ab, in n e rt den S ch ran k en der B u n d e sv erfassu n g u n d u n te r V o rb e h alt der G en e h m ig u n g durch d a s Volk.

11. E r erteilt die B ergw erks-K onzessionen.

12. E r bestim m t die G e h ä lte r der öffentlichen B e a m te n un d setzt die nötige S u m m e fü r die B esoldung der S ta a ts a n g e s te llte n a u s . 13. E r erteilt die E rm äc h tig u n g zum A nkauf von Liegenschaften, zur

V e rä u ß e ru n g oder V e rp fä n d u n g der S ta a ts g ü te r un d zu den S ta a ts a n le ih e n .

14. E r ü b t die souveräne G e w a lt in allem a u s , w a s die V erfassung nicht dem Volke v o rb eh ä lt oder ein er a n d e rn G e w a lt ü b e rträ g t. 15. E r ü b t die dem K an to n e in den A rt. 86, 89 und 93 der B u n d e s ­

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A r t . 45. — D er G ro ß e R a t kann den S t a a t s r a t ein lad en , ein en Gesetzes- oder D e k re tse n tw u rf a u s z u a rb e ite n u n d die F ris t z u r E in ­ b rin g u n g desselben zu bestim m en.

W ird die D ringlichkeit eines D ekretes erk lä rt, so ist der S t a a t s r a t gehalten, dasselbe noch w ä h ren d der D a u e r der nähm lichen Session vorzulegen.

A r t . 46. — Die Gesetzes- und D e k re ts-E n tw ü rfe w erden in zwei L esungen und in zw ei ordentlichen S essionen durchberaten.

W ird die D ringlichkeit ein es D ekretes erk lä rt, so findet die zweite L esung in der nähm lichen S ession statt.

A r t . 47. — D ie A b geordneten sollen zum allg em ein en B esten nach ih re r U eberzeugung stim m en. S ie d ü rfe n durch keine V e rh a ltu n g sb e - fehle gebunden w erden.

A r t . 48. — D ie M itg lie d e r des G ro ß e n R a te s d ü rfe n ohne E r ­ m ächtigung desselben w äh re n d der S ession w eder v erh a fte t noch stra f­ rechtlich v erfolgt w erd en , au sg e n o m m e n bei B e tre tu n g au f frischer T a t. D ie M itg lie d e r des G ro ß e n R a te s sind fü r die von ihn en in der S itz u n g g ehaltenen R e d en einzig dem G ro ß e n R a te v eran tw o rtlich .

J n s o f e m die R eden B e le id ig u n g en oder S ch m ä h u n g en en th alten , kann die V e rsam m lu n g die E rm äc h tig u n g zu r V erfo lg u n g derselben a u f dem gew öhnlichen V e rfa h re n erteilen.

A r t . 49. — Die S te lle eines A bg eo rd n eten a u f den G ro ß e n R a t ist u n v e re in b a r m it den B e a m tu n g e n und A n stellungen in den B u re a u x des S ta a ts r a te s .

Diese U nverträglichkeit ist auch au f die B ezirk se in n eh m er un d die B e tre ib u n g s - u n d K o n k u rsb eam ten a n w e n d b a r.

A r t . 50. — E s können nicht gleichzeitig im G ro ß e n R a te sitzen: D er R e g ie ru n g s s ta tth a lte r un d sein S u b s titu t, der E in le itu n g sric h te r u nd sein E rsatzm ann, der H y p o th e k a ro e rw a h re r u n d dessen S te llv e r tr e ­ te r, der E in re g is trie ru n g sb e a m te und sein S te llv e rtr e te r, der Z iv il­ sta n d sb ea m te und sein S te llv e rtre te r.

A r t . 51. — J e d e r freigew ordene Sitz im G ro ß e n R a te m u ß ge­ m ä ß Gesetz w ied er besetzt w erden.

II Kapitel

V e r w a l t e n d e u n d v o l l z i e h e n d e G e w a l t .

A r t . 52. — D ie V ollziehungs- un d V e rw a ltu n g s g e w a lt ist einem a u s fü n f M itg lie d e rn gebildeten S t a a t s r a t e a n v e rtra u t.

Z w e i derselben w erd en a u s den W ä h le rn des K a n to n s te ile s e r­ n a n n t, welcher die g eg e n w ärtig e n Bezirke G o m s, B r ig , Visp, R a ro n ,

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- 10 —

Leuk un d S id e r s u m fa ß t; ein er a u s jenen der Bezirke S itte n , E rin g und G u n d is ; zwei a u s denjenigen der Bezirke M a rtin a c h , E n tre m o n t, S t . M oritz un d M o n th e y .

A r t . 53. — Die A m tsbefugnisse des S t a a t s r a t e s sind: 1. E r legt die Gesetzes- un d D ek retsen tw ü rfe vor.

2. E r ist m it der B ek an n tm ach u n g und V ollziehung der Gesetze u n d 'D ekrete beladen und e rlä ß t zu diesem B ehufe die n o tw en d ig en B e ­

schlüsse.

3. E r sorgt fü r die V e rw a ltu n g sz w e ig e u n d die H an d h a b u n g der öf­ fentlichen O rd n u n g .

4. E r v e rfü g t ü b e r die W ehrm annschaft des K a n to n s , in n e rt der S ch ran k en der B u n d e sv erfassu n g und der Bundesgesetze.

W e n n es die U m stände erheischen w ird er den G ro ß e n R a t ein ­

b erufen. ,

-Derselbe ist unverzüglich einzuberufen, w en n die aufgebotenen T ru p p e n den Efsektivbestand eines B a ta illo n s übersteigen u n d d a s A ufgebot lä n g e r a ls v ie r T ag e d a u e rt.

D er S t a a t s r a t kann n u r vom Gesetze o rg an isierte T ru p p e n aufbieten. 5. E r u n te rh ä lt den V erkehr des K n n to n s m it den B u n d e sb eh ö rd e n

und den eidgenössischen S tä n d e n .

6. E r e rn e n n t, m it Einschluß des M a jo rs g ra d e s , sämtliche Offiziere der k an to n alen T ru p p e n e in h e ite n .

7. E r w ä h lt die B e a m te n , die A ngestellten und die G eschäftsführer, deren E rn e n n u n g von der V erfassung oder dem Gesetze keiner a n ­ dern B e h ö rd e e in g e rä u m t ist.

8. E r überw acht die u n te rg e o rd n e te n B eh ö rd en und e rte ilt W eisungen fü r alle V e rw a ltu n g sz w e ig e .

9. E r kann nach erfo lg te r E in v e rn a h m e die V e rw a ltu n g sb e h ö rd e n , welche sich w eig e rn , seine B efehle zu vollziehen, durch m o tiv ierte n und ihnen m itg eteilten Beschluß, in ih ren A m tse in rich tu n g en ein ­ stellen, m u ß a b e r dem G ro ß e n R a te in dessen nächster Session d a rü b e r B ericht erstatten.

10. E r bew illigt die U e b e rtra g u n g von B ergw erk-K onzessionen.

A r t . 54. — D er S t a a t s r a t ist fü r seine A m ts fü h ru n g v e r a n tw o rt­ lich; er erstattet alljährlich B ericht ü b er dieselbe und ü b e rm itte lt gleich­ zeitig dem G ro ß e n R a te ein vollständiges und au sfü h rlic h es I n v e n t a r des öffentlichen V erm ö g e n s.

A r t . 55. — D ie A m tsv e rric h tu n g en des S t a a t s r a t e s sind u n v e r­ e in b a r m it der A u s ü b u n g des M a n d a te s eines A b geordneten au f den G ro ß e n R a t.

(13)

— 11

Die S t a a t s r ä t e h aben bei den V e rh a n d lu n g e n des G ro ß e n R a te s b era ten d e S tim m e .

D ie A m tsv e rric h tu n g en ein es S t a a t s r a t e s sind u n v e re in b a r m ir denjenigen eines V e rw a ltu n g s ra te s ein er Gesellschaft, welche finanzielle Zwecke verfolgt.

A r t . 56. — Die M itg lie d e r des S t a a t s r a t e s können keine andere K a n to n s - oder G em ein d ean stellu n g bekleiden.

Die A u s ü b u n g fre ie r B e r u f s a r te n ist ihnen ebenfalls u n te rsa g t. A r t . 57. — I n den eidgenössischen R ä te n d a rf nicht m e h r a ls ein M itg lie d des S t a a t s r a t e s sitzen.

A r t . 58. — D er S t a a t s r a t v erte ilt die E rle d ig u n g der Geschäfte nach D e p a rtem e n ten .

E in vom G ro ß e n R a te gen eh m ig tes R e g le m en t bestim m t die Z a h l u n d den G eschäftskreis derselben.

A r t . 59. — Die R e g ie ru n g h a t in jedem Bezirke f ü r die V oll­ ziehung der Gesetze und den D ienst der V e rw a ltu n g einen R e g ie ru n g s ­ sta tth a lte r und einen S te llv e r tre te r desselben.

D ie A m tsbefugnisse des R e g ie ru n g s s ta tth a lte rs sind durch d a s G e­ setz bestim m t.

m . Kapitel

R i c h t e r l i c h e G e w a l t .

A r t . 60. — Die richterliche G e w a lt ist u n a b h ä n g ig .

K ein S ta a ts a n g e s te llte r, der vom S t a a t s r a t ab b e ru fe n w erden kann, d a rf eine Richterstelle im K anto n sg erich te oder im K reisgerichte bekleiden.

Diese B e stim m u n g ist au f die E rsatz m än n e r nicht a n w e n d b a r. A r t . 61. — D a s K an to n sg erich t ersta tte t alljährlich dem G ro ß e n R a te durch d a s O rg a n des S t a a t s r a t e s B ericht ü b e r alle Z w eige der Ju stiz v e rw a ltu n g .

A r t . 62. — E s besteht in jeder G em einde oder in jedem A m ts ­ bezirke ein R ichter u n d ein R ic h te rfta tth a lte r;

fü r jeden K re is ein Z iv il-, ein K o rrek tio n s- und ein K rim inalgericht un d fü r den K a n to n ein K antonsgericht.

D ie M itg lie d e r des K an to n sg erich tes sollen die K e n n tn is beider L andessprachen besitzen.

A r t . 63. — Die A nzah l der Kreise, die K om petenz der G erichte, deren Z usam m ensetzung, die W a h l u n d B esoldungsw eise der R ichter, sowie auch die U nverträglichkeit zwischen den richterlichen un d a n d e rn A m tsv e rric h tu n g en , w erd en durch d a s Gesetz bestim m t.

(14)

— 12 —

Die R ichter der A m tsbezirke oder der G em ein d en un d deren E r ­ satzm änner w erd en durch die W ä h le r des A m tsbezirkes oder der G e ­ m einde g ew ählt.

B e i d er B ild u n g der A m tsbezirke w ird a u f die B ev ö lk eru n g un d topographische L ag e der G em einden gebührende Rücksicht genom m en.

D ie A b stim m u n g findet in jeder G em einde statt.

A r t . 64. — D er Gesetzgebung bleibt es v o rb eh a lten , ein H a n ­ delsgericht u n d ein oder m e h re re gewerbliche S chiedsgerichte ein zu ­ fü h re n .

A r t . 65. — E s besteht ein V e rw a ltu n g sg e ric h t, sowie ein Gericht, d a s ü b e r K om petenzstreitigkeiten zwischen der vollziehenden un d rich­ terlichen G e w a lt zu erkennen hat.

Diese G erichte w erd en durch eigene Gesetze o rg an isiert.

VI.

Titel

Bezirks- und Gemeindeverwaltung

I. Kapitel

B e z i r k s r a t .

A r t . 66. — E s besteht in jedem Bezirke ein au f vier J a h r e ge­ w ä h lte r B e z irk sra t.

D er G em e in d e ra t w ä h lt seine D eleg ierten a u f denselben im V e r­ h ä ltn is von einem a u f d re ih u n d e rt S ee le n B evölkerung.

D er B ru ch von h u n d e rt ein u n d fünfzig w ird fü r ein G a n z e s ge­ rechnet.

J e d e G em einde, welche im m er ihre B e völkerung sein m a g , e rn e n n t w enigstens einen A b g eo rd n eten .

D e r R e g ie ru n g s s ta tth a lte r oder dessen S u b s titu t fü h rt beim B e ­ zirk sra te den Vorsitz.

A r t . 67. — D er B e z irk sra t schließt die R echnungen des B ezirkes ab u n d v erte ilt die dem selben zufallenden L asten u n te r die G em einden, u n te r V o rb e h a lt des R ekurses a n den S t a a t s r a t .

E r n im m t alljährlich K e n n tn is von dem B erichte ü b e r die F in a n z ­ v e rw a ltu n g des S ta a te s .

E r v e rtr itt den B ezirk un d wacht im B esondern ü b e r dessen öko­ nomische E ntw icklung un d die V e rw a ltu n g der landwirtschaftlichen P ro d u k te desselben.

A r t . 68. — D a s Gesetz bestim m t die O rg a n isa tio n und die w et­ te rn A m tsbefugnisse dieses R a te s .

(15)

13

-II. Kapitel

G e m e i n d e v e r w a l t u n g .

A r t . 69. — D ie G em ein d en o rd n en in n e rh a lb der S ch ran k e n der V erfassung un d der Gesetze ihre A ngelegenheiten selbständig.

A r t . 70. — I n jeder G em einde besteht: 1. E in e U rv e rsam m lu n g .

2. E in G e m e in d ra t (M u n iz ip a litä t). 3. E in e B u rg e rv e rsa m m lu n g .

W e n n die Z a h l der N ich tb u rg er w en ig sten s die H älfte der U rv e r­ sam m lung bildet oder der R a t zu r H älfte a u s N ich tb u rg e rn besteht, so ist die B u rg e rv e rsa m m lu n g berechtigt, die B lid u n g ein es B ü r g e r - r a te s zu begehren.

A r t . 71. — D asjen ig e B u rg e rv e rm ö g e n , welches v o r der O rg a n i­ sation der M u n iz ip a lg em e in d e eine öffentliche B e stim m u n g h a tte und d a s a n die M u n iz ip a litä t ü b e rg e g an g en , w ird durch d a s Gesetz bestim m t.

A r t . 72. — Die U rv e rsam m lu n g besteht: 1. a u s den B ü r g e r n ;

2. a u s den K ra ft der B undesgesetzgebung stim m berechtigten W alliser- u n d S c h w eiz erb ü rg ern .

A r t . 73. — Die U rv e rsam m lu n g e rn e n n t den G em e in d e ra t, den P rä sid e n te n un d V iz e - P r ä s id e n te n der G em einde un d eventuell den G e n e ra lra t.

A r t . 74. — Die B u rg e rv e rsa m m lu n g besteht ausschließlich a u s B ü r g e r n .

S ie e rn e n n t, e in trete n d en F a lls , den B u r g e r r a t, dessen M itg ied e r- zahl sie festsetzt, den P rä sid e n te n u n d den V izepräsidenten desselben.

S ie entscheidet in n e rh a lb der G re n ze n des Gesetzes ü b er die A u f­ nah m e von n eu e n B ü r g e rn .

A r t . 75. — Die U rv e rsam m lu n g u n d die B u rg e rv e rsa m m lu n g b e ra te n , jede insow eit es sie betrifft, ü b e r die den G e n u ß ih re s V e r­ m ö g en s un d P o lizei beschlagenden R e g lem en te u n d a n d e rw e itig e n O rtsv e ro rd n u n g e n , ü b e r die V e rä u ß e ru n g und V e rp fä n d u n g ih re r G ü te r und ü b e r die R echtshändel in A ppell.

S ie n ehm en alljährlich K en n tn is vom K ostenvoranschlag, von den R echnungen und der V e rw a ltu n g des R a te s .

A r t . 76. — D er G em e in d e ra t besteht a u s m indestens drei und höchstens fünfzehn M itg lie d ern .

E r sorgt fü r die G e m e in d e v erw a ltu n g im A llgem einen, er arb e itet die O rtsre g le m e n te a u s und sorgt fü r deren V ollziehung. E r e rn e n n t seine A ngestellten un d bestim m t den V oranschlag der E in n a h m e n und A u sg a b e n , schließt die R echnungen ab un d v erte ilt die öffentlichen L asten.

(16)

— 14 —

A r t . 77. — Die U rv e rsam m lu n g kann gleichzeitig m it dem G e ­ m e in d erate auch einen G e n e ra lr a t e rw äh len . D a s Gesetz bestim m t die O rg a n isa tio n un d die K om petenzen desselben.

A r t . 78. — D e r B u r g e r r a t besteht a u s m indestens drei und höch­ stens sieben M itg lie d e rn .

E r überw acht die In te re sse n der B ürgerschaft, v e rw a lte t deren G ü te r, schlägt der V e rsam m lu n g d a s R e g le m en t ü b e r den G e n u ß des B u rg e rv e rm ö g e n s vo r u n d e rsta tte t alljährlich Rechenschaft ü b e r seine V e rw a ltu n g .

A r t . 79. — I n den O rtschaften, w o kein B u r g e r r a t besteht, besorgt der G em e in d e ra t dessen Amtsgeschäfte.

A r t . 80. — D ie O rg a n isa tio n u n d die a n d e rn Befugnisse dieser R ä te sind durch d a s Gesetz bestim m t.

A r t . 81. — I n den G em einden von 400 S tim m fä h ig e n m it zer­ streu ter B ev ö lk eru n g , wo b ere its S ek tio n e n bestehen, können die U r- u nd B u rg e rv e rsa m m lu n g e n sektionsweise stim m en.

Diese V erg ü n stig u n g kann durch d a s Gesetz a u f an d e re G em einden m it z e rstreu te r B e völkerung a u sg ed e h n t w erden.

A r t . 82. — D er S t a a t s r a t ü b t die Aufsicht ü b er die G em einde- u n d B u r g e r o e rw a ltu n g e n a u s.

D ie G em einde- un d B u rg e rre g le m e n te u n te rlieg e n seiner G en eh ­ m ig u n g .

E r in te rv e n ie rt auch, w en n von einem oder m e h re re n B eteilig ten K lage erhoben w ird .

A r t . 83. — Die G em einden und B ü rgerschaften sind gehalten, dem S t a a t s r a t e jede w ichtigere S ch lu ß n a h m e z u r G en e h m ig u n g zu u n te rb re ite n , welche den V erkauf, den Tausch, die P ach t, die T eilu n g von Liegenschaften, die V e rä u ß e ru n g von K ap ita lie n , die A u fn a h m e von konsolidierten A nleihen un d die E rte ilu n g von W asserkraft-K on­ zessionen oder deren U e b e rtra g u n g zum G egenstand hat.

D a s Gesetz bestim m t d a s N äh e re .

vn.

Titel

Wahlmodus, Bedingungen der Wahlfähigkeit, Dauer der

öffentlichen Aemter

A r t . 84. — Die A bgeordneten au f den G ro ß e n R a t und deren E rsatz m än n e r w erd en fü r jeden B ezirk u n m itte lb a r durch d a s Volk im V e rh ä ltn is von einem A bg eo rd n eten a u f je 1000 S e e le n der G esam t- beoölkerüng gew äh lt.

(17)

15

D ie B ruchzahl von 501 zählt fü r tausend.

D ie V o lksabstim m ung findet in den G em einden statt.

D ie W a h l erfolgt in der R e g el bezirksweise u n d n u r a u s n a h m s ­ weise in K reisen.

Die kreisweise W a h l findet n u r au f B e g eh ren e in e r oder m e h re re n G em ein d en des gleichen B ezirkes statt, welche die erforderliche B e v ö l­ keru n g steilzah l besitzen.

D ie Z a h l der einem B ezirke, a ls solchen genom m en, zugeteilten A bg eo rd n eten kann durch E rric h tu n g von K reisen w eder v erm e h rt noch v e rm in d e rt w erden.

W e n n durch die E rric h tu n g ein es Kreises zwei B ruchteile von 501 u nd m ehr S e e le n sich gegenüber stehen, e rh ä lt derjenige B ru ch teil den V orzug, welcher den G em einden, die keinen K reis begehrt haben, a n g eh ö rt.

W e n n jedoch ein B ezirk die B ruchzahl von 501 S e e le n n u r durch Z u zu g a u s den verschiedenen W ahlkreisen des B ezirkes erreicht, geschieht die W a h l des der B ruchzahl zugeteilten A b g eo rd n eten durch die sä m t­ lichen W ä h le r des ganzen B ezirkes.

A r t . 85. — D er G ro ß e R a t, der S t a a t s r a t , die G erichtsbeam ten, die G em e in d e rä te und die B u r g e r r ä te sind fü r eine A m ts d a u e r von v ier J a h r e n gew ählt.

D er P rä s id e n t und der V izepräsident des S t a a t s r a t e s sind a lljä h r­ lich ein er N e u w a h l u n te rw o rfe n . D er P rä s id e n t kann nicht u n m itte lb a r w ieder gew äh lt w erden.

A r t . 86. — D ie W a h l der M itg lie d e r un d der E rsatz m än n e r des G ro ß e n R a te s findet fü r jede neue A m tsp e rio d e a m ersten S o n n ta g M ä rz statt.

D er n eu g e w äh lte G ro ß e R a t tr itt m it der E rö ffn u n g der konsti­ tu ie re n d e n Session in A m tstätig k eit.

A r t . 87. — D ie G em einde- un d B u rg e rw a h le n finden alle v ier J a h r e a m ersten S o n n ta g D ezem ber statt. I n der R eg el w erd en die­ selben m it der absoluten M e h rh e it und m ittelst L isten sk ru tin iu m v o r­ genom m en. D urch d a s Wahlgesetz w ird jedoch d a s Recht zu r E in fü h ru n g der M in d e rh e its v e rtre tu n g m ittelst der lim itie rte n oder d er V e rh ä ltn is ­ w a h l (p ro p o rtio n a le s W a h lv e rfa h re n ) den G em einden zugesichert. Hiezu ist jedoch jew eilen d a s V e rla n g e n eines F ü n fte ls der W ä h le r erforderlich.

D ie W a h la rt w ird durch ein Gesetz bestim m t.

Die G em eindebehörden tre te n ih r A m t am ersten T a g des J a h r e s nach ih re r W a h l a n .

I m F a ll von E insprachen entscheidet der S t a a t s r a t , welche B e ­ h örden b is zum E in tre te n des U rteils zu am ten haben.

(18)

16

A r t . 88. — M it E rfü llu n g des zw anzigsten A lte rs ja h r e s kann der B ü r g e r seine politischen Rechte au sü b e n .

J e d e r S tim m fä h ig e ist zu den öffentlichen A em tern w ä h lb a r. A r t . 89. — N ie m a n d d a rf in zwei G em einden stim m en oder V e r­ w a ltu n g s ä m te r bekleiden.

A r t . 90. — Die geistlichen und die bürgerlichen A m tso e rric h tu n g en sind u n v e re in b a r.

A r t . 91. — E s können nicht zugleich im S t a a t s r a t sitzen: 1. V a te r un d S o h n .

2. S ch w ieg e rv ate r und S chw iegersohn. 3. S tie f v a te r und S tiefso h n .

4. B r ü d e r u n d S tie fb rü d e r.

5. S c h w ä g e r und direkte V erschw ägerung. 6. O heim und Neffe durch B lu tsv erw an d tsch a ft.

Diese U nverträglichkeiten sind auch auf die G em einde- u n d B u r - g e rrä te , sowie au f die G erichte und G erichtsschreiber, die u n te r 1 und 2 an g e fü h rte n auch au f die G e n e ra lrä te a n w e n d b a r.

A r t . 92. — Die F ä lle des Ausschlusses vom S tim m - u n d W a h l­ recht sind durch die K a n to n s - u n d B undesgesetzgebung bestim m t.

A r t . 93. — D er R e g ie ru n g s s ta tth a lte r d a rf keine G erichtsbeam - tu n g e n bekleiden.

A r t . 94. — D ie näm liche P e rso n kann nicht zwei A em ter a u s dem richterlichen oder dem V e rw a ltu n g sg e b ie te , deren eines dem a n d e rn u n te rg e o rd n e t ist, au f sich verein ig en .

A r t . 95. — N iem an d kann zugleich P rä s id e n t un d R ichter d e r­ selben G em einde fein.

A r t . 96. — N iem an d d a rf zu gleicher Z e it in der näm lichen G em einde M itg lie d des M u n iz ip a lra te s un d des B u r g e r r a te s sein.

A r t . 97. — K ein p a te n tie rte r A dvokat d a rf M itg lie d eines G e ­ richtes sein, noch vo r dem Geriche, bei dem er d a s S ch reib a m t versieht, einen H andel fü h ren .

A r t . 98. — D a s Gesetz bestim m t die a n d e rn U nverträglichkeiten und kann die H ä u fu n g (K u m u latio n ) gewisser B e a m tu n g e n verbieten.

A r t . 99. — D ie in der g e g e n w ärtig e n V erfassung vorgesehenen U nverträglichkeitsfälle sind au f die S u b s titu te n oder E rsatz m än n e r nicht a n w e n d b a r.

(19)

-

17

-VIII. Titel

Allgemeine Bestimmungen und Revifionsmodus

A r t . 100. — D er S t a a t s r a t sorgt fü r die B ek an n tm ach u n g der Gesetze un d D ekrete u n d bestim m t den T a g des I n k r a f ttr e te n s d e r­ selben, w en n a n d e rs ihn nicht der G ro ß e R a t selbst festsetzt.

A r t . 101. — D a s Volk kann a u f dein W ege der A n re g u n g ( In itia tiv e ) eine T o ta l- (vollständige) oder P a r t i a l - (teilweise R evision der g eg e n w ä rtig e n V erfassung v erla n g en .

D a s J n itia tiv b e g e h re n kann in der F o rm der allgem einen A n re ­ gu n g oder des a u s g e a rb e ite te n E n tw u rfe s gestellt w erden.

I m einen w ie im a n d e rn F a lle m u h d a s B e g eh ren durch die U n­ terschrift von sechstausend A k tiv m itb ü rg ern unterstützt w erden.

A r t . 102. — W ird d a s B e g eh ren in F o rm der allg em ein en A n ­ re g u n g gestellt, so ist dasselbe dem Volke z u r A bstim m u n g vorzulegen. D er G ro ß e R a t kann, w e n n er es f ü r zweckmäßig erachtet, dasselbe m it ein er V o rm e in u n g begleiten.

Die U rv e rsam m lu n g en entscheiden im bejahenden F a lle zugleich d a rü b e r, ob die R evision eine to ta le (vollständige) oder p artie lle (teil­ weise) sein solle und ob dieselbe durch den G ro ß e n R a t oder durch einen V e rfa ssu n g sra t vorzu n eh m en sei.

W ird d a s B e g eh ren in F o r m ein es a u s g e a rb e ite te n E n tw u rfe s gestellt, so b e rä t der G ro ß e R a t d a rü b e r in zwei ordentlichen S essionen. S tim m t er dem E n tw ü rfe zu, so w ird derselbe in der vorliegenden F assu n g dem Volke z u r A bstim m ung u n te rb re ite t. I m F a lle der Nicht- zustim m ung kann der G ro ß e R a t die V e rw e rfu n g des V orschlages b e a n tra g e n oder diesem einen eigenen E n tw u rf gegenüberstellen.

D er G e g e n e n tw u rf oder der V e rw e rfu n g s a n tr a g ist gleichzeitig m it dem Jn itia tiv b e g e h re n zu r A bstim m u n g vorzulegen.

A r t . 103. — F in d e t die R evision zufolge des Volksentscheides durch den G ro ß e n R a t statt, so w ird dieselbe in zwei ordentlichen S essionen b era ten .

F in d e t dieselbe durch einen V e rfa ssu n g sra t statt, so w ird sie in zwei L esungen beraten .

Die V e rfa ssu n g sra tsw a h le n erfolgen au f der gleichen G ru n d la g e w ie die W a h l der A b geordneten au f den G ro ß e n R a t. A uf dieselben ist keiner der fü r die letztere vorgesehenen U nverträglichkeitsfälle a n ­ w en d b a r.

A r t . 104. — Auch der G ro ß e R a t kann von sich a u s gem äß den fü r die A u s a rb e itu n g der Gesetze bestim m ten F o rm e n die V erfassung

(20)

-

18 —

rev id ieren , nachdem er v o rh e r in zwei ordentlichen S essionen die Zweck­ m äßigkeit der R evision ausgesprochen hat.

A r t . 105. — D ie durch den G ro ß e n R a t oder durch einen V e r­ fassu n g sra t rev id ierte V erfassung w ird dem Volke zu r A n n a h m e oder V e rw e rfu n g u n te rb re ite t.

A r t . 106. — B e i den in V ollziehung der A rt. 102 un d 105 a n ­ geord n eten A bstim m u n g en entscheidet die absolute M e h rh e it der a n der A bstim m u n g te ilnehm enden B ü rg e r .

A r t . 107. — J e d e s a u s ein er V o lk sin itia tiv e h erv o rg eg a n g en e R eoisio n sb eg eh ren w ird a n den G ro ß e n R a t gerichtet.

D ie d a s B e g eh ren unterstützenden U nterschriften w erden gem einde- weise abgegeben un d die S tim m b e rech tig u n g der U nterzeichner m u ß durch den G em eindepräsidenten bescheinigt w erd en . D ieser h a t sich auch von der Echtheit der ihm verdächtig scheinenden U nterschriften zu v e r­ sichern.

IX.

Titel

Uebergarrgsbestimmungen

A r t . 108. — Die in dieser V erfassung vorgesehenen W a h le n fin ­ den erst nach A b lau f der durch die g eg e n w ärtig e Gesetzgebung be­ stim m ten F ris te n statt.

E in n eu e s Wahlgesetz soll vo r dem 1. J a n u a r 1908 dem G ro ß e n R a te vorgelegt w erd en .

G egeben im G ro ß e n R a te zu S itte n , den 8. M ä rz 1907. D er I. V izepräsident des G ro ß e n R a te s :

Moritz v. Werra.

Die S c h riftfü h re r:

(21)

Revision vom ro. November >«>»

des Artikels 84 der Verfassung dettesfend die Wahlakt

der Abgeordneten auf deu Großen Rat

Der Große R at des Kantons W allis,

Eingesehen den A rt. 104 der Kantonsverfassung:

Angesichts der vom G roßen R ate in der verlängerten N ovem ber- tagu n g von 1911, im M ärz 1912 abgegebenen V oten, in welchen sich derselbe für die O p p o r tu n ist einer R evision des A rt. 84 der Kantons­ verfassung ausgesprochen hat, in dem S in n e, daß bei den W ahlen der Abgeordneten auf den G roßen R a t das Proporlional-W ahlsystem ein ­ zuführen sei;

A u f den A n trag des S ta a tsra tes.

Verordnet:

E i n z i g e r A r t i k e l . — Die fü n f letzten Absätze des A rt. 84 der K an to n sv erfa ssu n g sind aufgehoben un d durch folgende V e rfü g u n g ersetzt:

Die W a h le n geschehen bezirksweise u n d z w a r nach dem P r o p o rtio - n a l-W a h lv e rfa h re n .

Die A n w e n d u n g dieses G rundsatzes w ird durch d a s Gesetz bestim m t. S o vom G ro ß e n R a te gegeben zu S itte n , den 20. N o v em b er 1919. D er P rä s id e n t des G ro ß e n R a te s :

A. Delaloye.

Die S c h riftfü h re r:

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Teilweise B erM n M in fi»»

(11. N o v em b er 1920.)

Der Große R at des Kantons W allis,

Eingesehen die vom G roßen R ate vorgenom m ene Abstim m ung über die Zweckmäßigkeit einer R evision der folgenden Artikel der V er­ fassung von 1907 (A rt. 24. 30. Abs. 4 u n d 5 und Litt. c. 44. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58 und 96);

A uf A ntrag des S ta a ls r a te s.

Verordnet:

I. K a p i t e l .

Bestimmungen finanzieller Natur

A r t . 1. — D er A rt. 24 ist ab g e ä n d e rt w ie folgt:

D ie S t a a t s - und G em eindesteuern w erd en durch die Gesetzgebung festgesetzt u n te r W a h ru n g der G rundsätze der P ro g ressio n und eines gewissen E xistenzm inim um s.

A r t. 2. — D er A rt. 30 ist a b g e ä n d e rt w ie folgt.

2. D ie vom G ro ß e n R a te a u s g e a rb e ite te n Gesetze u n d Dekrete, a u sg e n o m m e n :

r>) b)

c) D ie außerordentlichen B e iträ g e , welche die Eidgenossenschaft in G em ä ß h eit des A rt. 42 der B u n d esv erfassu n g den K an to n e n a u fe rle g e n kann.

4. J e d e S c h lu ß n a h m e des G ro ß e n R a te s , welche eine a u ß e r o r ­

dentliche A u sg a b e von F r . 200 000.— zu r F o lg e h a t, w en n diese A u s ­ gabe a u s dem E rtra g e der gew öhnlichen E in n a h m e n des V oranschlages nicht gedeckt w erd en kann.

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-i-

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-II. K a p i t e l .

Bestimmungen betreffend die Wahl und die Befugnisse

des Staalsrales

A r t . 3. D er A rt. 52 ist ab g e ä n d e rt w ie folgt:

Die V ollziehungs- un d V e rw a ltu n g s g e w a lt ist einem a u s fünf M itg lie d e rn gebildeten S t a a t s r a t a n v e rtra u t.

E in e r derselben w ird a u s den W ä h le rn des K a n to n s te ile s e rn a n n t, welcher die g eg e n w ä rtig e n Bezirke G o m s, B rig , V isp, R a r o n u n d Leuk u m fa ß t: ein er a u s jenen der B ezirke S id e r s , S itte n , E rin g u n d G u n d is, u n d ein er a u s denjenigen der Bezirke M a rtin a c h , E n tre m o n t, S t . M oritz u n d M o n th e y .

D ie zwei a n d e rn w erd en a u s den sämtlichen W ä h le rn des K a n to n s e rn a n n t. Jedoch d a rf nicht m e h r a ls ein S t a a t s r a t a u s den W ä h le rn des näm lichen Bezikes e r n a n n t w erden.

D ie M itg lie d er des S t a a t s r a t e s w erd en a m gleichen T ag e w ie die M itg lie d er des G ro ß e n R a te s direkt vom Volke gew äh lt u n d tre te n ih r A m t am d a ra u ffo lg en d e n 1. M a i an . I h r e W a h l erfolgt nach dem M ehrheitssystem . D er S t a a t s r a t konstituiert sich alljährlich selbst. D er ausscheidende P rä s id e n t ist nicht u n m itte lb a r w ied er w ä h lb a r.

D ie frei gew ordene S te lle eines S t a a t s r a t e s ist nach 60 T ag e n w ieder zu besetzen, insofern die G e sa m te rn e u e ru n g nicht in n e rt v ie r M o n a te n erfolgt.

Die W a h l der M itg lie d e r des S t a a t s r a t e s findet m ittelst des glei­ chen L isten sk ru tin iu m s statt.

W erden die W a h lv e rh a n d lu n g e n am bestim m ten T a g e nicht voll­ endet, so sind dieselben am d ara u ffo lg en d e n S o n n ta g w ieder au fz u ­ nehm en. I n diesem F a lle w ird d a s E rg e b n is des ersten W a h lg a n g e s un d die W ied e ra u fn a h m e der W a h lv e rh a n d lu n g e n unverzüglich be­ kannt gegeben.

H at sich im ersten W a h lg a n g e die absolute M e h rh e it nicht a u f so viele P e rso n e n verein ig t, a ls zu w äh le n sind, so findet ein zw eiter W a h l­ g an g statt. I n diesem zw eiten W a h lg a n g gelten diejenigen a ls gew ählt, welche die m eisten S tim m e n , u n d w ä re es auch nicht die absolute M e h r­ heit derselben, e rh a lten haben.

I s t die Z a h l derjenigen, welche die absolute M e h rh e it au f sich v e r­ e in ig t haben, g rö ß e r a ls die Z a h l der zu W ä h le n d en , so gelten diejeni­ gen, die die meisten S tim m e n au f sich v ere in ig t hab en , a ls gew ählt.

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H aben zwei oder m e h re re B ü r g e r des gleichen B ezirkes die abso­ lute M e h rh e it e rh a lte n , so gilt n u r derjenige a ls gew äh lt, der die m ei­ sten S tim m e n e rh a lte n hat.

B ei S tim m en g leich h eit entscheidet d a s L os.

A r t . 4. — D ie A rt. 53, 54, 55, 56, 57 und 58 sind in ih re r ge­ g e n w ä rtig e n F assu n g beibehalten.

III. K a p i t e l .

B estim m ungen betreffend d ie W a h l der S tä n d e rä te

A r t . 5. — E s w ird folgender A rt. 85 b is in die V erfassung a u f ­ genom m en:

D ie A bgeordneten au f den S tä n d e r a t w erden alle drei J a h r e bei ordentlichen G e sa m te rn e u e ru n g des N a tio n a lra te s direkt vom Volke gew ählt. Diese W a h le n erfolgen im ganzen K an to n a ls einziger W a h l­ kreis nach dem M ehrheitssystem .

D ie W a h l der S tä n d e r ä te findet m ittelst des gleichen Listenskru- tin iu m s statt. W e rd en die W a h le n a m bestim m ten T a g e nicht vollendet, so sind dieselben a m d ara u ffo lg en d e n S o n n ta g w ieder aufzunehm en. I n diesem F a lle w ird d a s E rg e b n is des ersten W a h lg a n g e s u n d die W ied e ra u fn a h m e der W a h lv e rh a n d lu n g e n unverzüglich bekannt gegeben.

H a t sich im ersten W a h lg a n g e die absolute M e h rh e it nicht au f so- viele A bgeordnete v e re in ig t, a ls zu w äh le n sind, so findet ein zw eiter W a h lg a n g statt. I n diesem zw eiten W a h lg a n g gelten diejenigen als g ew äh lt, welche die m eisten S tim m e n , und w ä re es auch nicht die abso­ lute M e h rh e it derselben, e rh a lte n haben.

I s t die Z a h l derjenigen, welche die absolute M e h rh e it erh a lten h a ­ ben, g rö ß e r a ls die Z a h l der zu W ä h le n d en , so gelten diejenigen, die die m eisten S tim m e n au f sich v ere in ig t haben, a ls gew ählt.

B ei S tim m en g leich h eit entscheidet d a s L os.

IV. K a p i t e l .

B estim m ungen betreffend d ie U nvereinb ark eit der geistlichen und w eltlichen A m tsoerrichtungen

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23 —

V. K a p i t e l .

V erschiedene und Aebergangsbestiunnum gen

A r t . 7. — D e r A rt. 43 w ird a b g e ä n d e rt w ie folgt:

D er G ro ß e R a t w ä h lt in der ersten ordentlichen S ession jeder n eu e n A m tsp e rio d e d a s K an to n sg erich t un d e rn e n n t in jeder M aisession den P rä s id e n te n und den V ize -P rä sid e n te n dieser B ehörde.

A r t . 8. — D er A rt. 44 ist in dem S in n e a b g e ä n d e rt, daß Z iffer 8 u n d 9 w egfallen.

A r t . 9. — Die g eg e n w ärtig e A m ts d a u e r des S t a a t s r a t e s lä u ft m it dem 30. A p ril 1921 und diejenige der S tä n d e rä te a m V o rabend des ersten M o n ta g s D ezem ber 1922 ab.

S o gegeben vom G ro ß e n R a te zu S itte n , den 11. N ovem ber 1920. D er P rä s id e n t des G ro ß e n R a te s :

2N. p ellissier.

Die S c h riftfü h re r: A . S alzm an n . — L yr. Joris.

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Références

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